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| Secret Weapon, Frontiers Records, 2009 |
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Länge: 43 Min 15 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Alive Again (Vocals Joe Lynn Turner) | 7. Rada's Theme (Instrumental) |
| 2. Heal The Broken Hearted (Vocals Paul Rodgers) | 8. The Vine (Vocals Jimi Jamison) |
| 3. Hot To Cold (Vocals Deanna Johnston & Joe Lynn Turner) | 9. In These Eyes (Vocals Keith St. John) |
| 4. French Quarter (Instrumental feat. Keith Emerson) | 10. Vermilion Border (Instrumental) |
| 5. 33 West Street (Instrumental feat. Paul Reed Smith) | 11. I've Been Leavin' You (Vocals Andrew Black) |
| 6. The South Summit (Vocals Duke Fame) | 12. Somewhere (Theme From West Side Story) (Instrumental) |
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Howard Leese: ein klassisch ausgebildeter Musiker, vielseitig einsetzbar auf der Gitarre und dem Keyboard, 22 Jahre lang mit den Wilson Sisters bei HEART, nennt Dick Dale, Keith Richards, Peter Green, Jeff Beck, Jimi Hendrix, Eric Clapton und Paul Kossoff als Einflüsse, was auch dazu führte, dass er sein Leben als Musiker begann, indem er eine Band namens THE BRIGADE gründete, die FREE coverten.
Man nennt ihn die 'Secret Weapon', weil er sich gerne im Hintergrund hält und anderen den Platz im Rampenlicht gönnt. Und nun hat er eine CD veröffentlicht, die denselben Titel trägt.
Howard Leese, Howard Leese … woher kenne ich bloß … AH! Ich weiß - der spielt als Mitglied von Paul Rodgers' Tourband Gitarre auf dem von mir nicht sehr geschätzten Live-Album des Herrn Rodgers in Glasgow, und zumindest das mit der 'secret weapon' stimmt, denn wie man auf der DVD sehen kann, ist er nicht sehr lebhaft. Und, wie man auf der CD vermeintlich hören kann, auch eher ein langweiliger Gitarrist…
Tja, Herr Gastrock, das letzte stimmt zumindest nur bedingt. Auf seiner CD brennt er ein ganz nettes Gitarrenfeuerwerk ab, und damit wollen wir uns jetzt mal beschäftigen.
Das Album hätte eventuell - zumindest in meinen Augen - Rodgers' Ruf als herausragender und kreativer Rocksänger wieder stärken können, und hätte ein herausragend famoses Album werden können. Leider ist es nur sehr gut, weil:
Alive Again gibt dem Album einen guten Start. Der allseitig verwendbare und überall seiende Joe Lynn Turner leiht seine Stimme einem typischen BON JOVI-Rock-Track, den der so nie hätte schreiben können (denn: Jon Bon Jovi ist kein Rocker!), der langsam beginnt, nach einigen von den BEATLES geliehenen Loops und dem ersten akustischen Teil plötzlich beim Refrain in eine Grunge-Gitarre ausbricht, um dann wieder unplugged weiter zu machen (und da sind sie schon: Geigen im Hintergrund, von denen wird später noch zu sprechen sein). Trotzdem - zweiter Anlauf - Überleitung zum Grungeteil, und da knurrt sie wieder, die Gitarre, und Howard lässt ein richtig nettes, melodisch-wildes Solo von Stapel, JLT brüllt 'Yeah' und alles ist im Lot. Sehr gut, diese Spannung zwischen akustischem und elektrischem Teil, zweifelsfrei gut gesungen - prima.
Auftritt Päule Rodgers. Dulcimergeplänkel, irisch anmutendes Intro, Congas, und Rodgers singt low key als der Paul Rodgers von BAD COMPANY bei einem Track, der auf jedes BAD-CO.-Album gepasst und das veredelt hätte. Howard gibt den besseren Mick Ralphs und Paul singt wie schon lange nicht mehr. Man stelle sich ein ganzes Album dieser Art vor, und damit hätte man das Herz jedes Classic Rock Fan erfreut und - siehe oben - Herrn Rodgers Ruf wieder hergestellt.
