|
|
| Ironwood, Swampjawbea Music, 2010 |
| Elvis DD |
Bass |
| Jonboat Jones |
Vocals, Guitar |
| Kreg Self |
Lead Guitar | |
| J. "Kwall" Kowalski |
Drums, Backing Vocals |
| Gäste: |
|
| John "J.R." Rickard |
Steel Guitar #2,7 |
| Kristie Lyn |
Vocals #2 |
| Andy Francis |
Keyboard #3 |
| Amanda Peachey |
Vocals #4 |
| Steve "Steak" Larson |
Vocals, Dobro #9 |
| Rob Tones |
Vocals #9 |
| 2 Guns Posse (Hogjaw Guys, Byron Filson, Dirt Boy, Adam Lee Cogswell, Tanner Grace & Shadrack) |
Backing Vocals #7 |
| Produziert von: Hogjaw and Byron Filson |
Länge: 49 Min 57 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Rollin Thunder | 6. Ain't Ever Gonna Win (Without A Little Bit of Sin) |
| 2. Blacktop | 7. Two Guns |
| 3. Three Fifty Seven | 8. Walkin |
| 4. Ol' Slippery Willie | 9. Flathead |
| 5. County Line | 10. Hornswogglin |
 |
Arizona, der Staat gleich rechts von California, links von Nevada - Wüste und sonst nischt - ach ja, doch - der Grand Canyon, und ein sehr rigides Gesetz zur Identifikation und Verfolgung von illegalen Immigranten (ohne die das Land allerdings nicht leben könnte, denn die machen die ungeliebte Arbeit). Voll von 6 Millionen Einwohnern; vier davon haben jetzt dieses ruppige Stück Southern Heavy Rock, ihre zweite CD, veröffentlicht.
Beeindruckend, dieser Grand Canyon, soweit ich ihn von Bildern kenne; irgendwo der Sky Walk, diese Brücke mit Glasboden über dem Canyon. Bisschen verrückt sind die da wohl schon, aber bei der Hitze. Und da ist es wirklich, wirklich heiß, nicht so lau wie hier.
Wer da aufwächst und lernt, Musik zu machen hat, ähnlich den Texans, keine Zeit für ziseliertes Schöngetue - auf die Zwölf und Gut ist, oder wie? Tja, sollte dem so sein (das ist SPIEGEL Technik - stelle eine Behauptung auf, und bring dann gleich die Antithese dazu - hohe Kunst des Journalismus!) … sollte dem also so sein, dann sind die Jungs hier nicht so ganz typisch, wie schon ihre erste CD zeigte, von dem das Zweitwerk nicht ganz so weit - im Guten - entfernt ist.
Eines gleich vorneweg - das mit den Refrains, das ist immer noch nicht so ganz HOGJAW's Stärke - so schöne Heuler wie Swee-heet Houuume Aaaalabaahma gibt es hier eher selten (Ausnahmen wie Blacktop bestätigen die Regel). Hier zählt der Songaufbau, und das ist auch gut … nee, der Schnack passt bei den harten Arizoneans nicht - und das ist Tonart Dur pur.
Jonboat's Stimme hängt zwar irgendwo zwischen Hughie und Danny Joe, RIP., aber HOGJAW bauen voll auf die Kraft des Riffs, die bei aller Wildheit sorgfältig ausgearbeiteten Solos, gut angelegte Breaks, voll funktionstüchtige Rhythmsection - alles, was zu einem wirklich guten Stück Rock Musik, so wie ich sie mit meinem 70er Hintergrund verstehe, gehört (wobei es nicht zwingend nötig ist, ein 70er zu sein, um das hier zu mögen - dazu reicht es, gute Musik zu mögen).
Und erstaunlicherweise geht auch die Ironie nicht ganz verloren - bei der gar erschröcklichen Mähr Blacktop vom Mord an Cyrus, und wie unseren Erzähler dann die Bullen holten - jault zwischendrin eine Steel gar ganz unglaublich weinerlich - so habe ich das noch nie gehört! Und wenn man bei Three Fifty Seven noch an eine Magnum denkt, meint der Song eigentlich was anderes.
Ansonsten liegt hier eben eine wirklich gute Sammlung harter, aber abwechslungsreich und gut ausgearbeiteter Riffs und Soli vor, und in Songs wie County Line oder Walkin zeigen sie ihre lyrische Seite; allerdings fehlen reine Charlie Daniels/Barefoot Jerry Country Stampfer wie East Bound & Down von der ersten CD - obgleich der Sprechgesang in Flathead an Daniels Uneasy Rider erinnert, von Ferne. Die Gitarren Soli bemühen sich auch, nicht jedes erdenkliche, ausgelutschte Southern Rock Lick zu wiederholen, und eigentlich daher freut man sich auf jeden Song, und ist erstaunt über den Einfallsreichtum .
Habe ich neulich noch MOLLY HATCHET eine ordentliche Lieferung bescheinigt, so muss ich HOGJAW eine absolutes Unbedenklichkeitszeugnis ausstellen - Hard'n'Heavy Lovers, hier gibt es das volle, aber perfekt abgewogene Pfund. Freunde des eher feingliederigen HELSINGLAND UNDERGROUND Sounds oder langer, ausufernder Jams á la ALLMAN BROTHERS, Country-lastigem wie dem der MARSHALL TUCKERS (vielleicht könnten Sie sich mit Country Line anfreunden?) oder Southern-Boogie-Fans sind hier allerdings im falschen Geschäft - hier gibt es Eisenwaren; bitte gehen Sie doch in den Southern Superstore.
|