|
|
| A Life Within A Day,Esoteric Antenna / Cherry Red, 2012 |
| Chris Squire |
Bass, Vocals |
| Steve Hackett |
Guitar, Vocals |
| Roger King |
Keyboards |
| Jeremy Stracey |
Drums |
| Amanda Lehman |
Background Vocals |
|
Länge: 46 Min 13 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. A Life Within A Day | 6. The Summer Backwards |
| 2. Tall Ships | 7. Storm Chaser |
| 3. Divided Self | 8. Can't Stop The Rain |
| 4. Aliens | 9. Perfect Love Song |
| 5. Sea Of Smiles |
 |
Wenn zwei solche Heroen des Prog, die jeweils ihre Bands maßgeblich mitgeprägt haben, zusammen kommen, erwartet man keinen Heavy Metal sondern eben auf irgend eine Art und Weise YENESIS oder GES. Interessant auch, wie sich das mehr sphärisch-weiche der GENESIS Musik mit dem durchaus eher rockigen des YES Weltraums vereint. Oder nicht - haben die denn überhaupt noch was zu bieten - BOFs die sie sind?
Haben sie. Vorneweg - selbst die mid-tempo Nummern sind zurückhaltend, die Nadel zeigt auf sanft-melodisch-melancholisch-episch, die Produktion ist entsprechend, aber klar und differenziert und ausgewogen - es wird weder der Bass noch die Gitarre ungebührlich hervorgehoben. Die Vocals erinnern and Jon Anderson, sind zumeist im Sopran angesiedelt, hymnische Chöre sind ein oft benutztes Stilmittel und betonen das melodische der Musik.
Die wird da aber auch nie wirklich schneller als eben mid-tempo, aber die Drums sorgen schon für den nötigen Drive. Gleich das Eingangsstück wartet mit dräuenden, an arabische Musik erinnernde Riffstrukturen auf. Die gehen über in von Hackett's lang gezogenen Gitarrenlinien getragenen Hooklines, und alles in allem erinnert das an Mike Batt's Ride To Agadir, allerdings nicht ganz so pop-mäßig orientiert. Zumal im Instrumentalteil YES-typische Riffs und Breaks zum Tragen kommen, ja sogar (up-tempo!) jazz-rockige Strukturen eingesetzt werden. Also durchaus vielseitig und ansprechend, und kein Wiederkäuen von Bekanntem (ok, die Steve Morse Gitarrenlinien zum Ende hin käuen schon) und somit wirklich gut. Tall Ships stampft und zerrt gar, ist leicht funky, hat hier eine Synth Verzierung, und liegt mit seinen Guitarsynth-Solos nahe an - man glaubt es kaum - der CLIMAX BLUES BAND oder an Mike Oldfield. Ab und an lässt Squire den Bass etwas deutlicher brummeln, aber hier ist Songwriting und nicht instrumentale Exaltiertheit angesagt. Akustik Gitarren Sprengsel ... - ei, ist denn schon Chrishowe?
Divided Self könnte auch von BARCLAY JAMES HARVEST sein, ist etwas weich. Und noch eine Vokalspur, ist man geneigt zu rufen. Aber trotzdem gefällig und gut gemacht, schwelgerisch und träumerisch, und Hackett darf lange sein Können zeigen. Aliens ist YES-Anderson-geprägt bis hin zu den verschwurbelten Texten und dann wird es mir doch etwas zu schwülstig und melodie-selig. Dann doch lieber Sea Of Smiles mit seinem Glockenspiel und etwas vertracktem Aufbau, und wenigstens kommt Schwung in die Sache. Obgleich auch der Einsatz von unterschiedlichen Schlaginstrumenten nur bedingt Drive bringt. The Summer Backwards taucht wieder tief in den Melodiepott und -schwulst. Hoppla, jetzt aber: The Storm Chaser erinnert an "Big Generator"-Zeiten - ruppiges Gitarrenriff, wuchtige Drums, und Squire deutlich am Knurren. Aber wie auch immer: die Vocals wieder bei Anderson, und eher monoton als vielfältig. Aber hier wird wirklich Musik auf hohem Niveau geboten.
Tja, und dabei bleibt es - bis zum Ende wird nun in der oben beschriebenen Art musiziert. Das ist sehr unterhaltsam, weder zu sehr an YES noch an GENESIS angelehnt, und abgesehen von einigen zu tiefen Griffen in den klebrigen Schwulst auch schlank und reizvoll. Sollte nicht nur, aber sicher auch den Fans der beiden Home Bands gefallen.
Die Platte gibt es als CD, CD/DVD und limited und numbered Vinyl Edition.
|