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| Jürgen Zöller Selbst - Aus dem Leben des BAP-Trommlers, Bosworth Music GmbH, 2008 |
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978-3-86543-390-9 |
| Umfang: |
294 Seiten, Taschenbuch |
| Preis: |
14,95 Euro |
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Er war der erste Schlagzeuger, der mit einer deutschen Rockband in China spielte. Er war dabei, als die Kölner Rockinstitution BAP 1988 einen Neubeginn startete. Er war dabei, als man vor unzählig vieltausend Menschen beim WERNER-Rennen in Hartenholm nachts um 2:00 Uhr die Menschen mit Born To Be Wild in Stimmung brachte. Er kriegte die Streitereien und den anschließenden Bruch der erfolgreichsten BAP-Besetzung mit. Und er ist bei der optimalsten Bandbesetzung in der dreißigjährigen Geschichte der Kölschrocker immer noch dabei: Jürgen Zöller - seines Zeichens Schlagzeuger bei BAP, und das bereits seit über zwanzig Jahren.
Doch dieses Buch ist mehr als nur eine Geschichte über BAP. Das macht im gesamten erstaunlich wenig aus, denn das Hauptaugenmerk von Thomas Zimmer gilt der ganzen Biographie von Jürgen Zöller. Aufgewachsen im Westerwald der 50er Jahre, verspürt Klein-Jürgen schnell den Wunsch Musik zu machen. Und immer wenn er irgendwo den Rhythmus spürt, schlägt es auf der "Zappel-Skala" aus - und die ist nach oben offen.
Jürgen Zöller beginnt seinen musikalischen Weg im Westerwald mit einigen Coverbands, bevor es ihn in das große Frankfurt verschlägt, wo er sich mitunter in Clubs/Kneipen erdreistet während Spielpausen von Bands selbst den Hocker hinter den Drums zu belegen und ein bisschen zu grooven. Das hinterlässt Eindruck und er selbst sorgt dafür, dass man ihn dadurch in Erinnerung behält. Von da an sind es zwar noch viele kleine Schritte, bevor die ersten großen Bühnen geentert werden, aber der Anfang ist gesetzt. Dazwischen muss erst noch die Hippiezeit größtenteils in Torremolinos, dem Hippiemekka, in aller Farbenpracht zelebriert werden. Mit der Discotruppe SUPERMAX erlebt er das erste Mal auf größeren Bühnen, bevor er über Umwege auf Wolf Maahn trifft und fortan der Trommler der DESERTEURE wird. Weitere Stationen seines Lebens sind noch James Last, Wolfgang Ambros, Reinhard Fendrich und andere. Auch ein Einzelgig mit Chuck Berry steht auf dem Memoirenzettel, wenngleich dieser nicht unbedingt zu den besten des Herrn Zöller zählt - auf alle Fälle aber zu den skurrilsten. Alles in allem eine sehr erlebnisreiche Zeit, die bereits hinter ihm lag, bevor er bei BAP einstieg.
Was dieses Buch so lesenswert macht ist nicht nur der äußerst relaxte und humorvolle Schreibstil, sondern auch das, was man über die Musikgeschichte unseres Landes erfährt. Man kann die Entwicklungen der Rock'n'Roll-Musik förmlich miterleben. Von daher ist es nicht nur eine Biographie im eigentlichen Sinne, sondern auch eine Rückblende auf das Musikdeutschland der 60er-80er Jahre.
Mit diesem Buch ist Thomas Zimmer, der selbst Schlagzeuger ist und als Dozent für Rock- und Popgeschichte an der Musikhochschule in Karlsruhe arbeitet, sicherlich kein Pulitzerpreis garantiert, aber dem Leser ein paar vergnügliche Lesestunden. Es ist einfach, humorvoll, fundiert und immer interessant geschrieben und sorgt somit für einen schnellen Lesegenuss.
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