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| Roadhouse Party, Ultrascene Entertainment, 2009 |
| Kimon Katafigiotis |
Vocals, Guitar |
| Marc Gambino |
Bass |
| Rob Savoy |
Drums |
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Länge: 64 Min 05 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Roadhouse Party | 9. Supply & Demand |
| 2. Far Off Places | 10. Heroes |
| 3. Time To Move On | 11. Blind Leading The Blind |
| 4. A Letter From Oceanside (Long Gone Away) | 12. Light Up The Stars |
| 5. You Beautiful Thing, You | 13. Rebel Rebel |
| 6. dues:PAID | 14. Captured |
| 7. Fire | 15. A World Away |
| 8. Peace, Love And Understanding | 16. The Boys Of Summer |
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Die erste CD der Band um Kimon (sprich key-mon) und seine Propheten, die allerdings einzeln schon auf mehrere Jahre in verschiedenen Bands zurückblicken; die sechste CD von Kimon selbst.
Laut Waschzettel ist Kimon beeinflusst durch den Blues in seiner Ausprägung Delta, Chicago und Piedmont. Gut, Delta ist eher akustisch (Sony Boy Williamson wird als Vertreter genannt) und kommt jetzt nicht so oft auf dem Album vor, um nicht zu sagen gar nicht. Texas und Chicago, die hartgekochten und elektrifizierten Ausgaben des Delta gibt es zuhauf (Muddy Waters, Otis Rush, Paul Butterfield, Willie Dixon und Stevie Ray Vaughan sind wohl die bekanntesten Vertreter dieser Richtung) - aber was ist die Piedmont-Variante?
"Der Piedmont Blues ist ein ländlicher Blues-Stil, der geographisch nicht nur auf das hügelige Küstengebiet Piedmont (etwa von Richmond, Virginia bis Atlanta, Georgia) beschränkt ist, sondern an der Ostküste der USA zwischen Maryland und Georgia beheimatet ist. Piedmont Blues Musiker stammen aus diesem Gebiet aber auch aus Maryland, Delaware, West Virginia, Pennsylvania und Florida. Dieser Bluesstil zeichnet sich durch eine besondere Fingertechnik auf der Gitarre aus, bei der eine mit dem Daumen gespielte Basslinie die auf den höheren Saiten gespielte Melodie unterstützt. Meist im Duo gespielt, gehört sehr oft neben der Gitarre das Klavier, die Geige, das Banjo oder die Mundharmonika als zweites Instrument dazu. Im Gegensatz zum 'Deep Blues' (bzw. Delta Blues) aus dem Süden ist der Piedmont Blues in der Regel fröhlicher, die Texte stecken oft voller lustiger Wendungen oder handeln von 'leichten' Alltagsthemen", erklärt uns Wikipedia und nennt Sony Terry und Brownie McGhee als bekannteste Vertreter.
Gut, nachdem wir das wissen und immer mehr die Meinung von Billy Steer teilen, der da sagt, es gäbe guten und schlechten Blues und Punkt, hören wir uns die Songs an und notieren etwa:
Roadhouse Party - das Album beginnt mit einem eher bei den Standards einzuordnenden Uptempo Texas Blues (um die Aufzählung der Spielarten aufzustocken…), wo Kimons Spiel an Stevie Ray Vaughan erinnert, der Song geht gut ins Ohr. Far Off Places folgt als Funk, der zum Ende hin Kimon Raum für ein langes Solo und Duellen mit sich selbst einräumt; das Ganze ist dann mit einer Partystimmung und -geräuschen unterlegt. Time To Move On zieht das Tempo an und geht als astreiner Chicagoblues durch, wobei Jimmys Gitarrenton etwas weniger rau ist als auf den ersten Tracks; der Song ist auch etwas verspielter und swingt etwas mehr.
A Letter From Oceanside legt den Blues beiseite und kommt als Shuffle; You Beautiful Thing, You ist astreiner bläsergestützter Soul, der ins Bein geht und sicher das Highlight des Albums ist.
dues:PAID hat als Uptemporocker viel Platz für eine Wah-Wah-Gitarre und beendet erstmal die Reihe der Eigenkomposition. Es folgt Hendrix' Fire und das von Nick Lowe geschriebene Peace, Love And Understanding. Wie schon zuvor nutzt Kimon die Studiotechnik und man hört drei Gitarren auf Supply & Demand, das durch das etwas monotone Riff an Bo Diddleys Überstück Who Do You Love erinnert und auch wieder der Wah-Wah Platz einräumt.
Weiter geht's mit Bowies Heroes. Blind Leading The Blind gefällt mit einer akustischen Slide als Rhythmusinstrument und einem weiteren Vaughan-Solo. Light Up The Stars ist ein Midtemporocker, und hier und auf Captured erinnert mich das Spiel sehr an ZZ TOP zu Zeiten von "Tejas", etwa bei Snappy Kakkie. Zwei weitere Cover - Rebel Rebel und Don Henleys Boys Of Summer - folgen.
Insgesamt kann man feststellen, dass die Rhythmsection gut groovt, Kimons Gitarrespiel gefällt und das ganze gut produziert ist. Die Songs sind stellenweise schon fast Pop zu nennen, und in einem richtigen Roadhouse geht hier wohl bei einigen Songs die Post ab. Die Cover sind eher überflüssig, die Eigenkompositionen sind gut genug, um das Album auch als solches interessant zu machen. Allerdings listet die Bio etwa 40 Coversongs, die die Band drauf hat, auf - wenn du im Roadhouse bist, heule mit den Wölfen und gib der Meute, was sie will.
Auf fast jedem Track sind mehrere Gitarrenspuren zu hören, so dass der erste Eindruck, es könnte sich um reine Triomusik handeln, täuscht.
Fazit: Nett, das, und aller Achtung wert. Aber - es gibt soviel Interessantes da draußen zu hören - ob es unbedingt einen Kimon und seinen Blues braucht muss jeder für sich entscheiden. Das Album erreicht mangels kompositorischer Höchstleistung nicht die Klasse und Liga, die es zu einem Muss machen könnte; die Covertracks helfen da auch nicht. Bluesfreaks sollten dem aber auf alle Fälle eine Chance geben.
Die beigefügte DVD enthält vier Tracks von früheren Kimon-Alben und vier Videos zum Album.
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