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Elliott Murphy, Iain Matthews & Olivier Durand

Frankfurt, Sinkkasten, 09.12.2001

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Ticket

Der Sinkkasten in Frankfurt ist, für einen vorweihnachtlichen Sonntagabend, doch einigermaßen besucht. Obwohl natürlich auch doppelt soviel Besucher Platz gehabt hätten.
Aber die Künstler des heutigen Abends sind halt doch nicht so präsent in den Medien, dass bekannt wäre, was den nicht Anwesenden entgeht.

Ohne Ansage betreten gegen 21 Uhr ELLIOTT MURPHY, IAN MATTHEWS und OLIVIER DURAND die Bühne des Clubs. Die ersten Akkorde lassen meine hübsche Begleiterin auf Neil Youngs Down By The River hoffen (und die ist erst 20!). Es stellt sich aber doch als Close To The Bone heraus, bei dem jetzt schon Iain Matthews fantastische Stimme erahnen lässt, dass dies kein gewöhnlicher Drei-Akustikgitarren-Schrammel Abend wird. Trotzdem er schon seit den frühen 70ern unterwegs ist, scheint Iain's Stimme keinen Verschleiß zu zeigen.

Elliott Murphy, der ja u.a. schon mit Mr. Springsteen Aufnahmen machte, übernimmt die Lead Vocals bei You Never Know What You In For. Das weiß man tatsächlich nie, aber hier ist schon klar, das Zusammenspiel und erst recht das Singen (!) dieser drei sucht seines Gleichen. Diese Dynamik muss man erst mal hinkriegen. Oft übernimmt Elliott Murphy die Rolle des Akkordschlagens, während Iain Matthews zupft und Olivier Durand die Sahnehäubchen mit seinen Soli setzt. Letzterer ist überhaupt ein wunderbar songdienlich spielender Gitarrist, der trotzdem mit allerlei Spielfertigkeit zu glänzen weiß. Ob er jetzt (Glas-) Slide spielt und dabei die Saiten oberhalb des Slide (Richtung Kopfplatte!) zupft, oder seinen Akustiksound durch einen Verzerrer (!) jagt - es ist wirklich Klasse!

So spielen sie sich durch das Programm, das fast exakt dem auf der, am CD-Stand erhältlichen, Doppel-Live Scheibe vom 1.6.2001 aus dem "Cornish Pub" in Solingen gleicht.
Eingestreut sind Coverversionen von Neil Young (also doch) Cortez The Killer, Bob Dylan Blind Willie McTell, Don't Think Twice Ma, bei dem Elliott seine Brille zum Lesen des Textes benötigt.
Überhaupt ist Mr. Murphy, ebenso wie Mr. Matthews, nie darum verlegen, entstehende (Stimm-) Pausen mit kleinen Geschichten und Anekdoten zu verkürzen. Wenn sich etwa Elliott darüber beklagt, dass er zum Valentine's Day immer so viele Geschenke verschickt... und von Iain nie welche zurück bekommt, oder berichtet wie ihm Willie Dixon auf dem Sterbebett das Versprechen abnahm, Little Red Rooster zu spielen, wenn er jemals nach Frankfurt käme. Was er auch erfüllt.

Der perfekt abgestimmte Gesang der drei lässt öfters an Crosby, Stills and Nash denken und lässt einem abwechselnd Schauer über den Rücken laufen oder Tränen in die Augen treten (ja ja, ich werd schon nicht zu sentimental!).

Die erste Zugabe eröffnet Iain Matthews ganz alleine: "A song about peace..... if it ever happens." Die Hippie-Hymne Woodstock trägt er a cappella vor und wir alle wollen "back to the garden".
Drei Zugaben gibt die Band insgesamt und bei Van Morrisons Brown Eyed Girl will der Applaus kaum enden. Rock Ballad beendet einen ebenso fantastischen wie kurzweiligen Auftritt. Der Blick auf die Uhr zeigt, bei ca. 1/2 Stunde Pause, eine reine Spielzeit von 2 1/2 Stunden!

Leider war dies der letzte Gig ihre 10tägigen Tour, aber sie haben ja angekündigt wieder zu kommen. Hoffentlich bald.

Epi Schmidt, (Impressum, Artikelliste), 10.12.2001

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