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Osada Vida

The Body Parts Party

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The Body Parts Party
The Body Parts Party, Metal Mind Productions, 2008
Lukas Lisiak Bass, Programming, Vocals
Bartek Bereska Electric & Acoustic Guitars
Rafal "R6" Paluszek Keyboards, Synths
Adam Podzimski Drums, Percussions
Gast:
Marcel Lisiak Vocals (Body)
Länge: 57 Min 23 Sek Medium: CD
1. Body (The Body Parts Party)5. Spine (In Full Swing)
2. Liver (Mr. Liver's Letter To You)6. Heart (Back And Forth)
3. Brain (Mind On Cloud Nine)7. Muscle (Strong But Powerless)
4. Tongue (A White Lie)8. Bone (My Name Is Bone, The Single Bone)

Osada Vida Dass aus Polen gute Bands kommen ist nicht erst seit RIVERSIDE bekannt, schon seit Ende der 60er Jahre kommt mit SBB gute Musik aus diesem Land. Nun mischt seit Anfang des Jahrtausends eine Band mit einem sehr eigenartig klingenden Namen die Szene unserer osteuropäischen Nachbarn auf.
Ich gebe zu, dass ich von diesem Quartett - benannt nach einer "Friede-Freude-Eierkuchen"-Stadt in der Republik Benin (Afrika, Nähe Togo) - bisher nichts gehört habe. Dabei liegt mit "The Body Parts Party" bereits Rundling Nr. 5 vor. Und der könnte mit einer Mischung aus ein bisschen Rock, Metal, Jazz, Ambient sowie ab und zu einem Hauch von PINK FLOYD durchaus interessierte Hörer hinterm Ofen hervorlocken.

Die Songs wirken griffig, keineswegs düster, bleiben teilweise schon beim ersten Hören hängen, bauen sich allerdings nicht immer sehr abwechslungsreich auf. Gute Ideen werden auf alle Fälle verarbeitet, wobei die Gitarre am auffälligsten agiert. Sehr häufig im Wechsel mit den sehr oft an EMERSON, LAKE & PALMER erinnernden Keyboards, legen sie die Basis für die Songs. Der Bass treibt mit den Drums nach vorne, so dass sich ein runder Sound in den Songs entwickeln kann, die sich allesamt im Midtempo-Bereich aufhalten.
Eines der herausragenden Stücke ist für mich das instrumentale Spine, das sich mit seinen musikalischen Wechselspielen zu einem ganz großen Song entwickelt und das Rückgrat der ganzen Scheibe bildet. Aber genau darum geht es auch in dem Track: Um die Wirbelsäule.
Beim Longtrack Bone wird ein schönes Gerüst aus jazzigen Einlagen, gemixt mit leicht triphopigen Einsprengseln, untermalt mit floydigen Keyboards gebaut, dem die Gitarre dazu dann das Leben einhaucht. Bei "The Body Parts Party" handelt es sich nämlich um ein Konzeptalbum, das negative und positive Emotionen und Gefühle von Menschen bearbeitet. Diese werden durch die Körperteile Leber, Gehirn, Zunge, Herz, Muskeln, Knochen und einleitend als der ganze Körper dargestellt.

Sehr interessant, wie die vier Herren versuchen, jedem Part seine eigene Geschichte zu schreiben. [Kollege, hast du recherchiert, ob die Jungs nicht eventuell hauptberuflich Pathologen sind? Red.]
Wenn sie in der Zukunft noch eine Schippe drauf legen, mehr Abwechslung, gepaart mit einem Zacken mehr an Tempo, sollte OSADA VIDA nichts mehr im Wege stehen. Die Zeichen zeigen in eine gute Richtung, und wenn Gründer, Kopf und Sänger Lukasz Lisiak noch ein bisschen mehr Power und Variabilität in seine Stimmbänder bekommt, sollten sich beim nächsten Output mehr und mehr Zuhörer finden.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 20.06.2008

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