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Journeys Fables & Lore
Lunarium
Journeys Fables & Lore, Farvahar Records, 2008
Cinnead Loreweaver Lead Vocals, Guitars
Rygon Riffaxe Guitars
Jarloc Darkstar Bass
Justyn "Blade" Van Stokken Drums
Länge: 64 Min 01 Sek Medium: CD
1. Warcry9. Feast Of Sargonnas
2. Death Rides10. 1066
3. Sea Dragons11. Elizabeth's Song
4. The Devine Infidelity Of A False Prophet12. The Waymen
5. Heritage Taken13. Ale
6. Liberation14. Luna's Wake
7. Hail The Fallen15. Trollslayer
8. Brothers In Arms

Aus Ohio, USA, kommt diese, bisher unverbrauchte, Formation namens LUNARIUM und präsentiert uns traditionellen Heavy Metal mit erheblichen keltischen Einflüssen. Seit dem Jahr 2005 frönt man den eigenen Vorfahren und zieht musikalisch in so manche erdachte und geschichtsträchtige Schlacht. Das sind die Battles Of Gods, wie man so schön sagt. Dass das alles ein wenig Kitsch mit sich bringt, ist doch logisch. Man schaue sich die Künstlernamen an, und kann erahnen, um was es sich handelt. Cinnead Loreweaver, Rygon Riffaxe, Jarloc Darkstar und Justyn "Blade" Van Stokken bilden das Line-up der LUNARIUM-Kampfesbrüder. In unseren Gefilden ist so etwas sicherlich Beiwerk und führt nur in den seltensten Fällen zum Kaufrausch, in den USA mag es dagegen ganz anders aussehen.
Was uns interessiert, ist die gebotene Musik. Und die erklingt in der Tat sehr interessant aus den Boxen. Ich nehme es gleich vorweg: Nach knapp 64 Minuten hat man eine keltische Abreibung bekommen, reibt sich etwas verwundert die Ohren und wird in den aller meisten Fällen auf den Repeat-Knopf drücken. Dazu muss man allerdings die Schwächen in den Sangeskünsten überwunden haben und sich an dem druckvollen Gesamterscheinungsbild von LUNARIUM erfreuen. Es mag sicherlich, gerade im schier unendlichen Universum von Metal-Bands, ähnliche Darbietungen geben, aber ich attestiere, insbesondere in der Auswahl der gespielten Arrangements, der Band eine mehr als ansprechende Leistung.

Soundtechnisch gibt es wenig bis gar nichts zu bemängeln. Auf ihrem Debüt starten die 4 Jungs in Warcry mit trivialen Riffs, thrashigen Rhythmen und sinnigerweise mit folkigen Gesangslinien. Die Melodien ergeben sich zwangsläufig aus der gewählten Absicht der Band, nämlich, die einem keltischen Folk-Stil zugehörigen Trademarks zu verrocken und in ein metallisches Gewand zu packen. Und setzt man genau hier die Messlatte an, gelingt es der Band auch, glaubwürdig beim Hörer anzukommen.
Es ist eigentlich vollkommen egal, welche Nummer man sich bei der genaueren Untersuchung annimmt. LUNARIUM erreichen ihr Ziel mit Death Rides genauso, wie in dem mit leichten Boogie-Rhythmen unterlegten Sea Dragons. Die in den Stories beschriebenen und geschilderten Hauptakteure reiten sich den Allerwertesten ab. So manches kann sich zu einem kleinen Ohrwurm entwickeln, beispielsweise The Devine Infidelity Of A False Prophet, wobei mir hier als aller erstes die Herren Dave Murray und Adrian Smith einfallen. Dabei entfaltet sich selbstverständlich das ausgemachte Manko, denn wir hören hier keinen Bruce Dickinson, der stilistisch vielseitiger und ganz einfach markanter erklingt.

Nun gut, von einem MAIDEN-Klon sind wir weit entfernt. Die Anmerkung dient der Verdeutlichung, dass der musikalische Ursprung auch bei LUNARIUM in der Tat im traditionellen Metal liegt, ohne Besonderheiten und Auffälligkeiten. Die eine oder andere grunzige Einlage, und schwups, ein breiteres Spektrum ist abgedeckt. Im Ergebnis bleibt es dabei, dass die Songs nach dem Motto "In der Kürze liegt die Würze" runtergespult werden, und dass auf diesem Debüt von vorne bis hinten metallisch gerockt wird. Ob man sich von den keltischen Einflüssen anstecken lassen möchte, unterliegt schicht und ergreifend dem Versuch. Mut zur Lücke ist angesagt, mir gefällt es recht ordentlich.

Ralf 'Jogi' Ruhenstroth, (Impressum, Artikelliste), 18.04.2008

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