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The Ballad Of The Starchild

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The Ballad Of The Starchild
The Ballad Of The Starchild, TeePee Records, 2012
Ryan Lee Lugar Guitars, Tambura, Vocals
John Preston Bundy Bass, Vocals, Piano, Synthesizer
Eli Pizzuto Percussion
Johnny Weingarten Lead Organ, Electric Piano, Mellotron, Lap Steel
Länge: 26 Min 34 Sek Medium: EP
1. Sentry of Skies4. The Starchild
2. Lands Unknown5. Exit Theme
3. History's Son

Vor zwei Jahren debütierte das Psychedelic-Heavy-Rock-Trio NAAM aus Brooklyn mit einem namenlosen Album auf dem New Yorker Label Tee Pee. Jetzt gibt es eine EP - und das fängt an und erinnert an Peter Sarstedt selig mit seinem "Where do you go to my lovely ..."- Folk Protest Song. In der Mitte dann, wenn man schon die Spüli-Blumen rausholen und an den Kühlschrank kleben will, setzt die Band monumental ein und gesetzt-bluesig wird das Stück leicht psychedelisch zu Ende gebracht; oder fast, denn es geht in den zweiten Track über, und jetzt wird es richtig monumental-monoton, es fliegen Melodiefetzen, Keyboardsprenkel und sonstige Musikfragmente vorbei, rechts links - und in der Mitte macht sich der Bass breit und gibt kein Stück nach. Das erinnert an meine Lieblinge, die Octopussys von AMPLIFIER, und natürlich an FLOYDsche Flüge in die Sonne; an early-70ies Krautrocker und ist ansonsten, wenn man nicht der Depression anheim fällt, kraftvoll, gut und inspirierend.

History's Son liefert ein kurzes Intermezzo mit Tribal Drums und Sitar, es dräunt der Synth, und The Starchild bietet dann wieder stark verhallt Vocals und monotone Guitarriffs, die wie zuvor bei Lands Unknown dieses Spacefeel erzeugen. Das Ganze endet wieder in dieser sich langsam verändernden Jam Orgel-Guitar-Drum Session.

Das ist nicht notwendigerweise nett, aber groovy, hypnotisch und einfallsreich. Das Exit Theme zum Abschluss etwa ist dann einfach ein Keyboard Solo. Wären wir noch in the time of hope and glory of rock music, würden diese Jungs Karriere machen und als the next great thing hochgepuscht werden. So sind sie einfach ein merkwürdiges Trio (das wohl jetzt vier Mitglieder hat), das gleichzeitig bemerkenswert ist und das man sich, wen man nur ein wenig Vorliebe für schöne Schizobroken hat (ohne gleich beim möglicherweise kakophonen Chaos von KING CRIMSON zu enden), unbedingt nach der Devise "Home is where my ear is" antun sollte. Beeindruckend, wie unbeeindruckt von aktuellen Strömungen hier musiziert wird, wobei ja auch bemerkenswert ist, dass es gar keine unaktuellen Strömungen geben kann, wenn 'retro' eine 'aktuelle' Form der Musik ist (they call it Aufwärmen - howzat for rock'n'roll?). Aber das ist nicht retro - die machen einfach, hier.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 04.05.2012

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