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| Double Fantasy - Stripped Down, EMI Records, 2010 (1980) |
| John Lennon |
Vocals, Guitar, Piano, Keyboards |
| Yoko Ono |
Vocals |
| Earl Slick, Hugh McCracken |
Guitars |
| Tony Levin |
Bass |
| George Small |
Keyboards |
| Andy Newmark |
Drums |
| Arthur Jenkins Jr. |
Percussion |
| Ed Walsh |
Keyboards, Synthesizer |
| Robert Greenidge |
Steel Drums, Percussion |
| Matthew Cunningham |
Dulcimer |
| Randy Stein |
Concertina, Conductor |
| Howard Johnson, Grant Hungerford, John Parran, Seldon Powell, George Opalisky, Roger Rosenberg, David Tofani, Ronald Tooley |
Horns |
| Michaelle Simpson, Cassandra Wooten, Cheryl Mason Jacks, Eric Troyer, Benny Cumming Singers, The Kings Temple Choir |
Backing Vocals |
| Produziert von: John Lennon, Yoko Ono & Jack Douglas |
Länge: 93 Min 26 Sek |
Medium: Do-CD |
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| CD 1: 2010 Remaster | CD 2: 2010 Remix |
| 1. (Just Like) Starting Over | 8. Watching The Wheels |
| 2. Kiss Kiss Kiss | 9. Yes, I'm Your Angel |
| 3. Cleanup Time | 10. Woman |
| 4. Give Me Something | 11. Beautiful Boys |
| 5. I'm Losing You | 12. Dear Yoko |
| 6. I'm Moving On | 13. Every Man Has A Woman Who Loves Him |
| 7. Beautiful Boy (Darling Boy) | 14. Hard Times Are Over |
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John Lennon und Yoko Ono hatten im November 1980, als nach langem Hin und Her und großem Ballyhoo endlich ihr neues Album "Double Fantasy" veröffentlicht wurde, natürlich keine Ahnung davon, dass John nur drei Wochen später ermordet wurde. Dreißig Jahre ist das jetzt her. Und am 9. Oktober 2010 wäre Lennon 70 geworden. Zwei Gründe also für die EMI, das Werk John Lennons einmal mehr neu aufzulegen und das "John-Lennon-Jahr" auszurufen. Zu hoffen ist, dass die Neuauflagen der Neuauflagen nun die endgültigen und letzten sind, die Opulenz des 2010er Jahrgangs ist jedenfalls kaum mehr zu übertreffen.
Inwieweit der Sound der bisherigen CD-Ausgaben von "Double Fantasy" noch verbessert/verändert/verschlimmbessert wurde, ist mir nicht bekannt, mir steht nur das originale Album auf Vinyl zum Vergleich zur Verfügung (allerdings fehlen die zwei im Jahr 2000 hinzugefügten Bonus Tracks diesmal). Und das hänge ich nun an die Wand, denn es ist ein Autogramm von Earl Slick drauf. Ja, der spielte seinerzeit als Studiomusiker für Lennon.
Ganz klar ist: Die CD-Version ist dem Vinyl vorzuziehen, das remasterte Werk klingt deutlich organischer und transparenter als das Original. Yoko Ono hatte wohl die Hand über die Neubearbeitung, und hat damit ein klangliches Desaster wie bei den vor einem Jahr erschienen BEATLES-Remasters vermieden.
"Double Fantasy" wurde immer die Anwesenheit von Yoko Ono vorgeworfen. Nach so langer Zeit muss man sich fragen, ob man Lennons sieben Jahre ältere Frau nicht einfach unterschätzt hat. Die beiden waren nicht nur verheiratet, sie waren sich wechselseitig Inspiration und Lebenshilfe - und liebten sich wohl wirklich grenzenlos. Man muss bedenken, dass beide unter unglaublichem Druck standen, er als ehemaliges Mitglied der größten Boyband aller Zeiten mit zwischenzeitlich heftigen Kreativitätsproblemen, sie als "böse Hexe" und kontroverse Avantgarde-Künstlerin. Onos Burlesque-Liedchen Yes, I'm Your Angel war trotz allem Trallala absolut ernst gemeint, genau wie Lennons direkt nachfolgendes Woman (natürlich stand Girl von "Rubber Soul" dafür Pate). Wer könnte diesem wundervollen Liebeslied widerstehen? Mit dem bezaubernd groovigen Dear Yoko setze der verliebte Uhu gleich noch einen drauf. Die beiden trugen ihre Beziehung von Anfang an in der Öffentlichkeit aus, die skurrilen Bed-In Aktionen ein Jahrzehnt vorher waren der Anfang davon. Und dabei kam immerhin Give Peace A Chance heraus.
Kann man über "Double Fantasy" heute böse sprechen? Nein, denn John Lennon hat ein lebensfrohes Album mit ein paar für immer gültigen Songs gemacht. Für die Produktion sind der damalige technische Standard und der Zeitgeist zuständig, wobei die Platte/CD nicht dem seinerzeit üblichen Technik-Overkill erlegen ist. Und die Beiträge von Yoko? Halb so schlimm, denn was sich damals wie Stümperei anhörte, ist heute putzige New-Wave-Musik und nervt deutlich weniger als das affektierte Getue von z. B. Nina Hagen in diesen Jahren.
Die Doppel-CD nennt sich im Untertitel "Stripped Down". Grund dafür ist der von Yoko Ono und Jack Douglas produzierte Remix des Albums. Geschmacklos ist das nicht, aber von Onos Ankündigung, "Johns Stimme so schlicht wie möglich zu präsentieren" und "Abspecken der Instrumentierung" ist nichts zu hören. Im Gegenteil, neu hinzugefügte Chöre und Gitarren, sinnlos laut patschende Trommeln und komische Hall-Effekte sind für ein solches Album purer Nonsens. Cleanup Time war 1980 ein satter Funk, den muss man nicht 2010 künstlich aufpeppen. Schlecht ist dieser Remix keineswegs, aber unnötig. Andererseits mag es für den einen oder anderen durchaus interessant erscheinen, wie Yoko Ono ihre damalige Arbeit heute hören möchte.
Dem Status und der Wichtigkeit von "Double Fantasy" und John Lennon tut dies keinen Abbruch, man sollte diese "Stripped Down"-Version wohl besitzen.
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