Am Samstag, 14.11.09, bin ich nach Bad Kreuznach gefahren, weil ich dort eine Einladung zu einem Doppelkonzert hatte. Zwei volle Shows: HARTMANN und ROSALIE, eine THIN LIZZY-Tribute-Band. Als ich dort ankam, stellte ich als erstes fest, dass der dortige Brückes Liveclub eine wirklich nette Location ist, um tolle Rockkonzerte zu veranstalten. Nicht wirklich groß, eine mittlere Bühne, aber das Ambiente stimmte vollends. Bühne und Sound waren professionell angerichtet.
HARTMANN eröffneten kurz vor 21.00 Uhr. Wie ich später erfuhr, war das Opening eine Absprache zwischen den beiden spielenden Bands, da HARTMANN einen Tag zuvor ihr drittes Studioalbum veröffentlichten und sich so nach ihrer Show noch ausreichend Zeit finden konnte, um mit den Fans zu quatschen oder aber auch noch ein paar CDs/DVDs zu verkaufen.
Was soll man sagen? Oliver Hartmann hat eine geile Stimme und die gesamte Band spielt wie aus einem Guss. Die Vocals sind also nicht nur ein Garant bei der PINK FLOYD-Tribute-Band ECHOES, sondern insbesondere auch in der eigenen Band. Jeder Song hatte mächtig Groove und innerhalb kürzester Zeit wusste jeder im Saal, was die Stunde geschlagen hatte. Besser kann man Melodic Hard Rock eigentlich nicht spielen. Die Kreuznacher Musikfans scheinen in dieser Richtung noch etwas unbedarft zu sein, denn ich hatte den Eindruck, dass die Gruppe HARTMANN bisher kein Begriff war. Kaum zu fassen und sehr schade, denn der Auftritt von HARTMANN hatte hohes Niveau, das war ganz großes Kino und hätte noch mehr Publikum verdient gehabt.
Ich selbst hatte mich nicht nur auf die neuen, mir unbekannten Nummern gefreut. Songs wie Higher Than Me oder Comin' Home Again sind Abräumer und klingen live fast noch besser als auf den Studio-Alben. Über die bisherigen Releases kann man im Home of Rock so einiges lesen. Es scheint so, dass die neue Scheibe vielleicht musikalisch bewusst etwas schwerfälliger gestaltet ist, sie aber dennoch in gewohnter Manier rockt. Bereits der Opener I Won't Get Fooled Again ließ daran keinen Zweifel aufkommen, aber auch Suddenly war ein absoluter Hinhörer. Insgesamt spielten HARTMANN eine 90-Minuten-Show, und auch wenn ich ansonsten eher dem Progressive Rock zugeneigt bin, so muss ich zugeben, dass mir die eine oder andere Ballade auch am nächsten Tag einfach nicht aus den Kopf gehen wollte. Oliver Hartmann und seine Band, das ist absolute Spitzenklasse, was jetzt auch ein Teil der Fans aus Bad Kreuznach eigentlich gemerkt haben müsste.
Setlist HARTMANN:
I Won't Get Fooled Again, The Sun's Still Rising, Suddenly, Lost In Havanna, All I Can Say, From Outta Space, Right Here Right Now, Broken Down, Don't Give Up Your Dream, Somewhere Someday, Higher Than Me, Comming Home To You, What If I
Crying, Alive Again, Out In The Cold, Listen To Your Heart
Nach einer recht kurzen Umbaupause ging es dann weiter mit der LIZZY-Tribute Band ROSALIE aus Bad Kreuznach. Ich hatte die Band anlässlich eines internen Treffens vor ausgesuchtem Publikum vor ca. einem halben Jahr das erste Mal live gesehen. Damals war es ein Test ohne Hürden, an diesem Abend war es öffentlich.
Sich nun über die große Musik von THIN LIZZY auszulassen, macht im Home of Rock keinen Sinn mehr. Die Stimme von ROSALIEs Lead-Sänger Markus Laux ist der Hammer. In einem späteren Gespräch mit der Band konnte ich erfahren, dass es Absicht ist, den großen Phil Lynott nicht zu kopieren. Das ist unmöglich und würde auch aus Sicht von ROSALIE dem großen Musiker nicht gerecht werden. Aber der Gesang passt, er macht die großen LIZZY-Tracks richtig knallig und genau das merkte das Publikum sehr schnell.
ROSALIE spielen THIN LIZZY auf den Punkt, nehmen sich an der einen oder anderen Stelle die Freiheit, eine klitzekleine Nuance an Eigenständigkeit mit einzubauen. Letztlich führt dies alles zu einem überzeugenden Ergebnis. Mit gnadenlosem Druck wurde die Show mit dem Standardopener Jailbreak eröffnet. Es folgten Don't Believe A Word und Waiting For An Alibi. Die beiden Gitarristen spielen die Twins, als wenn es nichts anderes geben würde, der Bass [übrigens gespielt von unserem ehemaligen Kollegen Jogi] grollt und groovt und der erst 18-jährige Marcell Nix spielte in einem klasse Medley ein mehr als überzeugendes Drum-Solo [der Bub is ein Viech; Red.]. Als dann noch bei der "irischen" Überhymne Black Rose pyrotechnische Einlagen von der Bühne kamen, da hatten ROSALIE wirklich den großen Vorbildern mehr als einen Tribut gezollt. Das Publikum war absolut überzeugt und hatte das gesamte Konzert richtig gerockt.
Nach 2 Stunden gingen ROSALIE von der Bühne und die Konzertbesucher hatten an diesem Abend zu einem wirklich schlanken Eintrittspreis einen absoluten Rockevent erlebt.
Setlist ROSALIE:
Jailbreak, Don't Believe A Word, Southbound, Waiting For An Alibi, Cold Sweat, Are You Ready, Dancing In The Moonlight, Massacre, Suicide, Showdown, Bad Reputation, Cowboy Song, The Boys Are Back In Town, Still In Love With You, Warrior, Emerald, Medley (incl. Drum-Solo) , Don't Believe A Word (Slow Version) , Black Rose
Whiskey In The Jar