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Mute
Mute, InsideOut Music, 2010
Nicolas Chapel All Instruments, Vocals
Live Band:
Gaël Hallier Drums
Antoine Pohu Bass
Nicolas Chapel Vocals, Guitar
Produziert von: Nicolas Chapel Länge: 55 Min 50 Sek Medium: CD
01. Swing Of The Airwaves06. Tidal
02. Feel Alive07. Rainbow Ruse
03. Porcelain08. Hesitation Waltz
04. Black Over Gold09. Falling From The Sun
05. Overhead

Nicolas Chapel präsentiert uns nun nach zwei Jahren den Nachfolger von "Building An Empire" mit dem Titel "Mute", und wieder hat der gute Mann alles im Alleingang eingespielt. Warum eigentlich im Alleingang? Dies ist eine berechtigte Frage, schließlich weiß man mittlerweile, dass es DEMIANS auch als Band gibt, die einige Auftritte absolviert hat. Nun, dazu steht folgende Erklärung von Mr. Chapel in meinem Infozettel zu lesen: "In einer Band machst du immer Kompromisse mit den Egos von anderen. Wenn du ein Buch schreibst, überlässt du ja auch nicht einem anderen Autoren die Wahl der Verben und dem nächsten die Wahl der Adjektive. Die Songs sind eine Möglichkeit der Problembewältigung. Sie sind keine Therapie für mich, ich versuche nicht irgendetwas zu heilen, doch die Lieder helfen mir mein Gleichgewicht zu finden und mit meinen Wunden zu leben." Das ist schon mal sehr interessant zu wissen!

Auch dieses Mal wurde die Werbetrommel gerührt, jedoch nicht von Steven Wilson (PORCUPINE TREE), sondern von Seiten des Promoters. In diesen News hieß es dann, das auf "Mute" Einflüsse von Bands wie DREDG, RADIOHEAD und Tori Amos zu finden sei. Tja, da dachte ich schon, uff, ob mir nun dieses Werk gefallen wird? Ich habe CDs von diesen Künstlern schon seit einigen Jahren, jedoch zündete deren Musik bislang nicht. Also erst einmal wieder diese CDs in den Player gelegt und festgestellt, dass sich auch mein Musikgeschmack in den letzten Jahren deutlich verändert hat und mich die Klänge durchaus fesseln. Und ja, ich kann durchaus bestätigen, dass auf "Mute" die Kreativität von DREDG, die epischen Klänge von RADIOHEAD und auch Tori Amos in den Kompositionen zu hören ist.
Die Stücke sind im Gegensatz zum Vorgänger kompakter, Longtracks wie z.B. Sand des Debüts sucht man hier vergebens, die einzelnen Nummern bewegen sich zwischen knappen 4 und 8 Minuten Laufzeit. Trotzdem muss ich zugeben, dass mich "Mute" von Anfang an überzeugt hat, was beim Erstling nicht gleich der Fall war. Das fängt schon mit Swing Of Airwaves an, das leicht doomig beginnt, sich jedoch im weiteren Verlauf als progige Alternative Nummer entpuppt. Beachtenswert ist das Rhythmusgerüst, das mich an TOOL erinnert. Noch ein Stück rockiger ertönt Feel Alive und beschreibt laut Chapel die Taubheit und die Wut, wenn Zeit verschwendet wird, weil etwas außerhalb deiner Kontrolle ist. Diese Gefühle bringt er mit einer treibenden Musik sehr gut zum Ausdruck.
Wesentlich ruhiger wird es bei Porcelain, bei dem ich meine, im Hintergrund ein Cello zu vernehmen. Übrigens hat Chapel keine Samples verwendet, sondern die Instrumente wie das eben erwähnte Cello, sowie Kontrabass, Violine, Mellotron, Piano und Schlagzeug sind echte und werden von ihm gespielt. Respekt!
Sehr gefühlvoll geht es dann mit Black Over Gold weiter, das eher spärlich instrumentiert ist und Gänsehaut bei mir erzeugt. Auch hier lässt sich ein Bezug zu einer bekannten Band feststellen, und zwar fällt mir spontan MARILLION mit Hogarth ein. Sehr beeindruckend ist auch Overhead mit seinen orientalischen Klängen und wieder fallen mir andere Formationen ein, wie LUNATIC SOUL oder auch ORPHANED LAND. Sehr schön ist auch, dass je länger der Song andauert immer mehr Druck aufgebaut wird, bis er schon fast metallische Züge annimmt. Des Weiteren ist auch die Gesangsleistung von Chapel als äußerst gut zu bezeichnen, ob sanft, verzweifelt oder wütend, jede Gefühlsregung bringt er mit Leichtigkeit rüber.

Ja, Nicolas Chapel hat es geschafft, dass ich von seinen kleinen Demians (so bezeichnet er seine einzelnen Songs) mehr als angetan bin, wenngleich er mit seiner Musik wieder nichts Neues erfunden hat. Die Hauptsache ist doch, dass die Mucke richtig Spaß macht, so das man jeden Ton in sich aufsaugen möchte und das tut die Vertonung von "Mute" auf jeden Fall!

Michelle Karayilan, (Artikelliste), 25.06.2010


 
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