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Das Jahr 2004

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Alle Jahre wieder bete ich, dass der Krug diesmal an mir vorüber zieht, aber da kennen die Kollegen kein Erbarmen. Und jetzt auch noch als Aufsatz. Horror pur, konnte ich schon als Pennäler nicht ab, aber gut:
Mein schönstes Erlebnis 2004: Hm, da war eigentlich nix, Klappe zu Affe tot und tschüß ;-)

Nein, ganz soooo schlimm war's dann auch wieder nicht, obwohl rein musikmäßig der ganz grosse Knaller für meinen Geschmack nicht auf den Plattenteller gekommen ist. Einiges war gut, manches ok aber das meiste ging in ein Ohr rein und durchs andere wieder raus und abgeharkt.
Erwähnenswert wären vielleicht AYREON - "The Human Equation", FEINSTEIN - "Third Wish", NIGHTWISH - "Once", ICED EARTH - "The Glorious Burden", Hubi Meisel - "EmOcean" oder ganz frisch Jon Oliva's PAIN - "Tage Mahal", letzteres allerdings wohl nur in Ermangelung einer neuen SAVATAGE. Eine neue TRANS-SIBERIAN ORCHESTRA Weihnachts-CD hat es auch gegeben und die war gar nicht mal schlecht, allerdings hatte ich den Eindruck, dass die einfach aus übrig gebliebenem Material der Vorgänger zusammengeschustert worden war und das gibt natürlich Abzüge in der B-Note und wird deswegen hier nur am Rande erwähnt.

Eine Aufzählung der Enttäuschungen erspar ich mir hier, würde auch zu weit führen, außerdem hatte ich von vielen auch nichts anderes erwartet. Ein paar davon kann man im Crosscheck nachlesen.

Konzertantes Highlight und jetzt auch auf DVD war natürlich RAGE im Jänner, die OYSTERBAND als RUNRIG-Ersatz waren weit mehr als das, insofern sie auch hier Erwähnung finden und natürlich das ARROW ROCK FESTIVAL, sowohl als Highlight als auch zum Abgewöhnen. War das ACRF im Jahrhundertsommer 2003 wahrscheinlich die Krönung der Dekade, so konnte der aufgeblähte Nachfolger im Monsun 2004 diesem nicht das Wasser reichen, bildlich gesprochen, denn in echten Litern natürlich mehr als genug.

Persönliches Highlight war natürlich der Aufstieg von Rot Weiss Essen in die 2. Bundesliga. Nach ziemlich durchwachsener Hinrunde in der Regionalliga-Nord 2003 sah's ja zuerst nicht danach aus, aber am Ende wurde es doch noch ein triumphaler Durchmarsch mit einem phänomenalem Tore- und Punkteverhältnis. Liga-Rekord. Zur Zeit sieht's allerdings wieder düster aus. RWE musste auf dem letzten Tabellenplatz überwintern. Allerdings ist das Feld noch eng beieinander und mit einem Sieg kann man fast ins Mittelfeld springen. Die Mannschaft wurde gezielt mit gestandenen Bundesliga-Profis verstärkt und somit besteht durchaus begründete Hoffnung auf einen erfolgreichen Abstiegskampf.

Im Kino war ich letztes Jahr nur in "Herr der Ringe Teil 3" und fand ihn wie erwartet gut.
Die Ticketpreise für Kino und ein wenig Getränke und Knabberspaß lassen den Kinoabend zum Luxus werden, den man/frau sich nur zu außergewöhnlichen Anlässen erlauben kann, da kauf ich mir lieber ab und zu eine DVD oder gönne mir Premiere. Bei "Kill Bill" muss ich Joachim widersprechen, zumindest Teil 1 ist m.E. Kult, den zweiten Teil kann man aber getrost in der Pfeife rauchen. "Troja" fand ich eigentlich auch nicht schlecht. Absolutes Highlight auf DVD "Das Wunder von Bern" mit vielen interessanten Extras.

Bester Song des Jahres ist ganz klar Schnappi, das kleine Krokodil.

