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| Take The High Road, Eigenvertrieb, 2008 |
| Rick Cash |
Lead Vocals |
| John Gillie |
Rhythm Guitar, Acoustic Guitar, Background Vocals |
| Randall Calvert |
Lead Guitar, Background Vocals |
| Mike Satterfield |
Drums, Percussion, Background Vocals |
| Joey Parrish |
Bass |
| Terry Collins |
Organ, Keyboards |
| Gäste: |
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| Paul Riddle & Jerry Eubanks |
Drums & Flute (El Segundo) |
| Produziert von: Tim Lawter & Rusty Milner |
Länge: 49 Min 13 Sek |
Medium: CD |
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| 1. You Done Me Wrong | 7. Southern Poet |
| 2. Wishing Well | 8. Low Down Ways |
| 3. High Road | 9. Honky Tonk Shuffle |
| 4. Bad Case Of Loving You | 10. Rooster |
| 5. Time For A Change | 11. Drivin' Me Wild |
| 6. El Segundo | 12. Saw Mill Rd. |
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Irgendwann kommen sie alle wieder. SILVER TRAVIS ist eine Band aus den frühen 80ern, kommt aus South Carolina und hat von damals nur eine Single und Auftritte mit 38 SPECIAL, lange vergessenen Helden wie George Hatcher (der southernrockigste Brite aller Zeiten) und diversen anderen Kandidaten dieser Jahre vorzuweisen. Freundschaften und Kumpaneien mit Mitgliedern der MARSHALL TUCKER BAND, die ebenfalls aus Spartanburg stammt, den WINTERS BROTHERS und sogar dem heute menschlich und musikalisch schwer erträglichen Artimus Pyle waren zwangsläufig, einzig der Durchbruch blieb für SILVER TRAVIS aus. Es war etliche Jahre zu spät für klassischen Southern Rock. Die Auflösung 1985 war business- und zeitgeistbedingt folgerichtig, die Wiedervereinigung 20 Jahre später wohl mehr der Vergangenheit und den eigenen verblassten Jugendträumen geschuldet. Drei Gründungsmitglieder und der 1981 hinzugekommene Sänger Rick Cash plus ein neuer Gitarrist (John Gillie) plus ein inzwischen ausgewechselter Keyboarder probieren es nach dem zaghaften CD-Debut "One Monkey Don't Spoil The Show" von 2005 mit "Take The High Road" noch einmal.
Klar ist: modernen Rock gibt es von SILVER TRAVIS nicht. Dafür aber weitgehend kraftvollen Southern Rock mit allen beiden wichtigen Ingredienzien: Double Leads und ein echter Kerl am Mikrophon. Die Kräutermischung "Mädels im Background, Pathos und Danke an den lieben Gott" darüber gestreut, fertig ist ein klassisches und vor allem klassisch gutes Southern Rock Album. SILVER TRAVIS sind tatsächlich back on track.
Direkt der Opener You Done Me Wrong kann alles was Southern-Klassiker können müssen. Rick Cash singt großartig, kommt nicht im geringsten außer Atem, was man ihm angesichts seiner beachtlichen Leibesfülle eigentlich nicht zutrauen würde, und schiebt zusammen mit den beiden Gitarren mächtig nach vorne. Natürlich kann man Ähnlichkeiten zu lebenden (weniger) und toten Vorbildern (deutlich mehr) erkennen, aber so einen Melodie-Rocker muss man erst mal komponieren, singen und solche Gitarren erst mal spielen. Randall Calvert ist ein ganz famoser Gitarrist. You Done Me Wrong kommt in den MP3-Player mit der Aufschrift "Classics". Wishing Well wohl auch, denn über der (zu leisen) Orgel kommt der Betts/Allman-Groove perfekt herangeschwebt und kulminiert in einem perfekten kleinen Gitarrensolo zu geschmackvollem Pianospiel.
New Country gibt es auch. Allerdings New Country im Stile eines frühen Travis Tritt oder eines noch nicht geistig umnachteten Charlie Daniels, also erfrischenden Country Rock ohne Peinlichkeiten; natürlich auch ohne größere Ecken und Kanten, dafür mit Stil und Schwung. Der Honky Tonk Shuffle macht seinem Namen alle Ehre und noch mehr Laune. Randall Calvert kann auch rotzig, nicht nur schön wie seinerzeit Toy Caldwell. Allerfeinste Rock'n'Roll-Handwerkskunst ist das.
Nicht zu überhören ist, dass bei El Segundo die MARSHALL TUCKER BAND Pate stand. Prompt sind Jerry Eubanks, der frühere Flötist und Saxophonist, und Paul Riddle (Schlagzeug) zu hören. Für die Band sicher ein Höhepunkt, der Hörer muss die MTB, Flötentöne und Latin-Sounds mögen. Süffiger kommen "normale" Southern-Nummern wie Southern Poet, wieder mit einer bezaubernden Gitarre, oder das bluesige Rooster, das trotz aller hunderttausendmal gehörten Zitate perfekt swingt, oder das spannende Drivin' Me Wild. Der dritte Titel für den MP3-Player.
Gourmets werden schließlich Saw Mill Rd. lieben. Mr. Calvert, der übrigens Besitzer eines Restaurants in Columbus, North Carolina ist, zupft eine furiose Akustikgitarre zum mitreißenden Groove der Band.
"Take The High Road" ist die alte Schule des Südstaatenrock: musikalisch vorzüglich, natürlich konservativ, aber glücklicherweise nicht reaktionär. Diese Musik war einmal für kurze Zeit angesagt, dann vom schlimmen 80er-Jahrzehnt unter den Teppich gekehrt worden, doch sie lebt immer noch, wenn auch rein kommerziell gesehen ohne größere Bedeutung. So etwas nennt man zeitlos - in diesem Fall zeitlos gut. Man darf SILVER TRAVIS sehr ehrlich gemeinten Beifall für diese CD spendieren.
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