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Born To Rock

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Born To Rock
Born To Rock, Eigenvertrieb, 2012
Thomas Bauer Guitar, Vocals
Christian Reiter Bass
Thomas Pribbenow Drums
Produziert von: Black Blitz Länge: 34 Min 53 Sek Medium: CD
1. Born To Rock6. Let It Out
2. Bombshell7. Road Runner
3. Take It Or Leave It8. Cause I Can
4. Point Of No Return9. Hell Breaks Loose
5. Kicked Out Of Business

Auch im Jahr 57 nach Roll Over Beethoven muss man sich keine existentiellen Sorgen um die staubigen Brüder Rock und Roll machen, die virilen alten Säcke reproduzieren sich nach wie vor wie Karnickel auf Viagra. Natürlich sind die Sprösslinge längst nicht mehr so gnadenlos wie ihre Erzeuger, Straßenkampf und Revolution sind der unbedingten Notwendigkeit zur Partytauglichkeit gewichen und Neues ist der Musik ohnehin nicht mehr hinzuzufügen, aber bitte, selbst der Papst geht heutzutage nicht mehr mit dem Feuerschwert auf Kreuzzug (auch wenn er es gerne tun würde). Also gilt für die Münchner Band BLACK BLITZ gleiches wie für alle dem Stromgitarrenrock verfallenen Jungrabauken: gute Songs, anständiges Handwerk und Glaubwürdigkeit sind die Kriterien.

Seit 2009 tobt das Trio fleißig durch Bayern, hat verblüffenderweise in der dem Hard Rock gar nicht so gewogenen Newcomerszene ein paar nette Erfolge eingefahren und kam mit der bereits 2011 veröffentlichten CD "Born To Rock" sogar ins staatliche Radio. Uns erreichte die Scheibe erst jetzt, aber das ist egal, denn Vollgas-Rock ist so zeitlos wie ein Hinkelstein von Obelix - und ähnlich subtil.
Nörgler werden einwenden, dass Band- und CD-Name nicht sonderlich originell sind, was sicher richtig ist, aber alle Gedanken an den bräsigen Skifahrerfilm "Der schwarze Blitz" mit Toni Sailer (1958) oder die Pferde- und Mädchenserie "Black, der schwarze Blitz" werden direkt zum Einstieg mit dem Titelsong hinfort geblasen. Ein gehöriges Pfund prallt ans Trommelfell und noch bevor man sich wegducken kann, richtet einen eine stramme Gitarre wieder auf Habacht. Spielen da gerade Angus oder Malcolm mit Lemmy ne Session? Fragen, die den Sinn des Lebens bedeuten, doch die Antwort findet sich sogleich im beziehungsreichen Song Bombshell. Der Bube an der Gitarre kann den Angus und den Malcolm gleichzeitig, kräht dazu veritabel und lässt seine beiden bemerkenswerten Kumpane an Bass und Schlagzeug mächtig schwitzen. Also, klar, die haben eindeutig den Plattenschrank des großen Bruders geplündert und sind bei A bis C hängen geblieben. Wer braucht schon das große Alphabet, wenn er eigentlich nur Hard Rock und Boogie machen will. Und ja, die Nummer swingt gewaltig und gehört auf die Gartenfest-Compilation. Nur gute Bands bekommen diesen Rhythm & Groove hin.

Im Grunde läuft die gesamte gute halbe Stunde nach diesem Muster ab, Take It Or Leave It beeindruckt beispielsweise mit einem ganz hinterhältigen Gitarrensolo und Point Of No Return prügelt nicht ganz unähnlich den Suffköpfen AMERICAN DOG, aber dieser eigentlich primitive Voll-auf-die-Glocke Habitus ermüdet bei BLACK BLITZ im Gegensatz zu manchen etablierten Kollegen höchstens ganz am Schluss ein klein wenig. 34 Minuten Musik für 10 Euro ist ein fairer Kurs, schon gar bei 8 von 9 möglichen Treffern. Außerdem ist "Born To Rock" prima produziert, drückt und knallt, gibt aber dem Lautstärkeregler die Chance, noch ein wenig höher gedreht zu werden - was bei vielen zu Tode komprimierten Profi-CDs bekanntlich seit Jahren nicht mehr der Fall ist.
Ein felsenstarkes Debut, keine Frage. Jetzt müssen die Jungs den nächsten Schritt wagen und vor größeres Publikum treten. Das Potential ist da, es darf nur nicht wie bei AIRBOURNE schon bei der zweiten CD verschleudert werden.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 01.06.2012


 
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