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Second Chances

Songs In Other Voices By Doc Schneider

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Second Chances
Second Chances - Songs In Other Voices By Doc Schneider, Eigenvertrieb, 2007
Eugene Ruffolo, Jon Allmett, Jeff Jacobs, Cheryl Wilson, Greg Ferguson, Josie Aiello, Doc Schneider Lead Vocals
Jeff Jacobs Keyboards, Guitars
Ben Wisch Piano, Wurlitzer Piano
Marc Shulman, Oz Noy Electric & Acoustic Guitars
Zev Katz Bass
Cameron Wisch Drums
Lucy Kaplansky Backing Vocals
Steve Eisen Saxophone
Produziert von: Jeff Jacobs, Ben Wisch Länge: 76 Min 46 Sek Medium: CD
1. A Second Chance10. One Heckuva Little Girl
2. Homemade Song11. Hint Of Heaven
3. Marie12. I'll Take You Back
4. Turn The World Around13. Deeper
5. If I Can Love Enough14. Nothing Quite Like You
6. Wherever You Are15. Song For The Morning
7. I Wanted Everything16. The Love That Lasts
8. Everything Gold17. Number One Fan
9. Massapequa18. Who Took Our Eyes Away

So rührend, so anheimelnd diese Songs auch daherkommen mögen, die Story hinter den Aufnahmen klingt fast interessanter als die Einspielungen selbst. Zusammenfassend :
Rechtsanwalt (Richard A. Schneider) aus den Südstaaten (Atlanta) frönt seit Jahrzehnten seiner stillen Liebe, dem Songwriting. Vorbilder: James Taylor und Paul Simon. 2003 erfüllt er sich seinen Traum und nimmt mehr oder weniger in Eigenregie sein Debutalbum auf ("Choices And Chances"). Angesichts seiner vokalistischen und gitarristischen Limitierungen nicht unbedingt vor Selbstbewußtsein strotzend, weiß er aber offenbar sehr wohl das Potenzial seiner Songs einzuschätzen und kontaktiert aufgrund einer Werbeanzeige im 'Performing Songwriter Magazine', in welchem der langjährige FOREIGNER und Billy Joel-Keyboarder Jeff Jacobs seine Produzentendienste anbietet, eben jenen Vollprofi, in der Hoffnung seine irgendwie unfertig erscheinenden Rohdiamanten auf Hochglanz polieren zu lassen. Kurzum, Jeff Jacobs beißt an und erste Testaufnahmen mit ausgesuchten Sängern und Musikern klingen vielversprechend.
Das gleiche Prozedere inszeniert Doc Schneider auch mit dem fast noch bekannteren Produzenten Ben Wisch (Marc Cohn, David Wilcox) und bringt den Vielbeschäftigten tatsächlich dazu, seine Songs mit der Stimme des James Taylor-Adepten Eugene Ruffulo zu produzieren. Wow, nicht schlecht. Allerdings wird nirgends verlautbart, wieviel Bucks Doc Schneider für diesen Deal hinblättern musste.

Die Recording Sessions auf "Second Chances" klingen wie aus einem Guss. Mainstream-Songwriting der Spitzenklasse, für meinen Geschmack ein wenig zu 'sophisticated', jedoch allemal mit 1-a Musikern in die Tat umgesetzt und vor allen Dingen mit Vokalisten, die ihr Handwerk um einige Klassen besser verstehen als Doc Schneider selbst, dessen limitierte Stimme man sich auf seinem Erstling anhören darf.
Doc Schneiders Songwiting-Talent wird jetzt erst in der megaprofessionellen Umsetzung der beiden Produzenten Jacobs und Wisch richtig deutlich, wobei die Ausführungen aus der Jeff Jacobs-Schmiede schon ein wenig zu glatt wirken, zumal ein ziemlich lieblos programmierter Drum-Computer die herzallerliebste Stimmung ein bißchen stört.
Ben Wischs Elaborate wirken da deutlich lebhafter und erfrischender instrumentiert. Und, Ben Wisch setzt voll und ganz auf seinen Trumpf-Ass, Eugene Ruffolo, dessen Stimme dermassen süffig und cremig daherkommt, dass man unweigerlich an James Taylor denken muss. Man höre nur Song Nummer Eins: A Second Chance. Dieser Sänger, aber auch alle anderen Sangesartisten, wie Jon Allmett, Greg Ferguson oder Josie Aiello scheinen wie gemalt für Doc Schneiders Song-Traumfabrik.
Wer diesem typischen Westcoast-Flair, samt Seelenstriptease bzw. Süßholzrasplercharme gerne erliegt, wird mit dem vorliegendem Album, "Second Chances", der Erfüllung seiner kühnsten Phantasien nahekommen. Musik zum Träumen, zum Schwelgen, für Stunden zärtlicher Zweisamkeit am prasselnden Kaminfeuer, für ausufernde Entspannungsbäder in der heimischen Badewanne, für dümpelnden Müßiggang in der Hängematte des heimischen Gartens. Ganz sicher auch Musik, die Tausende von Frauenherzen betören dürfte und bei entsprechender Promotion schnell mal ein paar Hunderttausend Einheiten verkaufen sollte. Die perfekte Traumfabrik. Nachzuhören bei CD Baby.

Frank Ipach, (Impressum, Artikelliste), 13.06.2007

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