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Zdob [Si] Zdub

Basta Mafia!

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Basta Mafia!
Basta Mafia!, Asphalt Tango Records, 2012
Roman Iagupov Vocals
Mihai Gincu Bass
Sveatoslav Starus Guitar
Andrei Cebotari Drums
Valeriu Mazilu Trumpet, Bagpipe
Victor Dandes Trombone, Traditional Instruments
Produziert von: Marc Elsner Länge: 53 Min 04 Sek Medium: CD
1. Basta Mafia8. Trece Vremea Omului
2. Running9. Nistru
3. Eternal Kiss10. Good Bye
4. Gipsy Life11. F-S-S-O
5. We Are Free12. The Holy Fuel
6. Maria13. So Lucky
7. Haiduk

Uff, autsch - Ethno Pop und dann noch von einer Band, die am European Song Contest teilgenommen hat - zweimal! Aber - was Eigenes hat das schon. Erinnert mich an die Jungs aus Lateinamerica, die mit ihrem Latinopop genauso eigen waren, genauso außergewöhnlich auf Ihre Art - PANTEÓN ROCOCÓ. Die Jungs hier kommen aus Moldawien, dass da in der Nähe von Mütterchen Russland sein Dasein fristet, und sind seit Anfang der 2000er unterwegs als Band.

Sie begannen als Ethno Folk Ska Punk Band - grasten also alles links vom Mainstream Rock ab; haben den dabei aber nicht vergessen; so rockt Eternal Kiss schon schön, und auch andere Tracks lassen die Gitarre raus - etwa Gipsy Life. Was eher weniger Mainstream ist sind die ulkigen Background Chöre, die einem schon die Idee vermitteln, dass ZSZ das alles nicht ganz ernst nehmen, und so erinnern sie auch an die RED HOT CHILI PEPPERS, die Gemächtsockenträger, die. Aber das ist hier nicht bewusst nur einfach auf 'schrill' als einziges Stilmittel gebürstet - vielmehr passt das irgendwie zusammen, von der verlorenen Jazz Trompete bis hin zum Roman's Brachialenglisch; der Tatsache, dass ab und an ungenannte 'Traditional Instruments' benutzt werden und französisch klingende Bagpipe Fussel in We Are Free (bei dem übrigens der politische Anspruch ZSZ's klar wird).

Um den unvorbereiteten Hörer nicht zu verprellen, ist das unterliegenden Rhythmusgerüst zumeist dem Blues bzw. Hard Rock nahe. Was darüber passiert - tja, da muss man sich mit auseinandersetzen. Aber die Trompetenbeiträge etwa zeigen, dass die Jungs bei allem Spaß die Sache ernst nehmen - hier sind gute Musiker am Werke. Und so kann man das durchaus auch musikalisch dann genießen, wenn man Ska und Punk nicht unbedingt Seins nennt - Maria etwa ist ein solcher Fall, wo viele verschiedene Zutaten ein spannendes Vielfaches ergeben. Und die Trompete-Piano Unisoni und sich im Nichts verlierenden Splitter schon fast jazzige-progrockige Qualität haben.
Apropos Prog: das ist keiner hier, aber die ZDUBies geben sich bei ihrem Songwriting genauso viel Mühe wie jede Band aus dem anderen Lager - da besteht kein Zweifel. Und natürlich hat das osteuropäische Wurzeln; zeitweilig glaubt man sich im Schtetl oder auf einer russischen Datscha und schaut den Bauern bei der Ernte zu (ja, ich weiß, die Datscha waren den Herrschaften vorbehalten, man entschuldige das Bild; passt halt so gut) - mal in Haiduk reinhören. Wodka reingekippt, und man befindet sich im Punk Club und sieht der Band beim Trece Vremea Omului abrocken zu. Oioioi.
Sind das da Mariachi Klänge in Nistru? Shuffelt es in Good Bye? Und der Uptempo Pop in So Lucky - naja, wenigstens ist der bestimmt nicht so stromlinienförmig und abgelutscht wie das meiste beim ESC - sondern macht Spaß.

Ein Interesse an Non-Mainstream vorausgesetzt ist das hier abamasicha einen Versuch wert, zumal die Band mit Marc Elsner einen erfahrenen Produzenten gewonnen haben, der das Ganze gezähmt und in genießbare Formen gegossen hat. Das alte Tanzbein wird zuckten

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 04.02.2012


 
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