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Konzertbericht:
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Hier im HoR hat sich ja mittlerweile ein kleiner BEATALLICA-Fanclub gebildet. Jüngstes Mitglied ist seit ein paar Tagen der Schreiberling dieser Zeilen. Nicht etwa, weil sie eine neue musikalische Erfahrung wären, dazu war es einfach zu laut - deutlich über der Schmerzgrenze. Nein, ich habe selten eine dermaßen lockere Band erlebt. Sänger Jaymz Lennfield steht vor dem Gig an einem der Tische und überlegt sich die Setlist. Daneben plaudert Bassman Kliff ganz cool mit ein paar Fans - völlig entspannt und relaxt. Nach dem Gig fanden sich BEATALLICA zu einem kleinen Umtrunk im Kreis der knapp 90 Fans ein, um den Abschluß dieser sehr erfolgreichen Tour, die sie zum zweiten Male innerhalb eines Jahres durch halb Europa brachte, zu feiern. Als Support waren die eisenharten Jungs der Saarbrücker Mofa-Gang, stadtbekannt und gefürchtet, MÖFAHEAD angetreten. Zudem hatten sie sich Verstärkung geholt .... die drei Gesangs-Luder, die MÖFACATS, schleuderten ihre optischen und ohr-ralen Reize durch den Saal. MÖFAHEAD mußte bislang so manchen Rückschag verkraften: zunächst raubte ihnen eine weltbekannte Metal-Band Namen und Logo, danach mußten einzelne Mitglieder der Band sich mit Solokarrieren selbst verwirklichen und weltweit durch die größten Stadien touren. Schön, reich und berühmt traf man sich in der Weltkulturhauptstadt Saarbrücken erneut und kam überein, die großartigste Mofa-Band des Universums zu starten. 2003 kam ihre erste Scheibe "Möfahead Saarland" heraus, die nur durch unwürdige Mauschelein der Musikmafia daran gehindert wurde, in Rekordzeit # 1 der deutschen Album-Charts zu erreichen.
Man singt deutsch, um die sozialkritische 'Message' der Texte besser 'rüberbringen zu können. Themen gibt's in unseren Zeiten zuhauf: Tempolimit für Mofas, die Feinstaubdiskussion, der 'Klimakiller' Mofa, die endlose Litanei über das 3-Liter-Mofa, um jetzt nur einige kurz anzureißen. Auch die soziale Kälte unserer Tage, in denen junge Menschen auf anonym-gesichtslosen, unidendifizierbaren Flugobjekten nicht unähnlichen, Vehikeln durch die Strassen rollern, wird thematisiert. Die Songs von MÖFAHEAD sind eine einzige Hommage an die gute, alte Zeit, als man noch langhaarig und mit alternativen Rauchwaren zugedröhnt ["Gammler" ist der Fachausdruck!!] auf Mobylettes, Garellis oder VeloSolex durch die Gegend knatterte. Mofa-Rocker, das war in diesen Zeiten eine Lebenseinstellung - lang ist's her, doch MÖFAHEAD arbeiten emsig an einer Renaissance.
Ach ja, Mussigg gab's ja noch dazu: nun, vor allem war's laut, sehr laut - hart wie, nein härter als, meine Leber. Schrill und bunt war's auch - Szenen infantiler Freude an der Musik gab's ebenso, wie zum Weinen schöne Augenblicke. Kurz gesagt, mir wurde warm im Schritt .....
Zu BEATALLICA brauche ich nun wirklich nicht mehr viel zu schreiben, das hat Kollege Litges bereits zur Genüge getan. Auch zu Wort sind sie im HoR bereits gekommen - ein undankbarer Job für mich, auf diese feinen Berichte noch einen 'draufzusetzen. Ich versuch's gar nicht erst .....
Nun brauche ich ganz sicher nicht noch einmal zu erwähnen, daß BEATALLICA Beatles-Songs metallica-mäßig verwursten, und daß sie das auf ziemlich geniale Weise anstellen, ist mittlerweile ebenfalls ein ziemlich alter Hut. Als bekennender BEATLES-Hasser kann ich nur sagen: besser haben Lennons und McCartneys Songs nie geklungen! [Wie wahr, wie wahr...]
Den Fans gefällt's auch: mit dem ersten Ton ist eine Bombenstimmung da, die Songs ihrer aktuellen Scheibe "Sgt. Hetfield's Motorbreath Pub Band" werden begeistert mitgesungen. Spätestens bei Hey Dude ist die Stimmung auf dem Siedepunkt, wobei eigentlich mein Favorit For Horsemen war und ist.
Die Jungs sind auf der Bühne ständig in Bewegung und die Kommunikation mit den Fans ist bestens. Es darf reichlich über ihre Späße gelacht werden. Zwar etwas müde nach 17 Gigs in 18 Tagen, geben sie -ganz Vollprofis eben- noch einmal so richtig Gas. Basser Kliff ist am dauer-bangen, Gitarrist Grg ist exzellent aufgelegt - seine Soli haben Wucht und Biss, Ringo haut wie ein Tier in die Felle und Jaymz klingt exakt wie der Sänger METALLICAs, James Hetfield, und sieht zudem mit seiner Nickelbrille John Lennon zum Verwechseln ähnlich. Es war ein denkwürdiger Abend in Saarbrücken: BEATALLICA erzeugte auf der Bühne ein Fegefeuer und danach genossen die Jungs das bierselige Bad in der Menge. Tatsächlich sah man niemanden ohne breites, debiles Grinsen die Lokalität verlassen und BEATALLICA wird gerne wiederkommen, da bin ich mir ziemlich sicher. Steve Braun, (Artikelliste), 26.12.2007
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