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Bluejay

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Bluejay
Bluejay, Douchedog Publishing, 2010
Doug Henthorn Vocals, Guitar
Wade Parish Drums
Eric Saylors Guitar
Jeff Stone Bass
Gäste:
Joe Bonamassa Lead Guitar (Fine Time)
Chris Stone Background Vocals
Produziert von: Doug Henthorn Länge: 37 Min 00 Sek Medium: CD
1. Bluejay On The Wrenhouse6. Walked Away
2. Fine Time7. Grass And Gasoline
3. Superhot8. You Want It?
4. Move On9. That's Alright
5. System

Schon mal von den Heilenden Sechsern gehört? Die kommen aus Indianapolis, Indiana, und die Tatsache, dass viele möglicherweise noch nichts von dieser fantastischen Band gehört haben zeigt, was alles in diesem Musikbusiness verkehrt läuft, heutzutage. Aber - man kann ja dagegen ansteuern.
Als Steuermann des Lesers tue ich also Kund zu wissen, dass dies die vierte CD [nach 1998 - "Maple", 2002 - "Enormosound" und 2007 - "One Less Friend to Ignore"] dieser Viermannband ist, und dass auf hier einem Track Blues-Hero Joe Bonamassa ein sehr nettes Solo vom Stapel lässt. Muss man erst mal bekommen, Herrn Bonamassa. Die Band hatte übrigens auch schon Herrn Bonham Jr. in ihren Reihen, zu hören und zuhören auf der CD "Enormosound", die ihren Namen zu Recht trägt.

Und der "Blauhäher (auf dem Vogelhaus)" - so der erste Track Bluejay On A Wrenhouse in Deutsch -, was piept er uns (Blauhäher sind bekannt dafür, dass sie andere Vögel nachmachen und so ihre eigenen Kollegen warnen; außerdem sind sie monogam)? Naja, Häher sind ja große Vögel, die piepen nicht, die krähen; insbesondere, wenn sie so viel Erfahrung mit sich bringen wie dieser hier. Allerdings hält er sich zurück - das erste Stück ist eine Akustiknummer, nur Gitarre und Stimme - und, wie wir später merken, eher untypisch. Aber dieser Track gibt Herrn Henthorn, Sänger und Gitarrist, die Möglichkeit, seine sehr gute Bluesstimme - eine von denen, die sehr intensiv daher kommt, sozusagen mit eingebautem Schmerzfaktor - zu zeigen. Fine Time ist dann besagter Bonamassa-Track (nicht, dass sie Herrn B. wirklich brauchten, ihre eigenen Solodarbietungen sind gut genug; aber er macht seine Sache fantastisch und hat ein paar nette Licks zu bieten), ein Uptempo-Blues über einem heftigen Bluesriff. Needless to say, dass hier dann gerockt wird. Superhot hat einen gewissen Soulanteil zu bieten, funkt die frohe Kunde von der heißen Süßen in den Äther. Das ist einer von diesen auf einem Keyboardteppich aufgebauten Shuffles bei denen der Drummer stellenweise irgendwie um den Beat herumspielt; midtempo und sehr spannend, mit enormem Drive und Henthorns Stimme dazu - ein Winner. Dazu noch eine leise Slide - überaus angenehm, diese Dame.
Move On ist ein heftiger Bluesstampfer, erbarmungslos wird der Song hier von diesem Riff voran getrieben, bis hin zum Versuch der Drums, diese Rhythmusgitarre aus der Ruhe zu bringen - aber nix zu wollen. System ist schon eher funky, hat auch wieder eines diese klassischen Bluesrock Riffs, und gehört zusammen mit dem vorigen zu jenen, bei denen die Band ihre Vorliebe für die geliebte Monotonie austobt (wobei ich hier nicht 'langweilig' als Synonym verstanden haben möchte). Ein richtig schön fetter Bluesrocker dann mit dem shuffeligen Walked Away, Basstupfer und Dicke-Hose-Gitarrenriffs eingeschlossen.
You Want It? ist dann plötzlich ein 70er Rocker über diesem archetypischen Riff (merkwürdigerweise mit etwas schwachem Bass, dafür aber sehr gutem Refrain und einem starken Groove). Das Ding als Opener auf irgendeinem Konzert, und ab geht die Minna, die Gitarre sorgt für kurzweilige Solounterhaltung - HUMBLE PIE könnte den anstatt Up Our Sleeve bei Konzertbeginn benutzt haben - und in der Mitte kippt er um in einen Jam. Und wenn du denkst, ok, das war's …
... kommt das Keyboard-Intro von That's Alright, und das erinnert alles so stark an TRAINs "Drops Of Jupiter", dass man sich nur wundern kann, was für eine Spannweite die Jungs hier haben und auch zeigen.

Und der Witz ist: das ist noch nicht einmal die Stärkste der vier CDs. "Enormosound" rockt mehr in klassischer Hardrock-Manier, und "One Less Friend To Ignore" ist melodischer, mehr in Richtung BEATLES. Ja, man könnte sagen, dass "Bluejay" ein Besinnen auf die Bluesroots ist, und somit gleichberechtigt, aber eben etwas anders, neben den beiden anderen steht.
Sehr unterhaltend sind alle drei, und ich würde mich sehr freuen, die auf dem Gabentisch zu finden (ich würde sogar die Wunschliste von Amazon dafür bemühen, jawoll).

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 29.11.2010


 
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