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Lightdark
Lightdark, Eigenvertrieb, 2008
Giancarlo Erra Vocals, Guitars, Keyboards
Paolo Martellacci Keyboards, Vocals
Paolo Vigliarolo Acoustic & Electric Guitars
Alessandro Luci Bass
Gigi Zito Drums, Vocals
Gäste:
Tim Bowness Vocals (Someone Starts To Fade Away)
Marianne De Chastelaine Cellos (The Misplay, Kites & Lightdark)
Länge: 53 Min 45 Sek Medium: CD
1. About Butterflies And Children5. Someone Starts To Fade Away
2. Places Remained6. Kites
3. The Misplay7. Lightdark
4. From Silence To Noise

Vielleicht liegt es daran, dass ich neulich Abend Zeuge eines wohligen Landregens geworden bin und mir deswegen "Lightdark" der italienischen Formation NOSOUND so gut gefällt. Denn was der aus Rom stammende Sänger, Gitarrist und Keyboarder Giancarlo Erra zusammen mit seinen Mitstreitern hier abliefert, ist das Plagiat schlechthin. Man muss aufpassen, dass man NOSOUND nicht mit NO-MAN verwechselt. Das geht nämlich viel schneller als man glaubt, denn Steven Wilsons Sangespartner Tim Bowness ist auf dieser Scheibe zudem auch noch vertreten. Und von den weichen und anschmiegsamen PORCUPINE TREE aus früheren Tagen brauchen wir nicht zu reden, denn auch die finden wir auf "Lightdark" an jeder Ecke. Dabei stellt sich die Frage, ob man so etwas NOSOUND negativ anlasten sollte. Nein, das machen wir nicht. Einzig die Home Of Rock Tipp-Grafik bleibt stecken, denn das wäre wohl doch zu viel des Guten.

Giancarlo Erra ist ein Multiinstrumentalist, wie man überall nachlesen kann. NOSOUND als Ganzes sind inzwischen allerdings eher als Band zu bezeichnen, wo hingegen der Erstling "Sol29" noch als Soloscheibe von Erra durchging. Aber man darf auch nicht verkennen, dass für die überzeugende Darbietung solcher emotionaler und ambienter Sounds eine gute Mannschaft zusammenarbeiten muss.
Ist der geneigte Fan also erneut auf der Suche nach floydigen Klängen, gespickt mit einfühlsamen und melancholischen Piano- und Synthieklängen, ist man von Beginn an in About Butterflies And Children und Places Remained bei NOSOUND genau richtig. Auch die stimmliche Leistung fügt sich in das ambiente Gesamtbild tadellos ein. Was mir im Vergleich zu NO-MAN vielleicht sogar noch ein Stück besser gefällt, sind die überragenden Gitarrenmelodien. Der Sound ist überwältigend gut und fast jedes Solo passt wie angegossen, sie alle wirken weder aufgesetzt oder gar erzwungen.
Ganz selten plätschert die Musik, wie in The Misplay, in meinen Ohren etwas dahin, obwohl in dieser Nummer erstmals Marianne De Chastelaine mit ihrem Cello unterstützend tätig wird. Das über 15-minütige From Silence To Noise ist dann aber wieder eine äußerst gefällige Meisterleistung. NOSOUND schweben förmlich dahin, bevor die Gitarren im Stile eines David Gilmour spektakulär zu Werke gehen. Tja, und in Someone Starts To Fade Away hören wir dann das Original in persona Tim Bowness. Also, sollte dieser, was eigentlich unmöglich erscheint, bei Steven Wilson in Ungnade fallen, dann kann er hier nahtlos andocken und gemeinsam mit Giancarlo Erra weitermachen. Keiner wird es merken und/oder bemerkenswerte Unterschiede feststellen.

Letztlich darf man anmerken, dass NOSOUND auch eigene Ideen und Besonderheiten mitbringen. Deswegen sollte "Lightdark" nicht als einfacher Klon von vorne herein in die Ecke gestellt werden. Als Freund der ambienten, melancholischen Klänge bilden diese Musiker vielleicht zwar nicht die Alternative, aber eine mehr als lohnenswerte Ergänzung!

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 25.05.2008

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