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Discovery Of Obskuria
Discovery Of Obskuria, World In Sound, 2007
Tom Brehm Guitars
Miguel Angel Guitars, Vocals (I Am My Own God, For Whom The Bell Tolls, I See)
Winfried Rimbach-Sator Keyboards
Xtian Abugattas 3D Sound Effects
Carlos Vidal Bass
Enrique De Vinatea Drums
Matthias Schäuble Guitars, Vocals (I See, Come Together, Turn Your Face)
Kristin Shey Vocals (Die Die My Darling)
Länge: 79 Min 33 Sek Medium: CD
1. I Am My Own God7. Essence Of It's Own
2. For Whom The Bell Tolls8. Turn Your Face
3. I See9. Discovery Of Obskuria
4. Come Together10. Die Die My Darling
5. Breakfast Suite11. The World Is Gone
6. Forbidden Look

Mit dem Stoner Rock verhält es sich bei mir zumeist recht kritisch, was ganz einfach auch daran liegt, dass ich bei einer ganzen Reihe solcher Interpreten ganz schnell etwas an die Nerven bekomme. Dass nun ausgerechnet diese Scheibe bei mir landet, liegt zunächst mal darin begründet, dass Tastenmann Winnie Rimbach-Sator mit von der Partie ist. Den kennt die Szene vornehmlich durch sein Mitwirken bei den Formationen TREACLE PEOPLE und später FUOCO, die ihren Auflösungserscheinungen nachgeben mussten. Im letzten Jahr sorgte der Junge bei mir für Furore, als KARMIC SOCIETY ihr Scheibchen namens "Journey" veröffentlichten. Das war so ein Teil, psychedelisch bis unter die Haarspitzen, grundsätzlich nicht meine Wellenlänge, zu meiner Überraschung aber ein echter Überflieger. Dieser Sound hatte mich umgehauen und innerhalb kürzester Zeit avancierte das Album zum Tipp.

Wenn der Briefkasten für mich Überraschungen bereithält, sind die meist böse. Sehr böse sogar. Doch der gute Winnie meinte es gut mit mir und zauberte ein schickes DigiPack mit der Aufschrift OBSKURIA herbei. Da kann man ja gar nicht anders, als die unvorhersehbaren Rechnungen und Nachzahlungsaufforderungen beiseite zu legen. Früher war alles besser, vor allen Dingen günstiger, und da kommt der typische wilde Sound der frühen 70er-Jahre auf diesem Album gerade recht.
Wer oder was sind denn nun OBSKURIA? Eine Session-Band, eine Jam-Formation. Mehr wohl leider nicht. Erklärung: Diese Musiker aus vier verschiedenen Formationen (DRAGONWYCK aus den USA, LA IRA DE DIOS aus Peru, KARMIC SOCIETY und TREACLE PEOPLE) trafen sich im Jahr 2006 anlässlich des "Trip in Time"-Festivals. Labelchef Wolfgang Reuther inszenierte eine Session, in deren Mittelpunkt, wie so häufig, altgediente und kultige Cover standen. Aus diesem Bühnenflirt resultierte OBSKURIA.

Von Beginn an ist der Sound dreckig, kantig, der Gitarrist schrammelt, wie man in der Musikersprache sagt, seine Akkorde runter. Der Gesang wirkt gezerrt, die Bässe grollen. Fast könnte man meinen, dass in I Am My God, im Original übrigens von DAYGLOW ABORTIONS, eine Punkband zu Werke geht. Doch schon das folgende Cover lässt diese Ahnung ins Nirwana verschwinden.
Wie offeriert uns die Band im CD-Einleger? "This is your ticket to a new world".METALLICAs For Whom The Bell Tolls ist kaum noch zu erkennen. Hypnotisch bezeichnet man so etwas in Stoner-Kreisen, schleppend für den Unbedarften. Die BEATLES-Nummer Come Together klingt da hingegen schon wesentlich markanter. Der ganze Sound der Aufnahmen versetzt den Hörer in die Zeit, als das Kiffen angesagt und die Flowers ordentlich Power hatten.

Um ehrlich zu sein, viel interessanter erscheinen mir die eigenen Songs. Man hört, dass hier Improvisationen vorliegen, die aber genau so spontan und direkt beim Hörer ankommen. Oftmals sind es die DOORS, die in den Kompositionen durchschimmern, und auch eine gehörige Portion Blues, wie zum Beispiel in Turn Your Face, befindet sich im Zentrum der Musik. Auffallend ist, dass sich über die gesamte Spieldauer jeder Musiker mit ein und derselben Intensität einbringt. Die Orgeln dröhnen fortwährend, die Guitars werden vom "Fuzz" beherrscht, Bass und Drums liefern die soliden, wenn auch standardisierten Grundlagen.
An sich ist das alles verrückt, genauso wie man das Booklet gegen das Licht halten muss, um die Spiegelschrift ohne erheblichen Aufwand entziffern zu können. Die Domain, unter der OBSKURIA erreichbar sind, sagt alles (www.psrb1620-26c.com/).
Der Hippie muss hier begeistert sein, andere können die Scheibe in die Sammlung ihrer obskurer Scheiben einreihen. Damit dürfte fast alles gesagt sein.

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 26.03.2008

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