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Stereoflux
Stereoflux, Zero Music Group, 2009
Aleks Vocals
Dave Ruiz Bass
Billy C. Holmes Drums
Morgan "Dr. Moe" Moranda Rhythm Guitar, Backing Vocals
Produziert von: Aleks Länge: 54 Min 36 Sek Medium: CD
1. Photograph8. I Saw It Coming
2. You're Destroying You9. I Can't Tell You
3. Crazy10. On And On
4. You'll Be Back11. Miles Above You
5. Unstoppable12. You Know I Do
6. Burning13. I Saw It Coming (unplugged)
7. You Don't Owe Me14. Photograph (unplugged)

Ich hasse Insekten! Vor allem dann, wenn sie komisch aussehen und nur aufgepiekst auf einer kleinen Nadel hinter Glas ausgestellt einen einigermaßen friedlichen Eindruck erwecken. Somit ist das Cover des Debütalbums der Kalifornier STEREOFLUX für mich in erster Linie abstoßend. Nee, damit kann ich nichts anfangen. Und obwohl ich weiß, dass dieser Käfer auf dem Frontbild mir nichts anhaben kann, räume ich die CD reichlich angewidert in den Player.

Glücklicherweise ist die Musik, die mir durch die Lauscher gepumpt wird, nicht annähernd so widerlich wie die Geschichte mit den Käfern. Photograph donnert wie eine wildgewordene Dampflok durch die Gehörgänge, dass jedem Käfer die Lust auf langes Sitzenbleiben in Boxennähe vergrault werden dürfte. You're Destroying You steht dem in nichts nach und spätestens bei Crazy dürfte auch der letzte Käfer die Flucht ergriffen haben. Der Bass grummelt munter vor sich hin, die Gitarren braten alles in Grund und Boden und was bis jetzt nicht abgehauen ist, wird gnadenlos von den Drums platt gedonnert. Über allem thront der leicht depressiv wirkende Gesang von Aleks - seines Zeichen Bandgründer und Vordenker bei STEREOFLUX. Das ganze klingt dann wie wenn man THE WATERBOYS mit THE CURE einfängt, beiden Bands noch diverse Hummeln in den Hintern jagt und das ganze wieder freilässt in die Welt von TROUBLE.
Die Musik brät zu sehr, als dass man sich in tiefe Depressionen stürzen möchte, ist aber weit entfernt von dem, was man Bierzeltmusik nennt. So jagt eine rumpelnde Nummer die nächste, lediglich You Don't Owe Me fällt etwas aus dem Rahmen mit seinem durchgehend akustischen Einschlag. Dass die Jungs aber auch anders als nur rumpeldipumpel können, zeigen zudem noch die "Unplugged"-Versionen von Photograph und I Saw It Coming, das klingt dann schon wieder nach der unverstromten Ausgabe von TROUBLE.

Von daher machen STEREOFLUX alles richtig, um nicht im großen Schwarm der radiotauglichen Musikkäfer mitzufliegen und dürften somit ein richtiger Griff für jeden Anbieter alternativer Rockmusikkonzerte/Festivals sein. Hier dürfte auch die Hauptanhängerschar der Kalifornier zu finden sein. Wer sich dazuzählt, sollte hier schnellstens ein Ohr riskieren.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 03.08.2009

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