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GrimmStine

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GrimmStine
GrimmStine, Metal Heaven, 2009
Steve Grimmett Vocals
Steve Stine Guitar
Hat Bass
Dave Johnson Drums
Länge: 72 Min 47 Sek Medium: CD
1. Memory9. You Give Me Love
2. 91110. Straight As An Arrow
3. Supernatural11. 'Til They Take My Wings
4. Gut Nothing But Time12. Take This Air
5. To Catch A Killer13. Afraid Of The Dark
6. You'll Never Know14. This Don't Look Like Love to Me
7. It's Over15. To Sing A Lullabye (Immy's Song)
8. Prisoner

Grimmstine Tradition und Moderne sind in der heutigen Zeit gern gesehene Konkurrenten. Denn entweder gibt es die Traditionalisten oder die Erneuerer - meist passen diese beiden Spezies von Mensch nicht zusammen. In der Musik scheint das aber an und an besser zu funktionieren und bringt durchaus hörenswerte Beispiele hervor. Besonders beliebt ist das im Progbereich, aber auch im hardrockenden Metalbereich gibt es das. Eine Ausgabe dieser modernen Tradition ist GRIMMSTINE. Nun haben sich da nicht die Gebrüder Grimm mit der Literatin Tine S. zusammengetan und neue Märchen geschrieben - es handelt sich hierbei um das Zusammenspiel einer bekannten Rockröhre und eines unbekannten Gitarristen, samt weiterer unbekannter Musiker.
Die bekannte Rockröhre ist Steve Grimmett, der in der Hochphase der NWOBHM mit GRIM REAPER diverse Seelen eingenommen hat. Mir ist er zwar gänzlich unbekannt, was aber daran liegt, dass ich zu der Hochphase der NWOBHM doch eher mit Biene Maja auf Entdeckungsreise ging. So far.
Also, Steve Grimmett mit der britischen Fahne auf dem Cover. Auf der anderen Seite wedelt Steve Stine, der der unbekanntere Gitarrist und der zweite Teil des Bandnamens ist, mit der amerikanischen Fahne. Mr. Grimmett sorgt für den traditionellen Teil von GRIMMSTINE, Mr. Stine für die moderne Umsetzung.
[Kurzer Geschichtsunterricht. GRIM REAPER war eine der erfolgreicheren erfolglosen Bands der NWoBHM, schaffte es in der kurzen Blütezeit zwischen ca. 1984 und '86 zum Opener der damaligen Metal-Festivals in Deutschland. In Amerika gelang sogar ein moderater Einstieg in die Charts, der aber nicht nachhaltig war. Endlose Besetzungswechsel, Krach mit Plattenfirmen, ein durchaus diskutables Outfit und deutlich härtere Bands wie METALLICA etc. leiteten das Ende alsbald ein. Grimmett tauchte bei ONSLAUGHT und LIONSHEART wieder auf und reformierte vor ein paar Jahren GRIM REAPER neu, allerdings gibt es bisher keine neue CD, nur diverse Festivalauftritte. Red.]

Was erwartet uns? Nun erstmal nicht das, was man meint. Der silberne Dreher beginnt mit einem gitarrenakustischen Intro namens Memory und führt uns in eine falsche Richtung. So wie seinerzeit bei "Basic Instinct". Mit Beginn des Films dachte man, man wäre in einem billigen Bahnhofsporno gelandet, keine zwei Minuten später war es damit vorbei. So auch bei GRIMMSTINE. Erst die zarten Gitarrentöne und dann mit 911 der Gong, der die Marschrichtung dieses Debüts vorgibt. Nix ist mit Trallala, hier wird die nächsten 70 Minuten gerockt, geheavyt, teilweise Gas gegeben und teilweise gebremst. So könnten die beiden Fahnen auf dem Cover auch für die balladeske Seite der Amerikaner stehen - siehe auch NICKELBACK, BON JOVI etc. - und die britische Fahne für das rockende Element. Dabei gefallen die vier Herren am besten dann, wenn sie Gas geben. Das Balladeske will irgendwie nicht so richtig klappen. Aber in den Abgehsongs klingen sie wie IRON MAIDEN trifft die SAXON-Jungs, um mal so die Platzhirsche zu nennen. Wenn es abgeht wie in 911, To Catch A Killer, It's Over oder Take This Air, dann poltern die Drums, sägen die Gitarren, grummelt der Bass und keift Steve Grimmett wie der brünftige Hirsch, der dem Platzhirsch das nette Reh nicht gönnt. Ansonsten wird balladeskes oder midtempoisches geliefert, nicht schlecht, aber meist nicht so überzeugend. Richtig cool gelungen ist This Don't Look Like Love To Me mit seinen bluesigen Ansätzen, das abschließende To Sing A Lullabye ist nett und zeigt, dass die Jungs auch ohne den ganzen Elektrorotz können.

Was auffällt ist, dass diese Scheibe auch gut nach 50 Minuten beendet hätte sein können. So schleichen sich doch hier und da ein paar Längen, weil Wiederholungen, ein. Nicht schlimm, lehrt für das nächste Album, es da besser zu machen.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 26.10.2009

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