HoR Logo kl

Slipknot &

American Head Charge

Böblingen, Sporthalle, 27.01.2002

Logo Home-of-Rock
Startseite > Konzertberichte > Slipknot > Böblingen, Sporthalle, 27.01.2002

Gehörschutz:
Hearsafe

Böblingen, Sporthalle, 27.01.2002Bildergalerie Slipknot
Bildergalerie American Head Charge

Die Verrückten sind wieder im Land!!! Der heutige Abend steht ganz unter dem Motto "Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna!".

Den Vorkasper machen AMERICAN HEAD CHARGE. Die wohl derzeit durchgeknallteste Band in den US of A. Mal davon abgesehen, dass ich mit dem Material der siebenköpfigen Krawallcombo keineswegs vertraut bin, kann ich mit deren Geschredder und Getue auf der Bühne überhaupt nichts anfangen.
Besonders hervorheben möchte ich die zwei Hornochsen an den Keyboards. Ich glaube an den Bontempi-Heimorgeln dürfte wohl eher zutreffen. Die zwei sind während des ganzen Sets damit beschäftigt sich auf der Bühne zu verfolgen, anzuspucken und sich gegenseitig mit Fußtritten zu malträtieren. Hin und wieder haut man dann auch mal auf seinem Instrument rum und versucht krampfhaft schräge Töne herauszuholen. Geil! Ich werde jetzt auch Musiker, muss nur noch meine Bontempi-Orgel von Weihnachten 1984 wiederfinden...

Nach einer kurzen Umbaupause und einer Generalüberholung der Bühne, kommen wir dann zum Höhepunkt des Abends.
Über SLIPKNOT scheiden sich bekanntlich die Geister. Entweder man liebt diese Band oder man hasst sie. Gründe hierfür gibt es schließlich zu Genüge, da die Neunmann-Kapelle immer für das ein oder andere Skandälchen gut ist. So hat man z.B. beim letztjährigen "Rock im Park-Festival" das Nürnberger Frankenstadion nicht gefunden und ist trotz Headlinerposition nicht aufgetreten. Zu "Rock am Ring" am nächsten Tag ist man dann ohne Begründung nicht erschienen.
Für wie doof halten die eigentlich die Fans? Oder andersrum: Kann man sich noch bei denen als Busfahrer bewerben? Das idyllische schwäbische Böblingen hat man jedoch gefunden, so das einem etwas anderem Abend nichts mehr im Wege steht.

Nach dem Intro 515 geht es auch gleich mit People = Shit brachial los. Die Neun sind alle in schwarze Overalls gehüllt und tragen wie gehabt ihre bandtypischen Masken. Der Sound ist von Anbeginn gleich richtig fett und die Lautstärke verdächtig nah an der Schmerzgrenze. Nun jedoch zu Show!
Zur rechten und linken Bühnenfront sind zwei riesige hydraulische Trommelpodeste aufgestellt, auf denen abwechselnd die für die Percussions zuständigen Chris Fehn (#3) und Shawn Grahan (#6) herumturnten. Ich habe eigentlich nur darauf gewartet bis einer der beiden, bei seinen waghalsigen Turneinlagen in Schwindel erregenden Höhen, abschmiert und die Show abgebrochen wird. Überhaupt war reichlich Aktion und Bewegung auf der Bühne zu bewundern. Sänger Corey Taylor (#8) shoutet und crowled inbrünstig die Stücke in die Menge, während Schlagzeuger Joey Jordison (#1) sein Drumkit in Grund und Boden zerdrischt. Der Rest wirkt auch recht Furcht einflössend und zockt routiniert sein Repertoir runter.
Der Höhepunkt der Show war eindeutig das Drum-Solo! Alte Hasen wie ich kennen das Spielchen bereits aus den Achtzigern von Mötley Crüe Drummer Tommy Lee, als dieser anstatt der Alten noch die Felle verdrosch. Das Schlagzeug war auf ein hydraulisches Stahl-Pentagramm geschraubt. Zu Beginn des Solos ging es dann erst mal hoch hinaus, um dann nach vorne weg zu kippen. In der Senkrechten dann angekommen, drehte sich die Scheibe munter um die eigene Achse. Wobei das Pentagramm dann immer wieder aufleuchtete. Mir hätte man wahrscheinlich reichlich Kotztüten mit in den Overall stecken müssen.

Sicherlich kann man über die Musik streiten, dennoch bekommen die gut 4000 Slipknot-People einiges geboten. Beeindruckend ist für mich auch, wie die Band ihre Fans im Griff hat. Der Band wird förmlich aus der Hand gefressen. Der Aufforderung des Sängers Corey, sich zu Beginn von Spit It Out hinzusetzen, kommen bis auf wenige Ausnahmen (hüstel) alle nach.
Musikalische Glanzlichter sind für mich der Soundtrack-Beitrag zu Scream3 Wait And Bleed und Heretic Anthem bei dem die auf den jeweiligen Lautsprecher-Stacks aufmontierten "666" immer wieder hell aufleuchten, um dem Publikum seinen Einsatz zu verdeutlichen.

Alles in allem ein geiler Abend, lediglich die Vorband war für'n Arsch...

Bandmitglieder:
0 - Sid Wilson (dj)
1 - Joey Jordison (dr)
2 - Paul Gray (b)
3 - Chris Fehn (percussion)
4 - James Root (g)
5 - Craig Jones (samples)
6 - Shawn Grahan (percussion)
7 - Mick Thompson (g)
8 - Corey Taylor (v)

Setlist:
(515) - People = Shit - Liberate - Left Behind - Get This - Disasterpiece - Purity - Gently - Sid DJ-Solo - Eyeless - Drum-Solo - New Abortion - Heretic Anthem - Spit It Out - Wait And Bleed - Pat Intro - Sic - Suracing

#667 (Neighbour of the evil) Frank - Harry - Hameister, (Artikelliste), 04.04.2002

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:
Startseite > Konzertberichte > Slipknot > Böblingen, Sporthalle, 27.01.2002

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum