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| Still Glistening, Hovercraft, 2008 |
| Dave Holm |
Vocals, Guitar |
| Al Huckabee |
Guitar, Vocals |
| Ed Mann |
Bass |
| Jeff Clowdus |
Drums |
| Produziert von: Al Huckabee, David Holm, Bill Heingartner |
Länge: 39 Min 11 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Little Lynn | 9. Rock & Roll Party Weekend |
| 2. Woodbine | 10. Soul Satisfaction |
| 3. Tammie's Landing | 11. We Like Your Love |
| 4. Gone My Love | 12. Jerry Can't Make Me |
| 5. Hang Dog Sickness | 13. Candy Corvette Arrangement |
| 6. Wind Up In It | 14. Left To Lay |
| 7. She's Sick | 15. Biomill's Burning |
| 8. Intro | |
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Ein 'Ugly Stick' ist entweder ein selbst gebasteltes Musikinstrument auf der Basis eines Besenstiels mit allem was Lärm macht daran befestigt - und das macht man so in Neufundland (na ja, was auch sonst?). Ein Ugly Stick ist aber auch ein Zauberstab, der die Macht hat, Dinge hässlich werden zu lassen, oder ein Ausdruck für jemanden, der eben als die Schönheit verteilt wurde gerade auf dem Klo war - he was touched by an ugly stick.
UGLY STICK ist aber auch eine Band aus Columbus/Ohio, die in den 90ern ein weithin gerühmtes Punk-Album aufnahmen - "Absinthe" - und sich dann auflösten. Und deren Musik auch auf dem neuen Album folgerichtig zwischen Lärm und Hässlichkeit so eingependelt ist, dass da - analog der Geschichte vom hässlichen Entlein - eine Perle draus geworden ist.
Jetzt sind sie also wieder zurück, und bieten erneut ihre 'Cow-Punk' genannte Mischung aus Punk, Country, Hillbilly-Gedudel und - ja, tatsächlich - guten Melodien an.
Nun wurde die Band als Aushängeschild von Columbus bezeichnet, weil sie eben eine Musik macht, die der Umgebung - eine dem Niedergang geweihte Stadt und ihre Bevölkerungsmischung aus arbeitslosen Workern und Farmern einerseits und Akademikern aus dem Osten der USA andererseits - perfekt angepasst war und diese widerspiegelte, sagt man. Klingt so ein bisschen wie Bochum oder Gelsenkirchen zu Zeiten des Niedergangs des Bergbaus, und auch da, so liest man im HoR, soll es guten Punk geben. Nun kenne ich weder Columbus/Ohio noch Gelsenkirchen/Ruhrpott, aber die hässlichen Stöcke machen tatsächlich ganz gute Musik!
Wer GREEN ON RED kennt … kannte: das hier sind GoR der dritten Jahrtausends (komm schon, ein bisschen Lärm kann man für diese Band schon machen!). Und damit ist eigentlich alles gesagt - sie verknüpfen die GoR-Shuffles und Holperdinger (nein, das ist kein Amerikanismus - kommt von holperig und Ding, hier für Musikstück; könnte aber ein Amerikanismus sein - sprich: halperrrdingerrr!) mit einem roheren Sound und eher punkig anmutenden Gitarren, und die B52's scheinen schon mal durch (Rock'n'Roll Party Weekend). Übervater David Bowie lieh Dave Holm seine hysterische Art zu singen, und auf geht es. Ach ja, die Jungs haben Humor und nehmen sich selbst nicht immer so ganz ernst - singen sie doch allen Ernstes: "I'm not searching perfection, I'm just looking for soul satisfaction, I've never been to Australia, but from everything I've read I understand it's my kind of action". Hmm, das mit der Perfektion stimmt gottseidank, die CD ist perfekt unperfekt und das macht den Charme des Albums aus.
Und so wird sich fröhlich durch 15 Stücke gepunkt, angefangen bei dem an ein Kinderlied erinnernden Little Lynn, Marke 'Geh-ins-Ohr-und-nicht-wieder-raus', und zwischen drin sucht Al Huckabee (das ist kein Amerikanismus oder ein Ding, das ist ein Name) auf seiner Gitarre nach den richtigen Tönen für ein Solo, das er dann schließlich auch zustande bringt. Woodbine ist so etwas wie ein Shuffle mit verhallter Gitarre, Tammie's Landing hat einen netten Weltuntergangstext zu einem Rock'n'Roll, Stick-made.
Wind Up In It könnte sogar fast auf einem der späteren STONES-Alben den Garagenrocker geben - Keith hätte seinen Spaß daran. She's Sick ist langsam und böse, und das schon erwähnte Rock'n'Roll Party Weekend sollte am besten nicht aufhören, es ist nämlich das Highlight der CD. Candy Corvette Arrangement ist ein Rock'n'Roll Instrumental auf dem Jeff und Ed zeigen, wie man einen einfachen Rhythmus hält - keck.
Es heißt, die STICKs hätten den Columbus-Sound definiert. Bis heute wusste ich gar nicht, dass es so was gibt, ist aber auch egal - die CD ist frech, kurzweilig, spaßig, punkig und gut.
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