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| City Of Refuge, Proper Records, 2008 |
| John French |
Lead Vocals, Harmonica, Sax, Drums |
| Mark Boston |
Bass |
| John Thomas |
Keyboard Bass |
| Bill Harkleroad, Greg Davidson |
Guitars |
| Produziert von: John French |
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Medium: CD |
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| 1. Bogeyman | 7. Maybe That'll Teach Ya |
| 2. Bus Ticket Outta Town | 8. To The Loft Of Ravenscroft |
| 3. Blood On A Porcupine Quill | 9. The Shirt Off My Back |
| 4. City Of Refuge | 10. Wicked Witch Of War |
| 5. Abandon | 11. Whose Side Ya On |
| 6. Get So Mean | 12. The Withered Hand Of Time |
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Neulich gab es doch in der Nähe von Frankfurt einen schweren Autounfall - ein Wagen überschlug sich mehrmals und kam dann auf dem Kofferraum liegend zum Stillstand. Das war ich - ich hatte mir im Auto die neue John French (= DRUMBO) CD angehört, völlig die Orientierung verloren und wollte rückwärts einparken - bei 180 km/h.
Das sagt nun zwar nichts über die musikalische Qualität der CD aus, wohl aber über den Gehalt also solches. Ich gebe gerne zu, dass ich bisher von der CAPTAIN BEEFHEART Band wenig bis gar nichts gehört habe - also völlig unvoreingenommen an dieses Hörerlebnis heranging. Vielleicht war das mein Fehler - aber der Reihe nach.
Mein Eindruck nach dem ersten Hören ist der einer sehr gut und klar produzierten CD, wobei die Band sich des klassischen Line-Ups - zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und Vocals plus einige andere Instrumente - bedient. Die Musik ist angesiedelt im Dreieck zwischen Free Jazz, Rock und Blues, oder zwischen YES, KING CRIMSON und - erstaunlicherweise - KANSAS bzw. Steve Walsh solo.
Walsh hat vor einiger Zeit sein herausragendes Solowerk "Glossolalia" veröffentlicht, und wo er an die Grenzen des Hard- bzw. Prog-Rock ging, tun Drumbo dies auch -allerdings von der anderen Seite der Grenze. Besonders auf den Tracks City Of Refuge und Abandon erinnert Frenchs Stimme an Steve Walsh. Die Stimme ist sonor und angenehm zu hören, wobei es sich häufiger um gesprochene Worte als um gesungene handelt. Sie hat wohl aber nicht den legendären Umfang von Beefhearts achthundert Oktaven. Auch musikalisch erinnern diese Tracks vage an Walshs; es kann aber auch sein, dass ich nur verzweifelt einen Referenzrahmen suche.
Die Jungs wissen, wo bei ihren Instrumenten vorne und hinten ist, und wie man diese bedient; kein Zweifel. Insbesondere Bass und Drums sind ein Erlebnis. Was das Zuhören so anstrengend macht ist die Tatsache, dass alle Instrumente sich zur gleichen Zeit - bis auf einige kurze Momente, wo die Rhythmusgitarre als solche agiert - als Lead-Instrumente verstehen, um den Eindruck zu beschreiben, den das Fehlen eines 'steady beat' und eines handfesten Riffs erzeugt. Somit fehlt dem Hörer nach kurzer Zeit die Orientierung - es gibt einfach fast nichts, an dem man sich fest-hören kann. Das gepaart mit den oft atonalen Free Jazz Exkursionen der Lead Gitarren führt unweigerlich zum Einparken bei 180km/h - denn man weiß nicht mehr, wo man ist. Wäre es Literatur, würde man vom Verfremdungseffekt à la Brecht sprechen.
Einzelne Tracks herauszuheben ist mir daher nicht möglich. Ich erinnere mich an den HR3 Moderator, der im Radio anlässlich der Vorstellung der ersten RAMONES Scheibe die damals noch benutzte Nadel mehrmals irgendwo auf der LP aufsetzte und sich darüber beschwerte, dass alles gleich klänge. Tut es hier eigentlich nicht, aber da alle klassischen Kennzeichen von Rockmusik - Intro, Hookline, Break, Solo, Outro - fehlen, ist die Identifikation einzelner Stücke schwierig, und dann klingt bald wirklich alles gleich.
Ich kann auch nicht sagen, ob das gut ist oder nicht. Soviel vielleicht: mit meiner Ausbildung im Rock der 60er, 70er und 90er (bei den 80ern gab's für mich fast nichts zu hören) ist das hier keine CD, die ich öfters hören werde. Für Jazzer mit Rockinteresse oder andersrum kann das aber Spaß machen und die Erfüllung bringen. Oder auch, wenn man mal vom 4/4-Takt die Nase voll hat. Hier gibt es sicherlich etwas zu entdecken, wenn man sich die Muße nimmt.
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