|
|
| Haunted Spirit, 7Hard, 2010 |
| Ignacio Lopez |
Bass |
| Dimitris Melidis |
Keyboards |
| Jason Mercury |
Guitars |
| Nick Parotidis |
Drums |
| Dimitris Zacharopoulos |
Vocals |
| Gäste: |
|
| Iro Kalligeri |
Background Vocals |
| Bob Katsionis |
Guitar |
| Produziert von: Bob Katsionis & Minuetum |
Länge: 46 Min 17 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Sky Minuet | 6. Hero Divine |
| 2. The Dark Half | 7. Time To Fly |
| 3. The Tribe Is Calling | 8. Ghost King |
| 4. Follow Us | 9. Into The Night |
| 5. Key To Glory | 10. Eternal Twilight |
 |
Griechenland entwickelt sich langsam aber sicher zu einem Land der harten Musikschule. Wenn es stimmt, dass eine Krise die meiste Kreativität freisetzt, dann ist die aufkommende Metal Fraktion aus dem Land des Sirtaki nicht verwunderlich. Und natürlich ist es erfreulich, wenn aus diesem wirtschaftlich und finanziell gebeutelten Land die Welt mit Musik beschallt wird, die weit entfernt ist von dem, was man in weinseliger Laune abends an der griechischen Hotelbar als Folklore verkauft bekommt. CONSTANTINE, CRYSTAL TEARS, FIREWIND und seit neustem MINUETUM. Fünf hochgradig motivierte Mannen wollen mit ihrem Debüt dem geneigten Metaller die Powermetal Riffs um die Ohren hauen.
Damit wäre das Genre schon festgelegt. MINUETUM spielen schnellen Powermetal, wie er auch von CRYSTAL TEARS abgefeiert wird. Der Drummer spielt, als hätte er gleich eine ganze Palette der Batterien „mit dem Kupferkopf“ verschluckt, Jason Mercury an der Gitarre beherrscht das Einmaleins der Griffbrettakrobatik schon ziemlich gut, der Bassmann weiß mit den vier dicken Stahlsaiten dem ganzen Soundgebilde den nötigen Wumms zu verleihen und an den Tasten wird nicht mit symphonischen Elementen gespart.
Fehlt da nicht was? Richtig! Der Sänger – kann zwar singen, ist aber meiner Meinung nach noch in der Ausbildung. Lange Töne bescheren seiner Stimme den Hang zum Leiern, in den hohen Tonlagen fühlt er sich nicht wirklich wohl, was der Grund dafür sein dürfte, dass ebenselbige gern umschifft werden. Druck und Power, wie man ihn für dieses Genre benötigt, sind auch nicht so richtig vorhanden und an der englischen Aussprache sollte auch noch etwas gefeilt werden. Das ganze nervt mitunter genauso wie das teilweise sehr in den Vordergrund gemischte Keyboard oder der etwas flache Drum Sound. Dabei haben bekannte Namen den Gesamtsound zu verantworten. Kein Geringerer als Timo Tollki ist für Mix & Mastering verantwortlich und die Produktion lag in den Händen von Bob Katsionis, der normalerweise bei FIREWIND Gitarre und Keyboard bedient. Bei „Haunted Twilight“ haben sie aber allesamt kein glückliches Händchen bewiesen.
Sicherlich haben Songs wie The Dark Half oder The Tribe Is Calling Ohrwurmcharakter, aber es fehlt eine gehörige Portion Dampf auffem Hammer. In der Mitte hängt der Dreher dann komplett durch, bevor ich bei Ghost King doch noch positiv überrascht werde. Ein richtig geiles Gitarrensolo, was mehr Hardrock als Metal ist, aber eine sehr solide Angelegenheit darstellt. Von guten Gitarrensoli hat es einige. Erwähnenswert noch das in Follow Us – unterm Strich reicht es aber nicht um richtig zu überzeugen. Und um einen Longtrack über 10 Minuten auf Spannung zu halten, bedarf es etwas mehr, als in Eternal Twilight dargeboten.
Bleibt als Fazit: nicht schlecht für einen Einstieg, aber da ist noch jede Menge Luft nach oben, wenn man einen bleibenden Eindruck hinterlassen möchte.
|