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Interview: |
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Ich bin an diesem Mittwoch schon eine Stunde vor unserem verabredeten Termin in Frankfurt und finde mich einfach mal in dem Hotel der Band ein. Ein kurzer Anruf bei Mick Brown, dem Tourmanager, und ein paar Minuten später sitzt er schon mit mir in der Hotel-Lobby. Wir unterhalten uns nahezu eine Stunde und er gibt mir schon vorab einige Informationen. So dass zum Beispiel die Erstauflage der "Out Of Mothballs" CD absolut ausverkauft ist und auch auf dem Rest der Tour wohl keine mehr verkauft werden können. Home of Rock: Dan, Du verbringst in den letzten Jahren immer mehr Zeit in Deutschland. Was ist der Grund dafür? Dan Baird: Keine Ahnung, irgendwie hat sich das einfach so entwickelt. HoR: Ich meine, ich bin ja froh darüber Dich hier zu haben... D.B.: Dankeschön und ich bin froh einen Platz zu haben wo ich auftreten kann. HoR: Wie kommt's? Ist es für Dich einfacher in Deutschland/Europa zu spielen? D.B.: Es ist einfach so: Ich gehe nicht auf Tour in Amerika. HoR: Warum? D.B.: Weil es sehr schwer ist mehrere Auftritte für eine Tour zusammen zu kriegen, da die Leute dort sich nicht sonderlich für dich interessieren wenn du nicht gerade eine CD veröffentlicht hast, die in den Medien groß beworben wird. Es sei denn du bist ein "Kultureller Held" wie Bruce Springsteen oder Neil Young. HoR: Du trittst relativ oft als Produzent in Erscheinung... D.B.: Ja, ich mach da schon einiges, aber ich würde gern sogar noch mehr machen. Das ist etwas, das ich wirklich sehr gerne tue. HoR: So bist Du sehr beschäftigt über die letzten Jahre... D.B.: Ja, ich bin ein beschäftigter Junge: "a busy Dan is a happy Dan". HoR: Teilweise brauchte ich bei der Suche nach CDs nur zu schauen, was Du produziert hast. "Aha, was ist das: MOUNT PILOT?" D.B.: Ja, das war auch so eine Geschichte... HoR: Was wurde aus der Band? D.B.: Ach, sie haben sich aufgelöst, der Gitarrist und der Organist wurden gefeuert und..., na ja, wie auch immer, es ist "a big mess"! (lacht) HoR: Was gefällt Dir in Deutschland bzw. in Europa? D.B.: Zunächst einmal haben wir hier ein Publikum, das versteht was wir machen, dem es gefällt und das nicht vergisst! In Amerika..., ja wie soll ich sagen... : "I hope their dicks are longer than their memories" (lacht). (Der letzte Rest an Anstand verbietet mir die Übersetzung) HoR: Ihr hab euch doch damals erst "reformiert", nachdem Keep Your Hands To Yourself ein Hit wurde, oder? D.B.: Ja, das stimmt. Zunächst war es gar kein Hit, aber irgendjemand hat es dann drüben in England veröffentlicht, es wurde ein Hit, tja, da mussten wir dann wieder ran. HoR: Ein Grund für meine vorige Frage nach Deutschland war: Ich habe ein Statement von Gary Rossington gelesen, in dem er sich darüber beschwert, dass die Deutschen die (englischen) Ansagen von Johnny Van Zant nicht verstehen würden und somit nicht darauf reagieren. D.B.: Nun ja, die Sache ist die: Entweder man macht halt weniger, bzw. "einfachere" Ansagen, oder man erwartet gar nicht erst das man verstanden wird. HoR: Kannst Du dich noch erinnern, ungefähr vor zehn Jahren hast Du hier in Frankfurt in einem kleinen Club I Love You Period auf deutsch gesungen... D.B.: Oh mein Gott, das war hier? HoR: Ja. D.B.: Das war so lustig. Wir wollten ja das Publikum zum singen in Englisch kriegen und Mauro, der übrigens mal für ein Jahr in Deutschland gelebt hat, lass dich nicht von ihm täuschen, er spricht gut Deutsch, meinte sie sind so verlegen weil ihr Englisch nicht so gut ist. Also kam ich mit der Idee: WIR singen einfach auf Deutsch, dann sehen sie wie