Zeit für großes Beziehungsdrama: Hot To Cold featuring einen Sängerstreit zwischen Deanna Johnston und Joe Lynn Turner, Howard fügt die nötige gitarristische Würze bei. Gut, rockt.
French Quarter gibt dann 'Ye Olde' Keith Emerson auf einem Minimaltrack ganze 42 Sekunden Zeit für ein Pianosolo; das ist erträglich. 33 West Street ist ein Instrumental, wieder mit schön heftig zupackender Gitarre unter Mithilfe des Gitarrenbauers Paul Smith. Recht konventionell eigentlich, der Drummer groovt ganz ordentlich und hat nette Drum-Rolls parat, der Synth führt die stellenweise nötige orchestrale Unterfütterung zu. Das alles erinnert ein wenig an Joe Satrianis Soloeskapaden, aber Howard hält sich viel mehr zurück als Joe es tat und daher ist das ganze ein Song, keine Lehrstunde in Gitarrespiel, und damit gut.
The South Summit gibt SPINAL TAPs Duke Fame (bekannt als Paul Shortino von RUFF CUTT) Gelegenheit, ans Mikro zu treten. Akustisches Intro, im Mittelteil vermeint man dann den leibhaftigen Robin Trower an der Gitarre zu hören - und damit ist auch klar, wem hier Tribut gezollt wird (nur dass Trower schon länger nicht so einen überzeugenden Track hatte, soweit ich weiß). Wie bei vielen Trower-Songs bewegt sich die Nummer zwischen Uptempo und Lowtempo, die Gitarre singt, greift zu und ist dann wieder ganz zurückhaltend; und der Song ist definitiv zu kurz.
Rada's Theme ist ein akustischer Soft-Jazz Song der weichen langsamen Art, und ist nett. The Vine zeigt, dass Jimi Jamison tatsächlich singen kann, obwohl die Stimme ohne jede Ecken und Kanten ist. Ein 'schöner' Sänger für ein ebenso 'schönen' AOR-Track der völlig überflüssigen Sorte.
In These Eyes kriegt wieder die Kurve zu mehr Qualität - wieder beginnt der Song akustisch - und behält lange sein langsames Tempo, wobei der Drummer wie gesagt ganz nett groovt. Drama, nimm Deinen Lauf, und Howard gibt uns ein klassisch-melodisches Solo das gut klingt, und wenn Du denkst - jetzt… jetzt gleich explodiert der Song… nein, tut er nicht.
Vermillion Border ist wieder ein Instrumental der sanften Sorte, das bei mir die Barriere mühelos nimmt und dabei unter Zuhilfenahme von allerlei akustischem Geplänkel direkt in den Matsch des Kitsches fällt, und wenn dann noch Geigen den Himmel verhängen - gnadenlos überproduziert.
I've Been Leavin' You ist der unvermeidliche Blues, aber endlich greift die Gitarre wieder zu, Andrew Black singt herrlich bluesig, und der Track passte auf Rodgers Solo-CD "Muddy Water Blues". Pass mal auf, Howard, wenn Du nicht mit Paul willst, nimm doch Andrew Black, der ist genauso gut und frischer - eine nette Abwechslung und für mich der beste Sänger auf dieser CD. Saucooler Blues-Track. Wie gut Black ist, kann man bei YouTube u. a. hier sehen.
Somewhere aus der "West Side Story" ist halt ein ganz wunderbarer Song wunderbar dargebracht - und, Geigen hin, Geigen her, als Ausflug in andere Gefilde akzeptabel, obwohl mir ein weiterer Bluestrack wesentlich lieber gewesen wäre.
Jetzt wissen wir auch, warum ich am Anfang sagte, das hätte eine herausragend famose Platte werden können - aber die paar Schluffi-Tracks, gleichwohl sie gut in den Albumflow passen, verderben einem etwas die gute Laune. Trotzdem ragt das Album aus dem Wust von Releases heraus und sollte angehört werden. Daher, und weil es so abwechslungsreich ist, ist das ein TIPP von mir.
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