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The Roxx Unleash The Demon

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Unser Disclaimer
The Roxx Unleash The Demon
The Roxx Unleash The Demon, Rockville Music/Soulfood Music, 2008
Billy Itch Vocals
L.X. Gaitanides Guitar
Martin Motnik Bass
F. Sudden Drums
Länge: ca. 77 Min Medium: DVD
1. Hail You (Rock-N-Roll)9. Give Head
2. Let's Go10. Pleasure
3. White Indians11. The Prince
4. Restless12. Sex & Roxx & Rock'n'Roll
5. On The Roxx13. Diamonds To Diamonds
6. Trigger14. The Way To Babylon
7. R.I.P. (Rest In Pieces)15. Boy Bitch
8. Afterrain

Wenn man direkt nach der sündenteuren Hochglanzübertragung aus Texas zurück ins Lokalfernsehen zappt, kommen einem die Dinge, nun ja, irgendwie bekannter und basisnäher vor (sogar die seit 20 Jahren notorisch immer anwesenden Typen im Publikum, hähähä). Natürlich erlebt man beim Reunionkonzert von THE ROXX in München nicht so viel Glanz wie bei den gemeinten ZZ TOP, dafür ein klein wenig mehr Sünde. Und zwar auch noch heimische Sünde aus dem jahrzehntelang studierten Sex-Rock-Pfuhl dieser schönen Stadt. Dass es in diesem Babylon manchmal eher wie in den Phantasien eines verklemmten Oberstuflers zugeht… na ja. Auf jeden Fall zeigt uns die DVD "The Roxx Unleash The Demon", dass man auch mit kleinen Mitteln eine vergnügliche Rock'n'Roll-Show auf die Beine stellen kann.

Als vor knapp eineinhalb Jahren die Wiedervereinigung bekannt wurde, dachte man eigentlich an einen einmaligen Spaß, aber inzwischen hat sich mit der CD "Unleash Your Demon", der Compilation "History - Decade One 1984-1994" (Besprechung folgt demnächst) und einer kleinen Tour herausgestellt, dass B. Itch und seine drei Kollegen offenbar noch etwas vorhaben. Recht so, schließlich müssen sich THE ROXX überhaupt nicht vor den Größen des Genres verstecken, wenigstens was Spielfreude und Songs angeht, auch wenn die natürlich nie den Rahmen des normalen PRIEST & Söhne Eighties-Metal verlassen.

Zur DVD. Anfangs erschrickt man ein wenig, weil die Lightshow eher nach unbezahlter Stromrechnung aussieht, aber an die dezente Dunkelheit gewöhnt man sich rasch. Billy Itch ist der gewohnte Zeremonienmeister, klingt selbstverständlich immer noch gerne wie Herr Halford, nähert sich aber äußerlich immer mehr Mr. Furnier aus Detroit an. Es gibt insgesamt gesehen schlimmere Vorbilder. Nur die Rolle mit den Engelsflügeln in The Prince erschließt sich nicht ganz.
Eine nette Idee ist, auf einer Leinwand jeweils die Songtitel und Herkunftsalben einzuspielen, der eine oder andere Besucher könnte ja inzwischen dement sein oder einfach zu jung für die Platten von vor 20 Jahren. Zwischendurch gibt es auch gebeamte Bilder, zum Beispiel beim Anti-Kriegssong Afterrain. Der Sänger kommt dazu mit Maschinengewehr und Stahlhelm, das Tarnnetz ums Schlagzeug gibt endlich Sinn und eine Fake-Flak ballert Lichtblitzchen in den anständig gefüllten Metropolis-Club. So ein bisschen mehr als immer nur Suff und Drogen haben die meisten Musiker denn doch drauf, grade unsere dumpfbackigen Hardrocker erweisen sich immer wieder als angenehm pazifistische Zeitgenossen, die durchaus die Problemzonen der Welt erkennen. Sehr schön ist in diesem Zusammenhang auch die Nummer White Indians, bei der eine lebende Miss Liberty Itch eine mit U.S.-Flagge bedruckte Klorolle reicht, derweil der Chef Michael Moore lesend auf dem Pott sitzt. Auch hier gibt es die passenden Projektionen zum gucken, vorzugsweise von Dumpfbacke Bush.
Aber THE ROXX wären nicht THE ROXX und hätten niemals eine Nummer wie Sex & Roxx & Rock'n'Roll gescho…, äh, geschrieben, wenn bei ihrer Show nicht auch die Mädels eine gehobene respektive kniende Rolle spielten, womit wir wieder bei den Klemmi-Träumen wären, jedoch sind die beiden aufgebotenen Ladies ohne Zweifel ein paar schmutzige Gedanken wert. Ob als Freiheitsstatue, miniberockte Personalchefin oder willige Sklavin, man(n) schaut gerne zweimal hin.
Den Inhalt des kompositorischen Diebstahldelikts Give Head muss man wohl nicht großartig erklären ("let's clear up the position..."), allerdings bleibt zu hoffen, dass sich die schöne Frau im wirklichen Leben nicht gar so theatralisch plump an die "Arbeit" macht, es könnte mit schmerzhaften Zahnabdrücken enden.
Die beiden zeigen als Gogo-Girls im erwähnten Sex & Roxx & Rock'n'Roll echte Klasse, dazu einen perfekt versauten Gesichtsausdruck, sind glücklicherweise nicht klapperdürr und die kleine Einlage mit Thomas M. Stein als um die Vertragsunterschrift buhlenden Hai ist lustig. Klar, es wird mit plattesten Klischees gespielt, aber es unterhält bestens, auch wenn nicht jeder den perfekten Arsch seiner Liebsten mit der Neunschwänzigen "verwöhnen" möchte. Genauso klar, THE ROXX erfinden den Metal nicht neu, aber so haben wir diese Musik vor vielen, ziemlich vielen Jahren kennen- und liebengelernt, also soll sie auch weiterhin so frisch tönen.

Zurück zum Anfang. "The Roxx Unleash The Demon" ist logischerweise und ersichtlich keine Millionenproduktion, dafür ehrlich und in seiner Einfachheit eine Mordsgaudi. Zu klären bliebe nur noch, ob der Rezensent die Blonde oder die Schwarzhaarige bevorzugt…

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 03.06.2008

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