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| Devil In The Details, Eigenvertrieb, 2008 |
| JonBoat Jones |
Vocals, Guitar |
| Craig Self |
Lead Guitar |
| Elvis D |
Bass |
| Kwal |
Drums |
| Gäste: |
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| Joe Grotto |
Harmonica (East Bound And Down) |
| Matt Mensah |
Piano (The Fog) |
| Nathan Garduno |
Gang Vocals (Gitsum) |
| California Dan |
Banjo & Vocals (Cheap Whiskey) |
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Länge: 47 Min 25 Sek |
Medium: CD |
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| 1. 4 lo | 6. East Bound And Down |
| 2. El Camino | 7. Swamp |
| 3. Before Monday Come | 8. This Whiskey |
| 4. The Fog | 9. Junga |
| 5. Gitsum | 10. Cheap Whiskey |
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HOGJAW sind Southern Rock. Southern Rock ist bekanntlich tot und bekommt deswegen im Home of Rock grundsätzlich immer posthum noch eine verbraten, bevor man auf eventuelle positive Aspekte eingehen kann. Das nur mal so vorweg, damit keinesfalls der Eindruck entsteht, der Rezensent wäre jahrzehntelanger Fan dieser Musik.
HOGJAW haben sich für ihr Debut "Devil In The Details" eine so sensationell blöde Biographie geschrieben, dass man jeden "Finde die 50 schlimmsten Klischeewörter"-Wettbewerb damit gewinnen könnte.
"Devil In The Details" ist zur Verblüffung aller ein tolles Album geworden.
HOGJAW kommen aus Arizona, der Sänger heißt JonBoat und die Band macht einen sympathisch bodenständigen Eindruck, aber es gibt zum eigentlich hervorragenden Song Gitsum ein Video, dessen Einführungstext lautet: "A well regulated militia, being necessary to the security of a free state, the right of the people to keep and bear arms, shall not be infringed." In den folgenden fünf Minuten wird von dumpfen Kerlen und schrecklichen Flintenweibern mit Feuerwaffen aller Art in die Wüste geschossen und eine so fürchterlich widerwärtige Atmosphäre erzeugt, dass man die Band HOGJAW flugs in die reaktionäre Ecke eines Charlie Daniels verfrachten möchte. Doch das ist mal wieder zu kurz gedacht, wir werden diesen Fetisch der Amerikaner (vor allem aus den Südstaaten) niemals verstehen. Sie sind halt so und haben waffenfreie Zonen noch nie erlebt. JonBoat und seine Kollegen kann man nur einladen, baldmöglichst einen entspannten Aufenthalt in Europa zu verbringen, damit man ihnen das Thema "Gitarren statt Knarren" näher bringen kann. Einstweilen bleibt nur Kopfschütteln angesichts eines solchen geistigen Totalausfalls, die Musik dahinter ist nämlich klasse. Also lassen wir den ideologischen Teil beiseite und reden nur noch über "Devil In The Details".
Der kleine Teufel ist bei dieser CD nicht mal im Detail auszumachen, Sound, Songwriting, CD-Gestaltung und musikalische Ausführung gehen direkt an die Zielgruppe. Und die wird von Klängen von A (ALLMAN BROTHERS) über L (LYNYRD SKYNYRD) zu M (MOLLY HATCHET) und Z wie zämtliche andere Verdächtige verwöhnt.
Obwohl in den ersten drei Songs mächtig geknüppelt wird, hat man niemals den Eindruck einer primitiven Metal-Band im Redneck-Outfit, im Gegenteil, 4 lo, El Camino und Before Monday Come sind erfrischende Southern-Brecher wie man sie liebt und leider viel zu selten bekommt. Relativ kurze, dafür umso prägnantere Soli und Double-Leads, JB als massiver aber nicht brüllender Shouter mit Sirenengesang und ein ganz besonders bemerkenswertes Schlagzeugspiel geben den Nummern unerhörten Drive. Bis hierhin darf man gerne die ersten Platten von MOLLY HATCHET als Vergleich heranziehen, man muss sich nur deren Überdosis Boogie wegdenken.
The Fog ist anschließend die klassische Southern-Ballade mit Aha-Effekt und feiner Melodie. Über den Text darf man sich ausschweigen, man kennt ihn aus gefühlten 396 ähnlichen Liedern. Genauso wenig muss man über "Some say they wanna take my guns away" im erwähnten Gitsum sprechen. Passend (nun ja) dazu gibt es einen gesprochenen Textteil (wie es auch Chefdemagoge Daniels gerne macht), in dem ernsthaft von Icecream und Family gebrabbelt wird. Herrje, man wünscht sich Ein bisschen Frieden angesichts solcher Gedankenketten.
Unpeinlicher Country dann in East Bound And Down, schicke Harp dazu und ab die Postkutsche. Die schaukelt im Heavy-Groover Swamp gefährlich nah an vermutlich hungrigen Alligatoren vorbei und macht mit This Whiskey ein Päuschen. Die übliche Geschichte vom gehörnten Kerl, der sich den Frauenfrust wegtrinkt. Wie schön die in ihrem betrunkenen Liebesleid doch Gitarre spielen können…
HOGJAW bedienen mit "Devil In The Details" jedes Klischee des Genres, leider auch die ärgerlichen, sind aber rein musikalisch gesehen ganz weit vorne. Da die Jungs "erst" Mitte Dreißig sind, besteht durchaus noch die Möglichkeit, dass sie irgendwann erkennen, dass ein Mann ohne Pumpgun nicht nackt ist, um sich anschließend ausschließlich auf die Dinge zu beschränken die sie wirklich beherrschen: hard rockin' guitar driven southern rock & roll.
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