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| Harmagedon, Inside Out, 2012 |
| Daniel Fries |
Guitar |
| Collin Leijenaar |
Drums |
| Ted Leonard |
Vocals |
| Mike LePond |
Bass |
| Additional |
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| Alex Argento, Neal Morse, Jordan Rudess, Derek Sherinian |
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| Polish Orchestra Sinfonietta Consonus |
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| Produziert von: Collin Leijenaar |
Länge: 64 Min 32 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Overture pt. 1: Introduction | 5. Cry Song |
| 2. Overture pt. 2: Prologue | 6. Falling Away & The Rise Of The Beast |
| 3. Salvation | 7. Harmagedon |
| 4. The Rapture | 8. New Jerusalem |
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"Wir haben das Album nicht für das Publikum geschrieben, sondern für uns selbst. Als Komponist ist es wichtig, sich selbst treu zu bleiben und etwas zu komponieren, das einen bewegt; ein Künstler sollte für sich selbst schreiben anstatt darüber nachzudenken, was kommerziell das Richtige wäre und was die Leute sofort mögen", so wird Drummer Leijenaar zitiert und trifft damit die Meinung der HoR-Redaktion. Von steril, konstruiert bis hin zu absolut genial, hammermäßig, ist eigentlich so alles an Meinungsäußerungen zu finden. Wenn man also unsere Meinungen mit der Aussage des Schlagzeugers vergleicht, dann passt ja alles.
AFFECTOR ist neu auf dem Markt, die Leute dahinter nicht. Der zitierte Trommelschwinger dürfte jedem europäischen Neal Morse-Konzertbesucher bestens bekannt sein, zählt er doch bereits seit Jahren zur europäischen Bandbesetzung. Dass er das Zeug hat, zu den Großen des Metiers zu zählen, dürfte damit erklärt sein, immerhin schafft er es hervorragend, den Portnoyschen Ideen und Vorgaben seinen eigenen Stempel aufzudrücken und trotzdem noch wiedererkennbar die Läufe zu zelebrieren. Mike LePond, der Bassmann von SYMPHONY X lässt auf "Harmagedon" die tiefen Töne brummen und mit Ted Leonard hat diese neue Band den wiederum neuen SPOCK'S BEARD-Sänger auf der Gehaltsliste stehen. Einzig Kopf und Gründer von AFFECTOR, Daniel Fries ist in dieser Mannschaft ein gänzlich unbeschriebenes Blatt. Seit vielen Jahren läuft er mit der Idee schwanger, seine eigene professionelle Progband auf die Beine zu stellen und konnte dies nun mit der genannten Mannschaft realisieren. Da durch die ganzen Mitmusiker genügend Beziehungen zu anderen geschaffen werden konnten, hinterlassen die bekannten Neal Morse, Derek Sherinian, Jordan Rudess und ein ebenfalls völlig unbekannter Alex Argento an den Keyboards noch ihre Fingerzeige. Unbekannt bedeutet aber nicht unbeschrieben und so durfte er auf einigen Lion Music-Veröffentlichungen die Tasten drücken und sogar bei Bob Rocks "Eyes Of Eternity"-Album 2003 mitwirken. Somit ist AFFECTOR eine Band mit versierten Musikern, aber weit davon entfernt, eine "All-Star"-Combo zu sein.
Kommen wir nach den Fakten zu den Taten und ich sage es gleich: ich gehöre zu der begeisterten Abteilung innerhalb des HoR.
Das Polish Orchestra Sinfonietta Consonus eröffnet mit zarten Streicherklängen die Stunde guter Musik. Im Eröffnungsteil werden die Songs prinzipiell alle einmal angespielt und zu einer homogenen Gesamtstruktur verwoben, was man aber erst dann erkennt, wenn man den Erstlingsdreher der Band das erste Mal komplett gehört hat. In den ersten sieben Minuten von "Harmagedon" werden zahlreiche Querverweise zu den Vorbildern gelegt und deutlich sind DREAM THEATER, RUSH, ENCHANT und auch ein wenig SPOCK'S BEARD rauszuhören. Das macht gehörig Spaß und neugierig auf das, was folgt. Salvation, der erste Song mit Gesang, wird zu einer weiteren Melange der genannten Bands. Ganz großes Ohrenkino und sehr abwechslungsreich gestaltet, mit begeisternden Rhythmus-, Melodie- und Stimmungswechseln. Mit Rapture wird zum ersten Mal die 10-Minuten-Marke überschritten und das auf sehr hohem Niveau. Wer da die Keyboards bedient ist für mich nicht wirklich auszumachen, spontan würde ich auf einen der beiden DT-Keyboarder tippen. Der folgende Cry Song fällt aus dem textlichen Konzept raus (dazu gleich noch mehr), befasst er sich doch mit dem Tod des Sängers und ist auch zeitlich der kürzeste gesungene Song. Falling Away & The Rise Of the Beast und der folgende Titeltrack sind geilste Progmetal-Nummer, wie man sie früher von DREAM THEATER noch erwartet hätte. Letzterer ist dabei noch etwas pompöser ausgefallen als The Rapture. New Jerusalem schlussendlich beendet ein sehr abwechslungsreiches Progmetal-Album an dem Freunde der genannten Bands ihre helle Freude haben sollten. Die Einbindung des erwähnten polnischen Orchesters funktioniert traumhaft schön und setzt schöne Akzente unter die ansonsten recht komplexen Songs.
Kommen wir nach den begeisternden Taten noch zum textlichen Konzept: AFFECTOR bezeichnen "Harmagedon" selbst als experimentelle Kunst, weil sie die Musik um die Verse herum geschrieben haben. Diese wiederum kommen sich aus dem ältesten Buch der Welt, der Bibel und nehmen das Ende der Welt, was ja in diesem Jahr laut den Maja eintreten soll, als Grundlage. Dabei wurde auf Reime und Takte sowie persönliche Ausstattung der Texte verzichtet. Lediglich, und damit komme ich nochmal auf Cry Song zu sprechen, dieser Text sticht mit seinem speziellen Thema etwas heraus, passt aber grundsätzlich dann doch wieder zur Thematik.
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