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Bild (Mariusz Duda): Rafal Buczek
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| Lunatic Soul, K Scope/Snapper Music/SPV, 2008 |
| Mariusz Duda |
Vocals, Bass, Acoustic Guitars, Percussions |
| Maciej Szelenbaum |
Pianos, Keyboards, Flutes, Harmonicas |
| Wawrzyniec Dramowicz |
Drums, Percussions |
| Michal Lapaj |
Organs |
| Maciej Meller |
E-Bow-Sounds |
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Länge: 46 Min 53 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Prebirth | 6. Where The Darkness Is Deepest |
| 2. The New Beginning | 7. Near Life Experience |
| 3. Out On A Limb | 8. Adrift |
| 4. Summerland | 9. The Final Truth |
| 5. Lunatic Soul | 10. Waiting For The Dawn |
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Als die polnische Band RIVERSIDE im Jahr 2004 mit "Out Of Myself" ihr Debüt veröffentlichte, kannte meine Begeisterung für diesen "neuen" Sound kaum Grenzen. Da wurde viel PINK FLOYD in einen modernen Artrock gepackt und verarbeitet, immer im Rahmen einer völlig eigenen Atmosphäre. Besonders auffallend fand ich die Stimme von Leadsänger und Bassist der Band Mariusz Duda. Inzwischen kann der geneigte Fan über eine Trilogie von RIVERSIDE verfügen und feststellen, dass die Formation zwar noch immer auf Atmosphäre setzt, ihre Gangart aber zuweilen etwas verschärft und "metallisiert" hat.
Legt man nun das erste Solowerk von Duda ein, wird man erkennen, wie erheblich sein Einfluss auf die Kompositionen seiner Stammband ist. Nicht nur, dass er über eine anscheinend unverwechselbare Stimme verfügt, nein auch ein Großteil der sphärischen Klanggebilde müsste eindeutig auf sein Konto gehen.
Für sein Projekt LUNATIC SOUL bedient sich der Musiker auf der einen Seite in Polen namhafter und erfahrener Musiker, auf der anderen Seite aber auch eines ziemlich leicht zu durchschauenden und für meine Begriffe etwas einfallslosen Konzepts. Da dreht es sich also in der Hauptsache um die eigenen Hinterlassenschaften für den Fall, dass man das Zeitliche segnet. Sozusagen ein Rückblick auf das, was die Nachwelt mit einem so anstellt. Und natürlich ist es somit nicht allzu schwer, mit stellenweise schwergängigen, trüben und melancholischen Tasten für miese Stimmung zu sorgen. Nicht falsch verstehen, das geht ins Ohr, ohne Frage, aber brauchen wir das?
Wir sind es inzwischen gewohnt, dass insbesondere in der Prog-Szene fast ein jeder danach lechzt, ein eigenes Album einzuspielen. Viele Produktionen sind Mist, nur wenige wirklich lohnenswert. Aus dieser Sicht spreche ich diesem LUNATIC SOUL-Werk gar nicht seine Daseinsberechtigung ab. Denn das ist durch und durch Duda und kein anderer. Unter Verzicht auf elektrische Gitarren drückt der Musiker den etatmäßigen RIVERSIDE-Tastenmann Michal Lapaj förmlich an die Wand und fordert ihn dazu auf da weiterzumachen, wo er bei "Out Of Myself" aufgehört hat. Und jetzt streiche man die gewaltigen musikalischen Wutausbrüche und sei bereit, für ein überwiegend ruhiges Album.
Ich nehme mal an, dass es für Schlagwerker Wawrzyniec Dramowicz (INDUKTI) nicht mehr als eine willkommene Abwechslung ist, möglicherweise auch eine passable zusätzliche Einnahmequelle, mit Verlaub hätte aber wohl auch jeder andere x-beliebige Drummer diese Nummern einspielen können. Interessant sind allerdings die E-Bow-Sounds, die ein gutes Stück dafür sorgen, dass man die E-Gitarre gar nicht vermissen wird. Eine saubere Percussion-Arbeit wie in Summerland erledigt ihr übriges. LUNATIC SOUL arbeiten mit viel Rhythmik, wie beispielsweise im Titelsong oder auch dem späteren The Final Truth, im letzteren sogar noch ausgefeilter und etwas verquerer.
Zwischendrin breitet sich im instrumentalen Where The Darkness Is Deepest das gebotene und verfolgte Konzept immer weiter aus. Allerdings braucht man auch nur die Titel der Stücke anlesen, um einigermaßen inhaltlich mitzukommen.
Dieses Album bietet auf der einen Seite unsagbar schöne Momente, wirkt auf der anderen Seite hin und wieder auch etwas aufdringlich und voller Klischees, die vielleicht eher zu einem Spielfilm gepasst hätten, als dass man hörtechnisch davon nicht mehr die Finger lassen kann. Also bin ich momentan noch etwas unentschlossen und wage genau deswegen doch den Ratschlag auszusprechen, sich die Scheibe anzueignen, etwas Zeit zu investieren und in Dudas Klangwelt einzutauchen. Denn den einen oder anderen nachhaltigen experimentellen Effekt kann man nicht leugnen und Mariusz Duda entpuppt sich dadurch weiter zu einem interessanten Musiker, dem es hiermit auch gelingt, schon jetzt die Neugier auf das kommende RIVERSIDE-Werk zu lenken.
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