Mein Lieblings Romanheld, der Bostoner Privatdetektiv "Spenser" von Robert B. Parker wird seit geraumer Zeit von deutschen Verlagen nur noch sehr stiefmütterlich behandelt obwohl in USA regelmäßig Neuerscheinungen auf den Markt kommen. Dagegen präferieren die Verlage unverständlicherweise diverse Spin Offs wie z.B. "Sunny Randall", eine Art weiblicher "Spenser", nicht schlecht aber eben nur eine Kopie. In unserem letzten Urlaub habe ich deshalb eine interessante Alternative entdeckt. Der Hotelier hat da so eine Art Grabbeltisch mit dem zurückgelassenen Lesestoff der abgereisten Gäste. Da findet man u.a. auch internationale Schätze wie z.B. eine Neal Young Biographie, aber eben auch James Lee Burke. Ich kannte den Namen vom Hörensagen und ich glaube auch mal eine seiner Romane verfilmt gesehen zu haben, gelesen hatte ich aber bisher nichts. Seine Romane spielen häufig in den Sümpfen von Louisiana, New Orleans oder Umgebung, die zentrale Figur ist der ex City-Cop Dave Robicheaux, den es aus der Stadt aufs Land verschlagen hat und der nun zwischen Anglerbedarf und Bootsverleih nach wie vor mit kniffeligen Mordfällen zu kämpfen hat. Kann ich nur empfehlen.

Ach ja, Urlaub. Wieder mal Kreta und wieder mal fantastisch. Die Insel ist für meinen Geschmack einfach nicht zu toppen. Von tropischen Palmenstränden bis hin zu schneebedeckten Gletschern bietet dieses mediterrane Juwel alles was das Herz begehrt und das zu mehr als zivilen Preisen. Zu einem Bruchteil von dem, was die gastronomischen Abzocker hierzulande für etwas verlangen, was sie für griechische Küche halten, bekommt man dort die herrlichsten, traditionellen Spezialitäten geboten. Den Ratzeputz für hinterher gibt's gratis und nennt sich Raki, was soviel wie Schnaps bedeutet. Der kretische Raki ist am ehesten vergleichbar mit einem Grappa und wird überwiegend schwarz gebrannt, dazu selbstgemachter griechischer Wein oder ein einheimisches oder Importbier, wohl bekommt's. Was nicht heißt, dass ich mich anschließend nicht wieder auf ein gepflegtes Stern Pils zu Hause freue.

Für mich als US-TV-Serien-Junkie gab's 2004 erfreulicherweise mehr als genügend erstklassige Alternativen, so dass es mir hier leicht fällt, ein paar Highlights zu nennen. Aussergewöhnlich ist z.B. das neue Konzept von Premiere, kurz nach Serienstart in den USA eine Serie im Original auf den deutschen Bildschirm zu bringen und dazu noch eine wirklich gute wie "Lost". Von den Machern und Produzenten der nicht minder erwähnenswerten "Alias", erzählt "Lost" von einer Gruppe von Menschen, die nach einem Flugzeugcrash auf einer geheimnisvollen Insel im Pazifik ums Überleben kämpfen. Nach und nach finden sie heraus, dass sie auf der Insel nicht allein sind und dass "menschliche" Feinde noch ihr geringstes Problem zu sein scheinen. Intelligent, spannend, mysteriös und mit großem technischen und finanziellen Aufwand in Szene gesetzt.
Neben den üblichen Verdächtigen wie u.a. "Enterprise", "Stargate" oder "J.A.G.", einer weiteren Staffel "24" sowie den Newcomern "Without A Trace" und "Cold Case" gab es mit "The Shield" noch ein weiteres, echtes Highlight der Saison. Knallharte Cop-Action um Korruption, Auftragsmord, Drogenhandel etc. innerhalb einer Sondereinheit eines Polizeireviers, anscheinend zu hart für den Sender, der die Serie bereits nach kurzer Zeit wieder aus dem Programm genommen hat.

Jetzt hab ich mich doch schön verquasselt obwohl ich doch eigentlich nichts zu sagen hatte.
Zu Naturkatastrophen, Flutwellen, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Krieg, Folter oder Hatz IV gäb's sicher auch was zu sagen aber mein Thema war ja "Mein schönstes Erlebnis 2004" und nicht die "Chronik des einundzwanzigsten Jahrhunderts", also mach ich jetzt hier Schluss und hol mir ein leckeres Stern Pils aus dem Kühlschrank. Vielen Dank übrigens an die Brauerei, die entgegen dem Trend, die Preise gesenkt hat, auf sage und schreibe 6,99 Euro die Kiste in ausgewählten Märkten. Das Angebot von König Pils, bei Kauf von zwei Kisten eine DVD "Independence Day" im Directors Cut beizugeben ist aber auch erwähnenswert wie ich finde, weiter so.

Na dann Prost, auf 2005. Live long and prosper.

Ralf Frank, (Impressum, Artikelliste), 16.01.2005

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