schlecht wir das machen und sind vielleicht nicht mehr so zurückhaltend. HoR: Okay, Dan, Du hast vor einiger Zeit ein Live-Album veröffentlicht. Wie kam es dazu, es war ja Dein erstes? D.B.: Die Sache ist die: Es wurden vom Publikum immer wieder Shows von uns mitgeschnitten, als Bootleg, und ich bekam eins davon zu hören und es klang furchtbar. Also, ich meine, nicht das Spielen sondern der Sound. Also haben wir gesagt nehmen wir doch einfach mal ein paar Shows auf, um festzustellen wie wir tatsächlich klingen. So haben wir in diesem Club in Bern eine DAT-Aufnahme gemacht. Die klang dann ziemlich gut, aber noch etwas dumpf. Ich hab sie dann mastern lassen und da kamen dann die ganzen Höhen und Bässe zum Vorschein. HoR: Aber es klingt gut. D.B.: Ja, es klingt gut. Ich meine, es ist schmutzig, es ist live, es ist laut, es sind ein paar Fehler drauf - nicht zu viele. Keine Entschuldigungen, es ist eine echte Live-Aufnahme. HoR: Ich nehme mal an, Du wirst nicht über die SATELLITES reden wollen? D.B.: Doch, das ist schon okay. HoR: Deine Tour ist ja angekündigt als "The Heart Of The Georgia Satellites". Weist Du, dass Rick Richards und Rick Price gerade in Amerika als Georgia Satellites touren? D.B.: Ja, ja, ich weiß. HoR: Ist irgendwie schwer für mich zu verstehen... D.B.: Ja, und es ist ebenso schwer für mich zu verstehen. Ich kümmer mich aber da nicht groß drum. Als ich erfuhr, das meine Tour als "Heart Of The Georgia Satellites" gebucht war, sagte ich noch: "Aber..., aber...", aber war schon gelaufen. Solche Sachen passieren halt. HoR: Wie wär's mit Hard Luck Boy? D.B.: Mmmh, da haben wir nicht dran gearbeitet. Ich schätze Keith und Ken würden nicht den kompletten Song können. Ich nehme an, wir könnten es schon spielen, aber wir müssten es erst noch mal proben und ich möchte es nicht vor dem Publikum ausarbeiten. Wenn wir eine Coverversion in der Show spielen und bringen sie schlecht - na gut. Das ist dann eine andere Geschichte. HoR: So, noch eine Zigarette, dann müssen wir wohl zurück... D.B.: Nochmal kurz zu den Satellites: Die Situation ist einfach sehr viel schwieriger zu verstehen als ich es erklären kann. (Aus der einen Zigarette wurden natürlich noch mehr, denn Dan ist einfach ein wunderbarer Gesprächspartner und mit einer Frage hat man schon Gesprächsstoff für zehn Minuten. Mit der nächsten Frage hatte ich ihn dann auch gleich wieder "am Wickel") HoR: Gut, ein Frage zu Deiner Gitarre. Das ist immer noch dieselbe alte Gitarre, oder? D.B.: Ja, dieselbe alte Gitarre. HoR: Aber die Tonabnehmer wurden offensichtlich mal ausgetauscht. D.B.: Ja, vor etlichen Jahren wurden beide Pickups erneuert. Als ich diese Gitarre erhielt, war es eigentlich eine "Fender Esquire", mit nur einem Pickup. Unter dem Schlagbrett war aber eine Ausfräsung für einen zweiten Tonabnehmer. Also wurde ein zweiter installiert. HoR: Okay, letzte Frage: Ich weiß nicht ob Du davon gehört hast, aber vor einigen Wochen hat jemand so um die 50.000 Dollar gezahlt für das Geheimnis um wen es in dem Song You're So Vain von Carly Simon geht. Gibt es einen Song von Dir von dem Du nicht möchtest das jemand heraus findet, um wen es darin geht? D.B.: Uuuh..., "Younger Face", alle drei Strophen sind über unterschiedliche Personen. HoR: Und das willst Du also nicht verraten? D.B.: Mmmhh... HoR: Na gut, also nicht... D.B.: Also gut: Rick Richards, Warner Hodges and me. HoR: Ah, Du kennst Warner Hodges? D.B.: Na klar, wir waren schon zusammen auf der gleichen Tour. Er hat auch eine neue Band THE DISCIPLES OF LOUD. Eine wirklich lustige Truppe und, god-damned, was für eine tolle Zeit die haben wenn sie rocken. HoR: Wie sieht's mit