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Sylkie Monoff

Genuine

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Genuine
Genuine, Sylkie Monoff Music, 2009
Sylkie Monoff Vocals
Eddie Bayers Drums
Brent Mason Electric Guitar
Danny Parks Acoustic Guitar, Mandolin
Bruce Bouton Steel Guitar, Dobro
Mike Noble Mandola, Acoustic Guitars
Duncan Mullins, Mark Prentice, Matt McKenzie Bass
Buddy Hyatt Piano, Hammond B3, Keyboards
Produziert von: Sylkie Monoff Länge: 52 Min 44 Sek Medium: CD
1. Laughin'8. Right At Hello
2. Can't Be Worse (Than L.A.)9. Have It All
3. Steal Your Crown10. Little Did You Know
4. Something In Me11. Shine, Shine, Shine
5. I Don't Wanna Do This12. What We Could've Been
6. All The Places13. Where My River Runs
7. Take It Slow

Sylkie Monoff Die Frau: Schon alleine die Optik ist erfrischend anders. Präsentieren sich ihre Wettbewerberinnen oft wie aufgetunte Ziegen, mit absurd aufgepumpten Dekolletes, das Gesicht Botox planiert und die Pisselsfrisur durch künstliche Haarteile übervoluminiert, gibt sich Sylkie Monoff in Jeans und schwarzem T-Shirt bodenständig und sympathisch. Was daran liegen kann, dass Sylkie es nicht nötig hat, mit dümmlicher Effekthascherei auf sich aufmerksam zu machen. Sie ist Musikerin durch und durch, versteht sowohl etwas vom Songwriting, vom Arrangieren, der Interpretation als auch von der Produktion. Nebenbei verkörpert sie sehr glaubhaft alles, was man unter dem Begriff Deutsch-Amerikanische Freundschaft verstehen kann. Verbringt sie doch die eine Hälfte des Jahres in Nashville/Tennessee und die andere im deutschen Gegenstück der wohl legendärsten amerikanischen Musik-Stadt - nämlich in Wuppertal/Bergisches Land.

Die Stimme: Sylkies Stimme ist für den Sylkie-Novizen wirklich eine Überraschung. Aufgrund der Fotos der Dame im Booklet erwartet er zunächst eine tiefere Tonlage, mal frech, mal fordernd. Tja, gehörig in den Finger geschnitten. Sylkies sanfte, hohe Stimme gibt den Songs etwas sehr Charakteristisches. Sie singt nicht mit dem Volumen einer großlungigen Südstaaten-Diva, sondern lässt es verhalten angehen. Vielleicht ist das genau ihr Geheimnis. Ihre Art, die Melodien zu bringen, die Betonungen zu setzen und die Strophen zu intonieren, passt hervorragend zu ihren Kompositionen. Ihre Stücke gewinnen dadurch an Wärme und Niveau. Die Symbiose ihrer Stimme mit den hervorragenden Arrangements könnte nicht authentischer, nicht ehrlicher wirken.

Die Musik: Sie selbst bezeichnet ihre Musik als Rock/Pop mit einer Portion Country darin, handgemacht, ehrlich und perfekt fürs Radio geeignet. Was soll man dazu sagen? Um ehrlich zu sein, ist Sylkie für Pop viel zu gut und ihre Songs sind für die meisten Radioprogramme leider zu anspruchsvoll. Sie probiert mit einer Menge New-Country- und Americana Einflüssen herum. Banalitäten und Klischees mag sie nicht. Ihre Musik geht nicht nur direkt in die Pumpe, sondern lässt im Kopf spontan Bilder entstehen: von endlosen Weiten ebenso wie von erodierten Landschaften.
Die Instrumentierung lässt keine (New Country)-Wünsche offen. Steel Guitar und Dobro sorgen für die richtige, bodenständige Atmosphäre, ohne die Arrangements zu überladen. Die besonnene E-Gitarre brennt an den richtigen Stellen, egal ob sie mit zaghaften Akkorden untermalt wird oder gefühlvolle Soloarbeit leistet. Soviel ist sicher: Falls Sylkie irgendwann ihre Stimme verlieren sollte, macht sie als Produzentin ein Vermögen. Respekt!

