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Cornerstone

Somewhere In America

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Somewhere In America
Somewhere In America, Atom Records, 2012
Patricia Hillinger Vocals
Mike Pawlowitsch Drums, Percussion
Michael Wachelhofer Bass, Keyboards, Vocals
Steve Wachelhofer Guitars, Vocals
Produziert von: Kristian Ignatov Länge: 38 Min 47 Sek Medium: CD
1. Stay6. Follow You, Follow Me
2. Rise And Shine7. Being Unaware
3. Breathing For You8. Oblivious
4. Right Or Wrong9. High And Low
5. Like A Stranger 10. Strut

Als Häuslebauer weiß man, dass der Eckstein nicht ganz unwichtig im Gefüge eines Hauses ist. Besonders dann nicht, wenn man ein Haus aus Natursteinen baut. Da spielt er eine sehr tragende Rolle. Wenn man sich also als Band einen solchen Namen gibt, dürfen wir als findige Redakteure daraus schließen, dass die Band sich für einen nicht ganz unwichtigen Part im Haus des Rocks hält. Und damit sind sie dann ja bei uns in bester Gesellschaft.

CORNERSTONE kommen aus Österreich, was man hört - zumindest, dass sie aus Europa kommen. So fest wie ein Haus stehen sollte, ist diese Band dann leider doch nicht, denn schon das Debütalbum "Head Over Heels" aus 2008 wurde nicht mit der Formation aufgenommen, die 2004 die Band ins Leben rief. Und die, welche die CD eingespielt hatten, waren nicht die, die mit der Scheibe auf Tour gingen. Als diese weltweite Rundreise dann zu Ende ging, verabschiedeten sich wieder ein paar und neue Kollegen und Kolleginnen kamen. Es war ein stetes Kommen und Gehen und man kann sagen, dass es mächtig gewackelt hat im Gebälk.

Mit der aktuellen Besetzung ist man aber nach eigener Aussage da angekommen, wo man hinwollte und hat es gewagt, dieses neue Werk einzuspielen. CORNERSTONE erfinden den Rock, AOR oder Poprock nicht neu. Das sei direkt vorne weg gesagt. Und die Aussage des Tontechniker Thomas Magyar mag zwar schmeichelhaft klingen, fasst aber im Großen und Ganzen das größte Manko dieses Drehers zusammen: "Wenn man ein Konzert mischt, ist es normalerweise so, dass der Sänger seine Stimme lauter haben will, der Gitarrist will die Gitarre mehr im Vordergrund, und der Bassist möchte, dass ich den Bass schlagkräftiger mache. Bei Cornerstone wollte jeder in den Hintergrund gemischt werden". Schade, dass sie das auch auf der CD wollten, denn was dieser prinzipiell gar nicht so üblen Kunststoffscheibe fehlt ist musikalische Durchschlagskraft. Patricia Hillinger hat eine gute Stimme, das steht außer Frage, aber sie sollte nicht alles in den Schatten stellen. Sie ist nämlich dann doch auch keine Patrica Kaas oder Bette Midler.

Warum gerade diese beiden Damen? Nun, Patricia Kaas klingt auch ohne musikalische Begleitung spitze und Bette Midler scheint ein gewisser Einfluss gewesen zu sein. Zumindest kann man deutliche Fußspuren im ruhigsten Track Right Or Wrong nicht von der Hand weisen. Überhaupt Fußspuren. Immer wieder entdeckt man mehr oder weniger versteckte Hinweise auf Genrekollegen ohne diese großartig auszubauen oder zu kopieren. Das ist von der Idee her lobenswert, aber leider versucht man auch nicht besser zu sein als die Kollegen, sondern stellt sich meiner Meinung nach lieber zwei bis drei Stufen unter diese und tut somit keinem weh. So plätschert das Album nicht belanglos, aber auch nicht richtig aufrüttelnd durch das AOR-seichte Wasser und schlägt keine großen Wellen. "Somewhere In America" ist zum einen eine Verarbeitung der US-Tour aus 2009, zum anderen ein Ausblick auf die nächsten Termine in den Staaten, die man gerne eintüten möchte. Das ist klasse gedacht, aber zur richtig großen Würze fehlt es einfach an Pfeffer. Schade, denn die Ansätze sind gut und hörbar.

Mein Vorschlag wäre, dass die Musiker beim nächsten Album auf ihre Rechte pochen und sich in den Vordergrund spielen dürfen, dann hat eine CD auch Höhepunkte und klingt nicht gleichförmig. Das bedeutet ja nicht augenblicklich, dass man vor lauter Egogeprotze nicht mehr als Band fungiert, aber ein bisschen mehr Ecken und Kanten dürfen auch im JOURNEY beseelten AOR vorhanden sein. Als tragender Stein in einem Haus mit solchen Grundgerüsten muss ein Eckstein schon mehr hergeben.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 08.02.2012

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