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Eric Clapton And Steve Winwood

Live From Madison Square Garden

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Live From Madison Square Garden
Live From Madison Square Garden, Warner Music, 2009
Eric Clapton Guitar, Vocals
Steve Winwood Guitar, Keyboards, Vocals
Chris Stainton Keyboards
Willie Weeks Bass
Ian Thomas Drums
Produziert von: Michael "Fire" Eaton, Peter Jackson; Tom Whalley (Executive Producer) Länge: 129 Min 18 Sek Medium: Do-CD
CD 1:
1. Had To Cry Today7. Glad
2. Low Down8. Well All Right
3. Them Changes9. Double Trouble
4. Forever Man10. Pearly Queen
5. Sleeping In The Ground11. Tell The Truth
6. Presence Of The Lord12. No Face, No Name, No Number
CD 2:
1. After Midnight6. Voodoo Chile
2. Split Decision7. Can't Find My Way Home
3. Rambling On My Mind8. Dear Mr. Fantasy
4. Georgia On My Mind9. Cocaine
5. Little Wing

Die Entscheidung, ob man diese Doppel-CD kauft oder nicht hat nichts mit der Musik zu tun. Vielmehr ist das eine Entscheidung ähnlich der, ob man sich - sagen wir mal zu dritt - mal wieder unter alten Freunden trifft.
Ein Kumpel, Stefan, ruft dich an und sagt: "Morgen Abend können wir uns ma' wieder mit Erich treffen - hast du Lust?"
"Gottchen, ja", geht es dir durch den Kopf, "den Erich habe ich ja ewig… Ob der immer noch so geschwätzig ist? Und dazu ständig immer ein und dieselbe alte Leier...? Naja, in den heutigen Zeiten muss man sich seine Freunde warm… Und Stefan, der alte Taucher? Aber mit seinem Verständnis von populärer Musik, und dass man nicht alles machen muss, was man machen kann, da hat er Recht gehabt."
"Gut, geht klar, ich freu mich. Kommt doch zu mir in die Kneipe", sagst du. Darauf Stefan: "Ich auch. Gut, bei dir - 'Zum klassischen Rock'. Erich ist ja immer noch so ein altes Blabbermouth, da kann man endlich mal wieder zusammen palavern." Na prima, brabbeln die beide mir wieder den ganzen Abend die Bude voll!
"Aber ich hoffe mal", sagt Stefan da, "dass er immer noch ist wie früher, bei dem wusste man ja immer, wo man dran war. Erinnerst du dich noch an unser Credo - nicht alles machen, was man machen kann? Ja, das sehe ich heute auch immer noch so." Unser Credo?

Genau so ist das mit dieser CD. Da man hier eine ganze Handvoll bekanntester Superklassiker von TRAFFIC, BLIND FAITH, DEREK & THE DOMINOS, Clapton solo, JJ Cale und Jimi Hendrix auf einmal bekommt - alte Freunde also, die man wohl immer und immer mal wieder mag - ist die Frage nach der Musik beantwortet.
Und natürlich sind Clapton/Winwood Profis, daher haben sie diese Songs im Griff, zumal vieles eh bei Clapton schon lange zum Solo-Programm gehört. Sie machen auch nicht den Fehler, die Dinge rundzuerneuern - alles wie gehabt und eigentlich regiert King Blues. Die Backing Band ist tight, und wenngleich Ian Thomas kein Ginger Baker ist (wie man gleich bei Had To Cry Today merkt, den Gingers Breaks und Rolls kamen eben doch eine kleine Spur flüssiger), macht er einen guten Job.
Gesanglich ist das ebenfalls prima, EC hat sich über die Jahre deutlich verbessert und Winwood war immer gut.
Der Sound ist ok, ein bisschen verwaschen vielleicht, aber passt so eben auch gut zu den gut abgehangenen Songs (glasklares DDD direkt auf CD wäre vielleicht gar nicht so wünschenswert).
Der Fokus musikalisch liegt natürlich auf den Gitarren und -duellen, gleich zu Beginn wird das sehr deutlich, wenn Clapton/Winwood die Soli minutenlang wundervoll mäandernd umeinander wirbeln, immer wieder zusammenkommend und dann sich wieder trennend. Bläser gibt es auch mal, etwa auf dem richtig schön souligen Them Changes - wunderbar.

Ein Track-by-track bringt hier nichts - jeder wird seinen Lieblingstrack haben, und was dem einen an der Darbietung eines Songs gefällt, mag der andere am anderen. Die Frage ist eben: will ich diese 'alten' Songs, die schon x-mal auf Platte zu hören sind, noch mal hören? Neues ist von Clapton/Winwood auch gitarristisch nicht zu erwarten - sie spielen halt ihren Stiefel. Alles ganz konventionell, x-mal gehört - auch das wie alte Bekannte eben.
Wenn nicht... Mir selbst gefällt die zweite CD besser, besonders ein akustisches Rambling und Georgia, ein gutes Little Wing - und dann, Leute, dann lässt Erich es fliegen, und dir stehen alle Haare zu Berge: Voodoo Chile. Und da kannst du nicht anders als 'Clapton rulez!' zu schreien - da ist er, der singende klare Gitarrenton: "Mr. Clapton speaks, would everyone SHUT UP!" Zwar nur eine relativ kurze Sequenz, und Stefan gibt ein zurückhaltendes, klares Orgelsolo. Der Song alleine ist die ganze CD wert, obwohl ich mehr Erich und weniger Stefan gewünscht hätte. Aber dann spricht er doch noch mal, leise, leise, was sagt er, nölt da vor sich hin, und jetzt brüllt die ganze Bande, aber am lautesten Erich.
Zum Schluss - na klar - Cocaine. Steve bekommt Raum für ein Pianosolo, das gut in den Song eingebaut wird, und das Volk brüllt.
Genau deshalb sagst du ja dem Treffen zu - du weißt, das eine oder andere wird dir immer noch nicht gefallen. Aber man fühlt sich dabei eben verdammt wohl, alles ist genau so, wie es sein soll. Und swingen tut das Ganze auch, nebenbei ist das Cover so hübsch psychedelisch/hippieesk.

Aber: ob du meinst, dass Erich und Stefan uns noch was zu sagen haben, ob die alte Kneipe 'Zum klassischen Rock' auch noch deine ist, weißt nur du selbst. Ich fand Erich diesmal gar nicht so geschwätzig...
Passt!

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 17.06.2009

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