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Nikki Lamborn - Never The Bride
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Fish
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Setlist Fish, 20.03.2004
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| Bad Salzungen, Pressenwerk, 20.03.2004 |
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Das äußerlich unscheinbare aber innen sehr artworkgerechte Pressenwerk im Thüringischen Bad Salzungen war an diesem Abend die Pilgerstätte der Melodic-Rock und Prog-Jünger. Schätzungsweise 600 Zuschauer, nicht nur aus dem Osten, gaben sich ein Stelldichein.
Ein Lob an die recht gediegene Gastronomie, weshalb sich die Wartezeit bis zum Showdown im entspannten Ambiente, sehr angenehm gestaltete.

22 Uhr betrat dann endlich der Supportact NEVER THE BRIDE die Bühne, eine Band von denen ich mich persönlich überraschen lassen wollte.
Der erste Blickfang ist die zauberhaft anzuschauende Frontfrau Nikki Lamborn (geb. in Bristol), die über die gesamte Distanz sehr sexy und entfesselt agierte. Beeindruckend die Stimme dieser Lady, von der Roger Daltrey einmal sagte "Nikki is the best female vocalist since Janis Joplin.", die sich wahrlich ihre Seele aus dem Leib singt. Aber auch nicht zu verachten ist die abwechselnd an den Keyboards, Akustikgitarre und Gesang bestechende Catherine (Been) Feeney (geb. in Glasgow). Die Frau genoss eine Ausbildung am Royal College Of Music And Dramatic Art, Glasgow und arbeite schon mit illustren Künstlern, wie u.a. THE WHO, ZZ TOP, Peter Frampton, Paul Rodgers zusammen. Assoziationen zu dem Geschwisterpaar Ann und Nancy Wilson von der US-Rockband HEART, wichtige Wegbereiter für die Frauen im Rockbusiness, liegen hier nahe.
Musikalische Parallelen sind ebenfalls gegeben. NEVER THE BRIDE formierten sich schon 1990 und veröffentlichten 1991das Debüt-Album "Licensed To Bitch" auf einem Independentlabel.
Neben den bereits erwähnten Frontladys, gehören zum aktuellen Line-Up des Weiteren: Gitarrist Murray Gould, er musizierte live bzw. im Studio u.a. mit Elton John, am Bass Greg Harewood, dieser war schon Tourbegleiter von Ronan Keating, James Brown, Barry White, Steve Earl u.a., zuguterletzt noch am Schlagzeug John Tonks, er trommelte schon für Paul Young, Tricky, Lamb, Duran-Duran und Neneh Cherry.
Die Bandmitglieder bestachen durch ihr sehr homogenes Zusammenspiel. Das Repertoire umfasste sowohl straighte Melodiekracher mit ausufernden Gitarrensoli, wie auch schmelzende gefühlvolle Balladen. Der Energieoutput war sehr hoch und der süße Schweiß floss in Strömen. Den überwiegenden Anteil ihres Sets nahmen die Songs vom aktuellen Album "Surprise" in Anspruch.
Für Musikliebhaber die auf gediegene Melodiemucke bzw. Mainstream-Rock a la HEART oder Melissa Etheridge abfahren, ist es wärmstens zu empfehlen.
Damit dürften die äußerst sympathischen Briten nun endlich in Deutschland Fuß fassen!

Er ist schon ein Phänomen der 2-Meter-Schotte, den seine Fans liebevoll Onkel nennen.
Als dieser gegen 23 Uhr die Bühne einnahm, spürte man geradewegs ein leichtes Erzittern der anwesenden FISH-, MARILLION-Anbeter.
Bei vielen ist die Erwartungshaltung bei diesem Auftritt sichtlich hoch abgesteckt. Diese werden an diesem Abend nicht enttäuscht den Platz räumen, wie sich später herausstellen sollte.
Nach kurzen Intro brettert er gleich zu Anfang mit Rookie und anschließenden Moving Targets vom aktuellen "Field Of Crows"-Output eine volle Breitseite in die verblüffte Menge. Dabei ist auffallend, dass der charismatische Sänger aus den schottischen Highlands entspannt wirkt und seine positiven Vibrations dementsprechend versprüht.