Deiner aktuellen Truppe aus, ist eventuell eine CD geplant? D.B.: Das ist die nächste Frage. Wie es weiter geht. Aber da hängt soviel wieder hintendran. Was kostet das, wer ist bereit Geld dafür zu investieren, und so weiter. HoR: Okay, Dan, vielen Dank für das Gespräch. HoR: Mauro, Magellan klingt sehr italienisch für mich... Mauro Magellan: Portugiesisch. HoR: Hast Du Vorfahren aus Portugal? M.M.: Aus Brasilien. Meine Eltern sind allerdings typische Miami-Leute. HoR: Warst Du schon mal in Brasilien? M.M.: Ja, vor ca. 30 Jahren war ich mal da. Nächstes Jahr werde ich wieder mal hinfahren. Ich hab ganz schön Angst. HoR: Kann ich mir vorstellen... M.M.: Das glaub ich nicht. (lacht) HoR: Ich habe gehört, Du wirst eine Solo-CD heraus bringen? M.M.: Nein, es ist keine "Solo-CD", ich hab da 'ne ziemlich gute Rock/Blues-Band bei mir zuhause. HoR: Mauro Magellan kann leise spielen? M.M.: Ja. Glaubst Du das nicht? HoR: Schwer vorstellbar wenn man Dich mit den Jungs hier auf der Bühne sieht. M.M.: Tja, was soll man machen. Das passiert halt. Ich glaube heute Abend werde ich auch etwas kaputt machen. Ich fürchte. HoR: Neben der Musik malst Du ja auch. M.M.: Ja, ich mache hauptsächlich Design-Arbeiten für Bier-Firmen. Labels und solche Sachen. HoR: Du hast mal in Deutschland gelebt? M.M.: Ja, im Schwarzwald. Ich bin da viel herum gefahren, in die Schweiz, nach Holland, Italien und noch etliche Länder. Wie im Urlaub halt. HoR: Was gefällt Dir denn in Deutschland? M.M.: Ach, ich denke die europäische Mentalität ist nicht so kommerziell ausgerichtet wie bei den Menschen in Amerika. Außer bei den Kids. Die scheinen überall gleich zu sein. HoR: Okay, Mauro, dann noch viel Spaß hier und eine gute Show heute Abend. HoR: Ken, die Tour ist als "The Heart Of The Georgia Satellites" angekündigt, aber nachdem Du dabei bist, könntet Ihr doch auch mal einen Deiner Songs spielen. Ken McMahan: Naja, wir spielen hauptsächlich Songs von Dan und den Satellites und ich mag das auch so. Ich bin nur der Gitarrist und zum Teil Background-Sänger und das macht mir viel Spaß. HoR: Wie geht es eigentlich mit den DUSTERS weiter? K.McM.: Nun, wir haben ja im Frühjahr in Europa getourt und der nächste Plan ist ein Live-Album zu machen. Anfang nächsten Jahres. Da werden da auch von den früheren Scheiben, die heute nicht mehr zu kriegen sind Songs mit drauf sein. HoR: Als Solo-Artist hast Du ja nie eine Live-CD veröffentlicht. Warum? K.McM.: Oh, keine Ahnung. Ich war wohl einfach zu beschäftigt mit meinen Studio-Aufnahmen. HoR: Dieser Peavy 5150 Verstärker draußen auf der Bühne ist nicht Deiner, oder? K.McM.: Nein, der gehört der Vorgruppe. Ich habe auf dieser Tour keinen Verstärker dabei, im Gegensatz zu Dan. Ich benutze was gerade verfügbar ist. Normalerweise mag ich Marshall's für die großen Bühnen, oder auch Fender's oder AC 30's (Vox). Hauptsache es ist ein guter Röhren-Verstärker. Transistor-Verstärker klingen einfach nicht gut für mich. HoR: Gut, dann hoffe ich Dich nächstes Jahr auch in Deutschland zu sehen. K.McM.: Ja, das auf jeden Fall ein Teil des Planes. Leider ging das kurze Gespräch mit Keith Christopher im allgemeinen Backstage-Trubel dann etwas unter, aber ich erfuhr immerhin, dass auch er eine Solo-CD, seine erste, plant und wohl noch dieses Jahr aufnehmen will. Es werden wohl diverse Musiker aus dem New Yorker Umfeld involviert sein. Am liebsten wären Keith zwar die Jungs mit denen er gerade auf Tour ist, aber wie er selbst sagt, würde es dann wohl genauso klingen wie eben diese Band nur mit "wrecked vocals". Epi Schmidt, (Impressum, Artikelliste), 27.08.2003
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