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| Lamps Of Delta, Pottwal Platten, 2009 |
| Martin Chramosta |
Guitars, Vocals |
| Florian Lindenberger |
Drums |
| Urban Rabaglio |
Bass |
| Daniel Steiner |
Guitars |
| Produziert von: Guido Lucas & Lamps Of Delta |
Länge: 43 Min 00 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Black Mace | 7. Bock |
| 2. Trident Force | 8. A Wind Is On Its Way And It Blows Hard |
| 3. Flag | 9. Interregnum Express |
| 4. John Brock | 10. One Life Is Not Enough |
| 5. Out Of Sight | 11. The Liver, The Love |
| 6. City Of Despair | 12. Les Chiens D'Angoulême |
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Ich gehöre zu den Menschen, die mit dem Zug zur Arbeit fahren. Weniger aus Überzeugung, mehr aus Notwendigkeit. Wer morgens im Ruhrgebiet zur Arbeit fährt, greift, wenn es die Verbindung denn hergibt, lieber auf die Bahn zurück, weil es dann doch entspannter, aber nicht zwingend schneller ist. Leider kann ich meinen Arbeitsweg dabei nicht mit dem schmucken Interregio bestreiten, sondern muss auf die schmuddelige S-Bahn zwischen Dortmund und Düsseldorf zurückgreifen. Womit wir schon beim Thema wären, denn LAMPS OF DELTA machen keine schmucke Musik, sondern schmuddelige, dreckige, hingerotzte Rockmusik. Das ist erst mal lobend hervorzuheben und betrifft nicht nur die Musik. Wahrscheinlich haben sich die vier Schweizer gedacht, dass man zur Musik auch das passende Ambiente was die CD-Verpackung angeht braucht. Also, Drucker angeschmissen und das Cover mal eben da rausrotzen lassen, auf normalem Papier, nix hochwertiges - cooperate identity nennt man das. Wie die Musik, so die Verpackung
Weiter geht's: Martin Chramosta am Gesang brüllt und wütet dabei meist so wie ich, wenn die Bahn mal wieder Verspätung hat. Also, steigen wir ein in den "Interregnum Express" und lassen uns von dem Quartett durch die Landschaft schaukeln. "Black Mace", "Trident Force", "Flag" - der Zug kommt nicht richtig in Fahrt. Statt Express doch wohl eher Bummelbahn ohne Möglichkeit zum Blumenpflücken. Wir fahren in den nächsten Bahnhof ein und es steigt "John Brock" ein. Aber holla! Der lässt in alter BOLLOCK BROTHERS-Manier die Sau durch die Bahn rasen. Na, also, geht doch. Wenn der Zug schon nicht anrollt, dann müssen wir es eben drinnen krachen lassen. Leider ist der gute Mann danach "Out Of Sight" und somit auch die Stimmung wieder aus dem Abteil. Weiter geht es zur "City Of Despair". Na, das könnte meine Heimatstadt sein, an der verzweifel' ich auch oft (Da gibt es noch nicht einmal mehr eine Brauerei! Die Red.). Genauso wie an diesem Lied. Wieder ruhige Fahrt! Kein Dampf auffem Kessel! "Bock" - ja den hätte ich jetzt mal wieder auf Vollgas. Und? Klappt doch. "Bock" rumpelt wieder über die Bahn, scheinbar hat Jim Knopf den Hebel wiedergefunden. "A Wind Is On Ist Way And It Blows Hard" - schade, dass man davon im Zug nicht viel mitbekommt. Bluesige Momente mit leicht punkigen Einschlägen - und trotzdem zündet's nicht. Jetzt aber: der Blick aus dem Fenster zeigt den "Interregnum Express". Der kann zwar mit einem schönen und abwechslungsreichen Ambiente punkten, aber richtig überzeugend ist das für mich nicht. Da kann ich auch sitzenbleiben, wo ich bin. "One Life Is Not Enough" gilt wohl, wenn man die Deutsche Bundesbahn attraktiver gestalten möchte. Das werde ich in meinem Leben wohl nicht mehr mitbekommen. Na ja, und um diese Scheibe schwungvoll über die Ziellinie zu schieben, reicht es leider auch nicht. "The Liver, The Love" legt zwar nochmal nach, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir es hier mit einer durchschnittlichen Scheibe zu tun haben. Über das abschließende "Les Chiens D'Angoulême" breite ich dann lieber die Schiene des Schweigens. Die Fahrt nach Angoulême zum Hunde Schauen hätte ich mir auch sparen können, zu spät kommt der musikalische Ausbruch in den letzten Minuten.
Ich will Schweizern hier nichts Böses. Absolut nicht! Aber diese Scheibe ist einfach zu saft- und kraftlos, als dass man damit richtig auf die Pauke hauen könnte. Damit werden sie keinen überzeugten Bahnfahrer auf den Highway locken können.
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