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Highway Child

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All Music Guide (englisch)

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Highway Child
Highway Child, Slow Shark Records/VME, 2011
Patrick Heinsøe Vocals
Paw Eriksen Guitar
Christian Norup Bass
Andreas Henriksen Drums
Produziert von: Per Sunding Länge: 33 Min 38 Sek Medium: CD
1. Something New To Get Fooled By7. Love Love Love (I'm Gonna Take It Out On You)
2. Hangman's Blues8. Turn Your Back And Go
3. Shades Of Blue9. Soulmender
4. Real Love10. Love And Let Die
5. Copenhagen Bye Bye11. La Reptation Macabre
6. Play For Soul

Mit ihren beiden ersten CDs waren die entspannten Dänen HIGHWAY CHILD beim Münchner Freak-Label Elektrohasch untergekommen, jetzt versuchen sie es mit dem heimatlichen Kleinbetrieb Slow Shark Records. Musikalisch hat sich im Grunde nichts verändert, die Kopenhagener setzen auf geradeaus nach rückwärts gerichteten Blues Rock aus der Garage, der seine Ursprünge bei den üblichen Verdächtigen der späten Sixties hat. Das ist seit 2005 so und wird mit Sicherheit so bleiben, die vier Zauseln sind viel zu tief im psychedelischen Rhythm & Blues verwurzelt, als dass sich das noch ändern ließe. Aber an der Darbietung könnte man vielleicht noch ein wenig schrauben.

Zwei in der Vergangenheit immer wieder deutlich hörbare Einflüsse, THE BEATLES und LED ZEPPELIN, sind diesmal etwas in den Hintergrund getreten, dafür rücken andere nach, am prominentesten dabei vielleicht THE DOORS. Möglicherweise klingt der eine oder andere Stampf-Blues auch etwas staubiger als auf den ersten Scheiben. Wirklich spektakulär wird "Highway Child" dadurch nicht, im Gegenteil, ab und an wird man sogar ein wenig unaufmerksam, wenn arg traditionelle Klopfer wie Hangman's Blues vor sich hin grooven. Ja, es groovt durchaus, aber eben manchmal in all zu bekannten Gefilden.
Nach einigem Überlegen und Nachforschungen im Internet wird die Sache klarer. HIGHWAY CHILD ist eine absolute Live-Band und braucht entweder den Freiraum eines Auftritts oder wenigstens visuelle Unterstützung durch ein Video. Beispielsweise zum kurzen Banjo-Blues Copenhagen Bye Bye gibt es ein solches Video, und das zeigt den ganzen skurrilen Humor der Bande. Für sich alleine gehört bleibt der Song irgendwie, nun ja, einsam. Zum Glück gibt es aber auch den tricky Bar-Stomper Play For Soul, der mit seiner scharfen Harmonika und dem übersteuerten Saitengezerre zur Halbzeit des Albums wie ein Wecker funktioniert. Love And Let Die, welches natürlich rein gar nichts mit James Bond oder den WINGS zu tun hat (Live And Let Die, 1972), erledigt das kurz vor Schluss noch mal, aber leider bleiben in den nur knappen 34 Minuten Gesamtspiellänge zu viele Lücken für einen ernsthaften Party-Tipp.

Grundsätzlich findet jeder Dänen und Dänemark sympathisch, diese hier sind es besonders, aber "Highway Child" könnte sich möglicherweise erst nach einem Besuch eines Konzerts von HIGHWAY CHILD vollständig erschließen. Im Mai 2011 stehen wieder einige Gigs in Deutschland und Österreich an, dafür kann man eine dringende Empfehlung aussprechen. Und wer dann begeistert ist, sollte sich am Merchandisestand austoben. Die T-Shirts sind nämlich auch cool.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 23.04.2011


 
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