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Fotos: Adelina Schmidtlein
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Slade wollen DICH!
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Dave Hill kann noch lachen
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Vor dem Vergnügen kommt erst der ärgerliche Teil. 30 Euro Eintritt für SLADE! Geht's noch? Trotzdem ist die Halle ganz ordentlich gefüllt. Bezeichnenderweise ist es in München immer der gleiche Veranstalter, der so schamlos zulangt. Dafür bietet er aber auch ein Vorprogramm, das so grottig ist, dass man sich schaudernd zur Theke begeben muss. Ein Sänger mit Semmelrogge-Sprachfehler und englischen Ansagen, bei denen nicht ganz klar ist, ob es ernst gemeint ist oder pure Satire. Dschörman Telewischn praudli presents...
Seit 1966 treiben die Vögel von SLADE ihr Unwesen. Von 1970 bis '78 setzte es Hit auf Hit, dann kam der Abstieg, unterbrochen von einem guten - aber leider kurzzeitigen - Comeback Anfang der 80er, bei dem sie mal so zwischendurch Posergott Coverdale und seine WHITESNAKE von den Bühnen bliesen. Es folgten noch einige Single-Hits und Best Of-Compilations. Der ursprüngliche Frontkreischer Noddy Holder und Basser Jim Lea blieben irgendwann auf der Strecke und seit einigen Jahren toben SLADE II über die Dörfer und Oldiefestivals. Gitarrist Dave Hill ist nunmehr der unangefochtene Chef und hat sich mit dem "neuen" Sänger Steve Whalley (war auch schon bei Chuck Berry und Gerry Rafferty) und Bassist Dave Glover (u.a. SWEET, RUBETTES und SMOKIE) zwei abgezockte Profis geholt. Dazu sitzt nach wie vor Drummer Don Powell hinter den Pauken.
Skepsis ist also angebracht. Bringen es die Senioren noch? Kriegt man mal wieder eine fade Altersheimshow geboten? Abzocke?
Kurz gesagt: SLADE sind immer noch geil. Was die 4 in den 80 Minuten veranstalten ist purer Rock & Roll-Spaß. Von musikalischem Anspruchsdenken sollte man sich allerdings ganz schnell verabschieden. Die Band holpert und poltert sich durch ihre Hits, ohne Rücksicht auf falsche Töne, schiefe Soli und reichlich grauslige Backing Vocals. Das ist aber auch völlig Banane, denn wenn Hill und Whalley den Boogietrain abdampfen lassen, bleibt nach wie vor kein Auge trocken.
Dermaßen alberne Bühnenklamotten und Hüte erfordern eine ordentliche Portion Selbstironie. Das ist so was von 70er Glam, dass man sich einfach noch ein Bier greifen muss um dann sofort wieder zum nächsten Hit zu hopsen. Cum On Feel The Noize und Cum On Let's Party! setzen den Maßstab. Wer nach Lock Up Ya Daughters noch mit verschränkten Armen dasteht, ist ein Miesepampel und spätestens bei Far Far Away tobt das vergnügungssüchtige Publikum. Logisch, die Chartbreaker Run Runaway, My Oh My und Merry X-Mas müssen natürlich auch kommen. Mir persönlich wären ein paar Kracher mehr aus den Alben "We'll Bring The House Down" und "Till Deaf Do Us Part" zwar lieber, aber die Band spielt Wunschkonzert nun mal nicht nur für mich alleine.
Also gibt's einen bunten Kessel alter und uralter Gassenhauer. Gudbye T Jane und Mama Weer All Crazee, We'll Bring The House Down und Coz I Luv You. Keine überflüssigen Ansagen und Soli, immer nur auf die Mütze.
Die eigentliche Überraschung des Konzerts sind allerdings die Nummern aus dem neuen Album "Cum On Let's Party". Wobei, auf dieser CD sind ja nur 2 wirklich neue Nummern (Take Me Home - blöde Ballade - und Some Exercise - blöder Latino-Scheiss). Aber I Hear Ya Callin' und vor allem Red Hot sind ganz massive Ballermänner und dürften aufgrund der obskuren Veröffentlichungspolitik in den letzten Jahren weitgehend unbekannt sein.
Whalley zeigt, dass er nicht nur kreischen kann, sondern eine ordentliche Hardrock-Stimme hat, Powell prügelt wie blöd auf seine Trommeln ein und Hill gibt den Kasper.
Witziges Konzert! Ein Dank an JJ von German Concerts und kein Dank an den Mensch, der die Taschen offenbar nicht voll genug bekommt.
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