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| Handmade Music, M.i.G.-Music, 2011 |
| Lance Lopez |
Electric & Acoustic Guitars, Lead Vocals |
| Chris Gipson |
Bass, Backing Vocals |
| Jimmy Dereta |
Drums, Percussion |
| Eric "Scorch" Scortia |
Hammond B3 Organ, Piano |
| Produziert von: Jim Gaines |
Länge: 56 Min 08 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Come Back Home | 8. Letters |
| 2. Hard Time | 9. Vaya Con Dios |
| 3. Let Go | 10. Black Cat Moan |
| 4. Dream Away | Bonus Tracks: |
| 5. Get Out And Walk | 11. Can't You Feel It? |
| 6. Your Love | 12. Lowdown Ways |
| 7. Traveling Riverside Blues | |
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Zeit für frischen Wind nach den Anstrengungen mit "Lulu" und "SMiLE", also mal wieder was Rock'n'Roll auf die Ohren - aber, mit Verlaub, ist Lance Lopez dafür der richtige Mann? Jener Lance Lopez, der im Zweifel auch noch die wendigste 128tel-Note mit verbundenen Augen im Dunklen mit dem Lasso einfängt und zum trocknen an die G-Saite hängt bevor er ihr kalt lächelnd mit einem zweieinhalbminütigen Solo den Garaus macht? Ist der nicht auch furchtbar anstrengend? Ist er, im Jahr 2011 sogar noch mehr als auf all seinen früheren Scheiben, die sich in der Tat manchmal über völlig übertriebene Bluesrock-Gitarrenhelden-Posierereien erschöpften. "Handmade Music" macht einen allerdings nur rein physisch fertig, das Ding rockt und groovt nämlich nicht ungefährlich für den untrainierten Hörerkörper.
Lopez hat, mal wieder, eine neue Begleitband und ist zum zweiten Mal mit dem Blues-Großproduzenten Jim Gaines ins Studio gegangen. Möglicherweise hat der ihm bei einem opulenten Abendessen, der Herr Gitarrero hat ordentlich zugelegt, ein paar Weisheiten verraten. Zum Beispiel diese: It's not the guitar player - it's the song!
Und so geschah es, dass Lance Lopez zwar nicht die Gitarre in die Ecke stellte und fürderhin die Ukulele bediente, aber er setzte sich hin und schrieb Songs für Band, Gesang UND Gitarre, nicht wie so oft früher andersrum. Außerdem flogen einige Dauerzitate von Hendrix und Vaughan aus dem Programm, so dass "Handmade Music" nichts anderes als sehr, sehr guter klassischer Bluesrock, Boogie und Texas-Rock mit teilweise starken Southern-Sounds wurde. "Handmade Music" ist differenzierter und abwechslungsreicher als alles bisher, es ist entspannter und relativ fern von früheren Hudeleien. Sogar die wenigen Balladen sind gelungen und so durcharrangiert, dass man nicht an Lückenfüller denken muss.
"Handmade Music" ist natürlich für ein Album von Lance Lopez ein absurder Titel, der Mann war noch nie Synthetik-Musiker, aber irgendwie stimmt die Bezeichnung dann doch. Es ist der Sound, warm und dick, es ist die Band, die mitsamt Hammond und Piano dampft wie eine Lokomotive und es ist Lance, der so gut singt wie nie zuvor und gleichzeitig die effektivste Gitarre seiner Karriere spielt und nicht wie noch auf "Higher Ground" alles selbst macht. Das führt dann zwangsläufig zu einem Südstaaten-Boogie wie Get Out And Walk. Stichworte dazu: HYDRA und MOLLY HATCHET. Noch Fragen?
Es gibt Hard Rock, Texas-Shuffle, Swamp-Boogie, Reminiszenzen an ZZ TOP, einen funky Ohrwurm zum Hüpfen, ein Quoten-Instrumental und einen Quoten-Blues, das wundervolle Johnny Winter-Cover Can't You Feel It? (eigentlich von Dan Hartman für das Über-Album "Still Alive And Well" und hoffentlich auf der Verkaufs-CD richtig geschrieben) und natürlich auch ein wenig Stoff für die Fritze-Fingerflink-Fraktion. Dazu singt Lopez sensationell, manchmal wie NAZARETHs McCafferty ohne Kehlkopfdiphtherie, oder einfach nur wie ein cooler Kerl, der seinen Weg endgültig gefunden hat. Mehr kann man diesem Genre 50 Jahrzehnte nach seiner Erfindung nicht mehr hinzufügen - insofern hat Lance Lopez das Optimum herausgeholt. Strike!
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