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Konzertbericht: |
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Der erste laue Sommertag in der Stadt. Der Cappuccino schmeckt plötzlich ganz anders, man kann ihn nämlich draußen trinken. Die Mädels motten ihre Wintermäntel ein. Mein Fahrrad hat nen Platten. Let me tell you this in another way: Mit ihrem "Album Of The Year" haben SKEW SISKIN einen Quantensprung bezüglich Songwriting und qualitativer Durchgängigkeit hingelegt und ich war schon sehr gespannt, ob sie diesen Eindruck live bestätigen können. Immerhin war ich von den ersten zwei, drei Songs beim Support-Gig für MOTÖRHEAD im Dezember gar nicht begeistert. Bis sie dann den Rock'n'Roll-Hammer rausgeholt haben... Drei Monate später ist die CD raus, die Band auf eigener Headliner-Tour und man fragt sich, warum nicht wenigstens ein paar mehr Lemmy-Fans den Weg in die Garage gefunden haben. Verbohrtheit? Anyway, mit Shoot Out Your Lights geht das Ding wegweisend für den Abend los. Man kann es nennen wie man will, Streetrock, Hardrock, Metal, ich sag Rock & Roll dazu. Laut, hart, simpel und direkt in den Bauch, so wie das sein soll. Die Band macht einen ausgesprochen toughen Eindruck. Der Basser und der Drummer sind bekanntlich relativ neu dabei und speziell Schlagetot Damien Insane macht richtig Spaß mit seinem Sicko-Getrommel (ein Wiener halt...). In den schlimmsten Momenten sieht er aus wie ein gewisser Vincent Damon Furnier (zugegeben, jünger) und ansonsten prügelt er wie wild auf seine Pauken und erinnert mehr als einmal an Moon und Bonham. Spiritus rector der SISKINs ist natürlich Jim Voxx an der Gitarre. Mir kommt er vor wie Brian Robertson damals bei Motörhead. Immer leicht im Hintergrund, tontechnisch aber voll präsent und man hat ständig das Gefühl, dass man diesen Mann nicht herausfordern sollte, weil er sonst nämlich noch drei bis vier Stufen höher schaltet und so manchem so genannten Wundergitarristen den Arsch sauber wegspielen würde. So lang man ihn also nicht provoziert, rockt er wunderbar reduziert und auf die wichtigen Dinge konzentriert. Riff, Solo, Riff, zwischen all dem Angus ein kleiner Jeff Beck-Exkurs, fertig. Im Mittelpunkt einer jeden Band steht naturgemäß der Sänger. Sänger sind anders. Man braucht nur die Wohnzimmerlampe anschalten, schon wirft er sich in Positur und performt für 70.000 begeisterte Sofa-Staubmilben seinen neuesten Hit. Es gibt gute Sänger und schlechte, tolle Frontmänner und fade, lustige und böse, arrogante Deppen und supersympathische Kumpel. Und es gibt ein paar Frauen am Mikro. Die werden immer noch als exotisches Schmückwerk betrachtet und grade im harten Rock fixiert sich Mann auch 35 Jahre nach Janis immer noch gerne auf Äußerlichkeiten. Ist doch egal, ob die Alte singen kann oder nicht, Hauptsache sie sieht geil aus. Ich sag das jetzt ein mal und dann nie mehr! Nina C. Alice ist Mrs. Rock & Roll persönlich! So viel positive Energie und charmante Publikumsbauchpinselei kriegt man selten von der Bühne zugegrinst, so viel Heart & Soul-Gepose sieht man nirgends sonst, und eine Frau, die den Rock in dieser Art brüllt, kräht und lebt ist (bis auf ein, zwei "Leidensgefährtinnen") einzigartig. Und sie sieht gut aus, jawohl. Drei oder vier Nummern sind mir persönlich etwas zu speedig/punkig, aber das geht in Schallgeschwindigkeit vorbei. Spätestens, wenn Voxx den Iommi macht und einen langgezogenen Doom-Groove einstreut. Die Highspeedsongs kommen allesamt von den alten Alben und bestätigen meinen Eindruck: "Album Of The Year" ist das Masterpiece dieser Kapelle! Voxx gibt zwischendurch die Foxy Lady, oder irgend ein anderes Hendrix-Intermezzo (sorry, dieses Wortspiel musste sein), baut das aus zu einem Page meets Blackmore Singspiel und das alles gefällt dem Biker, Rocker, Biertrinker, Metallarbeiter, kurz gesagt, allen Mädels und Buben, weil es so knochentrocken fetzt, die Roots niemals verleugnet, trotzdem genau diese Band und keine verstaubten Helden repräsentiert und trotz aller Härte einfach freundlich ist. Heavyrock concert of the year! Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 17.03.2004
Bilder: Adelina Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 15.03.2004 |
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