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Konzertbericht:

Flatman

Habach, Village, 26.10.2002

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Adelina Schmidtlein

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Flatman - Stefan & Torsten Kossmann
Stefan & Torsten Kossmann -
40 KB
Flatman - Michael Schneiderbanger
Michael Schneiderbanger - 45 KB
Flatman - Torsten Kossmann
Torsten Kossmann - 39 KB
Habach, Village, 26.10.2002

Saturday night special in a small town somewhere in the deep south...

Nach ihren gelungenen Support-Gigs mit REBEL STORM endlich Gelegenheit für mich, die Jungs selbst zu sehen, und, um es gleich zu sagen, es war ein geiler Club-Abend!

Flatman

3 SKYNYRD-Songs zu Beginn. Und, verdammt, die Dinger rocken wie die Pest. 3 Gitarren, und zwar von der mächtigen Sorte. Kossmanns Stefan scheut sich nicht den Ronnie zu geben und das klappt sensationell und nebenbei reißt er noch ein paar Hundert Soli im Dauerfeuer runter, Kossmanns Torsten fendert reichlich brillant und Emil drückt gehörig den Rhythmusalarmknopf.
Gibt es etwas, das den Southern Freak mehr begeistert als 3 Gitarren? Ich meine damit nicht die drei Luschen, die bei manchen B-Street Bands langweilen. Druck machen sie bei den Flatmännern, permanent und ohne Pause. Dazu die vom Doktor empfohlene Double-Lead-Dosis und ab geht die Post und die Gesichter ins Dauergrinsen. Mal hört man klassische SKYNYRD, mal HATCHET, mal OUTLAWS, mal die ALLMANS.

Fast der komplette Set besteht aus LYNYRD SKYNYRD plus den Songs ihres eigenen Albums. Dazu einige weitere Cover.
Ich habe "A Bottle Of Booze" zurecht schwer gelobt, aber wenn man die Band live sieht, weiß man sofort, was sie im Studio falsch gemacht haben. Eine solche Band sollte eigentlich nur Live-Alben aufnehmen bzw. höchstens 2 Tage Studiozeit bekommen. Keine Zeit für langes Überlegen, keine Chance etwas zu ver(schlimm)bessern. Pistole auf die Brust und dann play for your life.
Bestes Beispiel ist Edge Of Sundwon, das ich im Original von Danny Joe Brown nie so furchtbar gern mochte. Geniale Nummer zwar, aber die Umsetzung auf der Platte war für meinen Geschmack zu lau. DJB wäre stolz auf die Fassung der Franken.

Flatman - Stefan Kossmann & Emil Renner

Es gibt einige Klassiker von Skynyrd, die man kaum mehr hören kann. Zu viele Bierzeltkapellen haben sich schon an Sweet Home Alabama, Free Bird, Gimme Three Steps oder T For Texas vergangen. Wenn mir ein Leser nun sagt, dass ihn eine solche Songzusammenstellung langweilt, gibt es nur eine Antwort: Glaub mir, geh zum nächsten Konzert von Flatman und lass Dich überraschen!
Mit mehr Feuer und Enthusiasmus habe ich die alten Kamellen sehr lange nicht mehr gehört. Auch nicht von den Originalen.

3 Gitarren ordentlich zu koordinieren ist eine der schwersten Übungen überhaupt. Es kann schon mal vorkommen, dass ein Schluss von einem Song plötzlich ins Trudeln kommt und etwas unkontrolliert abstürzt. Ja und? Spätestens bei Konzert #1.000 kommt das nicht mehr vor. Wenn eine Band ständig auf Six Cylinders dampft, muss man mit der einen oder anderen Fehlzündung rechnen. Ich habe Bands gesehen, die ihr Hatchet-Beilchen 90 Minuten lang konsequent neben die Spur gesetzt haben. Und das vor über 1.000 Leuten und keiner hat es gemerkt. Sind ja die Stars aus USA.
Die zwei, drei kleinen Unsauberkeiten sind marginal, spielen angesichts der Spielfreude und Power keine Rolle und beweisen nur, dass noch viel mehr in der Band steckt. Und das ist insgesamt das Phänomen bei FLATMAN. Die Jungs sind so jung, dass man sich fragt, wie sie überhaupt auf die Idee kommen, ausgerechnet Southern Rock in seiner Reinform zu spielen. Ich sehe schon goldene Zeiten auf uns zukommen. Neben LIZARD endlich eine zweite ambitionierte Southern Band im süddeutschen Raum.

Flatman - Stefan Kossmann

Ein weiteres Highlight: Dreams I'll Never See. Kollege Martin S. kriegt zwar bei der Nummer die Krise, aber es kommt G-U-T! Einfach schön und ohne Zeitdruck und Hudelei spielen sie die Nummer so richtig aus.
Oder Bounty Hunter. 1978 genial und 24 Jahre später immer noch ein Knaller. Wenn es richtig gespielt wird.

Flatman - Stefan Kossmann

Noch mal zu den eigenen Stücken. Die entwickeln live erst ihre echte Power. Ein paar davon werden wohl in die deutsche Southern Rock Geschichte eingehen. Ob mit Country-Touch bei Damn Good Band oder mit Volldampf bei Bootle Of Booze, es ist hochklassig.
Und ich freu mich schon darauf, wenn es mehr eigene Songs geben wird. Better You Hide steht Call Me The Breeze vom Spaßfaktor nämlich in nichts nach.

Der Süden lebt!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 28.10.2002

Adelina Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 26.10.2002

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