Fish ist bei bester Laune, was nach einem 3-stündigen Aufenthalt im Dampfbad, wie er selber ausplaudert, kein Wunder darstellte. Er groovt von Anfang an, baut ein fast schon familiäres Verhältnis zum Publikum auf. Ohne jegliche Allüren erzählt er zwischen den Songs in seinem ganz eigenen Deutsch mit Akzent kleine Geschichten und gibt auch eindeutige politische Statements ab. Seine Abneigung gegen die Regierung eines recht prominenten Texaners ist hierbei nicht zu verleugnen.
Die Begleitmannschaft harmoniert hervorragend zusammen, allen voran die beiden Vorzeigegitarristen Frank Usher (langjähriger Wegbegleiter des Meisters) und Neuzugang Bruce Watson, der vorher bei der schottischen Rocklegende BIG COUNTRY glanzvolle Zeiten erlebte. Schlagzeuger Windsor McGilvray musste leider während der laufenden Tour, wegen einer Armverletzung das Handtuch werfen, wird aber von John Tonks (NEVER THE BRIDE) ohne Ausfallerscheinungen souverän ersetzt. Er ist wohl der meistbeschäftigste Mann in dieser Nacht.
Ergänzt wird die Crew noch durch Tony Turell an den Keyboards, Steve Vantsis am Bass und last but not least vom blutjungen Backgroundakteur Danny Gillan, den das weibliche Geschlecht als "ssüüsss" beschreiben würde. Er ordnete sich aber mit seinem virtuosen Darbietungen, abwechselnd Background-Gesang und Akustikgitarre, bestens in das Puzzle dieser Truppe ein.

Das gesamte Set gestaltete sich zu einem repräsentativen Querschnitt durch das FISH Solo-Schaffen. Bei der Traumballade Just Good Friends zelebrierte er mit Rocklady Nikki Lamborn einen sehr erregenden erotischen Reigen, das spätestens jetzt die eigenen Frühlingsgefühle erwachten. Besonders beachtlich ist dabei der Wechsel zwischen Harmonie und Powerness. Es ist geradeso als würde man einen Bogen anspannen und gleich wieder durchhängen lassen. Die beiden sind einfach ein stimmliches Traumpaar!
Auch folgende Szenerie beschreibt die besondere Konzertatmosphäre: Der Schotte unterbrach einmal kurz seine Aktionen um sich ein Glas Weißwein auf die Bühne zu ordern, wobei er eine lockere Plauderrunde mit dem Publikum initiierte.
Nach dem regulären Set und dem folgenden frenetischen Beifallsstürmen, ließen sich Fish und seine Mannen nicht lange bitten, um den Zugabenblock mit dem Intro zu Lavender einzuläuten. Es wurde ein Medley präsentiert, bei denen die MARILLION-Fans auch nicht enttäuscht wurden, Market Square Heroes wurde fast in voller Länge mit eingefädelt.
Er lies sich Angesicht der begeisterten Massen noch zu einer letzten Zugabe überreden. Company widmete er den Deutschen, seiner ebenfalls deutschen Ehefrau und seiner Tochter "in der ein Teil von ihm als Herz schlägt".

So fand wieder ein bewegendes Konzert nach 115 Minuten sein denkwürdiges Ende. Fish ist doch ein großer Poet des Progressive- Rock!
In Bad Salzungen war an diesem Abend die Welt noch in Ordnung, bis man wieder in die stürmische Nacht entfliehen musste, in eine reale Welt aus religiösen Zwist, Machthunger, Missgunst, Egoismus und nackte Existenz.
Rock'n'Roll will never die!
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