Die Songs: 13 Mal geht es verflucht intensiv und gefühlvoll zu Werke. Jeder der Songs besitzt eigenes Potenzial. Insbesondere, wenn Sylkie wieder einen kleinen Haken schlägt, etwa indem sie den erwarteten Akkord eben nicht spielt oder die Melodie anders gestaltet, als man es gemeinhin erwartet, wachsen die Songs zu richtigen Ohrwürmern heran. Mal geht es flotter zu Sache wie bei Shine, Shine, Shine, mal geht es verhaltener zur Sache, beispielsweise in Can't Be Worse (Than L.A.). Wie auch immer, insgesamt geht es verdammt gut zur Sache.
Alle Freunde nativer nordamerikanischer Musik sollten unbedingt Right At Hello antesten. Intro und Outro werden nämlich eindringlich von der Pow-Wow Truppe WAR SCOUT in die Prärie geträllert. So etwas Tolles hat es seit Buffy Sainte-Marie nicht mehr gegeben.
Bei vielen herkömmlichen Kompositionen ist es entweder die Melodie der Strophe oder der Refrain, die begeistern (wenn überhaupt). Sylkie hingegen schafft es fast immer, beide Bestandteile der Songs in den Vordergrund zu rücken.
Soviel ist ebenso sicher: Falls sie irgendwann ihre Stimme verlieren sollte und die Fingerspitzen das Gefühl fürs Mischpult einbüßen, macht sie als Songwriterin ebenfalls ein Vermögen. Hut ab!

Das Album: Mit "Genuine" präsentiert Sylkie Monoff ein zeitlos schönes und erwachsenes Werk. Immerhin hat die Künstlerin 2 Jahre an ihrer neuen CD herumgebastelt. Auch für die audiophile Fraktion ist "Genuine" sicherlich keine Fehlinvestition. Aber nicht nur der vorbildliche Sound lässt diese Scheibe ganz oben in die Neuveröffentlichungen 2009 einsteigen, sondern ganz einfach der Gesamteindruck.

Die Musiker: Frau Monoff hat ein illustres Grüppchen für die Mitarbeit an "Genuine" begeistern können. Wie immer findet Ihr die Besetzung in obiger Aufstellung. Die Beteiligten verstehen ihr Handwerk ausgezeichnet. Eigentlich ist Nashville für amerikanische Verhältnisse auch nicht mehr als eine größere Kleinstadt. Jeder kennt jeden und alle kennen sich. So wird's niemanden wundern, Namen wie Eddie Bayers (Drums) oder Brent Mason (Gitarre) auch im Dunstkreis von Willie Nelson oder Faith Hill zu finden. Ach ja, mit Bruce Bouton ist einer der renommiertesten Steel-Guitar-Artisten der Gegenwart ebenfalls mit von der Partie. Hehe, einer der Typen, die beim Recording und bei den Overdubs mitgemischt haben, nennt sich übrigens Tim Buktu.
Sylkie Monoff beweißt bei der Auswahl ihrer Crew ein geschicktes Händchen. Also ist auch das sicher: Falls sie irgendwann ihre Stimme verliert, keine Knöpfe mehr drehen kann und ihr darüber hinaus auch noch das Notenpapier ausgeht, wird sie in der Casting-Branche ein Vermögen machen.

Gebrauchshinweise
"Genuine" funktioniert mit Home-of-Rock-Garantie:
* auf langen Autofahrten,
* als Geschenk für wirklich liebe Bekannte,
* als Beeindrucker auf ü-40-Geburtstagsparties,
* beim Im-dunkeln-sentimental-aus-dem-Busfenster-Starren,
* als Beischlaferschleichungsmusik (jedenfalls in gewissen Kreisen),
* und auch so ziemlich gut.

Fazit 1: Folgende Aussage darf einem angegrauten Schreiberling eines Alt-Herren-Magazins auch mal erlaubt sein: Die Kleine ist auf dem Weg eine ganz Große zu werden.
Fazit 2: Wenn ich zu sagen hätte, müsste der WDR 2 Sylkies Songs in einer Tour runternudeln und sie würde Shows im Yankee Stadion und im Madison Square Garden spielen.
Aufgrund einiger meiner sonstigen Forderungen, wie etwa Weihnachten um einen, Sylvester gleich um sechs Monate zu verschieben, endlich die fünfte Staffel von "Battlestar Galactica" zu drehen und eine sofortige Reunion von DR. HOOK AND THE MEDICINE SHOW anzuordnen, habe ich aber leider nichts zu sagen.

Appell: In der linken Spalte dieser Seite den Verkaufslink anklicken, den Warenkorb mit "Genuine" füllen und ungeduldig auf die Lieferung warten.

Olli "Wahn" Wirtz, (Artikelliste), 27.10.2009

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