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Guardian Of Eternity

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Guardian Of Eternity
Guardian Of Eternity, Eternal Legacy Records, 2008
Dave Morrissey Guitars, Keyboards
Keith Hendley Guitars, Vocals
Ciaran Ennis Vocals
Dave Boylan Bass, Vocals
Conor Gillen Drums, Tin Whistle
Produziert von: Dave Morrissey Länge: 57 Min 20 Sek Medium: CD
1. The Sentinel6. Absent Friends
2. Celtica7. Erinmor
3. Afterworld8. Dance On Yer Grave
4. For Evermore9. Forgive Me
5. King Of Thieves10. Guardian Of Eternity

Alles klar, mal wieder ein MAIDEN-Klon. 1988, "Seventh Son Of A Seventh Son", Infinite Dreams. Aber halt, das hier sind Iren, und Iren haben auch andere Helden. Natürlich ist das CD-Intro The Sentinel in der Tat sehr ähnlich dem 20 Jahre alten Song von Steve Harris, aber die Erleuchtung kommt umgehend. CELTIC LEGACY machen auf ihrem dritten Album ihrem Namen und ihrer Herkunft Ehre, haben trotzdem IRON MAIDEN als Einfluss immer auf dem Schirm und scheuen sich auch nicht, aufrechten True Metal zu spielen. Letzteres geht zwar regelmäßig in die Hose, weil man einem gestandenen Iren diesen MANOWAR Pupskram einfach nicht abnimmt, aber gottlob gibt es ja noch THIN LIZZY als Inspirationsquelle. Und damit sind wir insgesamt wohl ziemlich nahe an der Wahrheit. THIN LIZZY, IRON MAIDEN, MANOWAR, und zwar in dieser Reihenfolge, das sind die Hauptingredienzien, aus denen sich "Guardian Of Eternity" zusammensetzt.

CELTIC LEGACY gibt es seit zehn Jahren und die neue CD bringt ein bis auf die beiden Chefs Dave Morrissey (Guitars & Keyboards) und Dave Boylan (Bass & Vocals) komplett neues Line-Up, wobei einzig der letzte Sänger Mark Guildea eine Lücke hinterlassen hat. Ciaran Ennis ist kein übler Frontmann, bleibt aber in den keltischen Momenten teilweise etwas konturlos. Vielleicht geben ihm die beiden Daves eine Chance sich noch zu entwickeln, die hartmetallischen und klassisch rockenden Nummern bekommt er jetzt schon sehr ordentlich hin. Zum Beispiel Afterworld zeigt Ennis mit einer für diese Art Musik untypischen Portion Seele in der Stimme, obwohl er andauernd "my life is over" singen muss. Der Tod an sich zieht sich übrigens durch etliche Nummern der CD wie (t)roter Faden.
Richtig spannend wird es grundsätzlich bei den Double-Lead Passagen, die zwar nicht so speedy wie bei MAIDEN und nicht so trickreich wie bei LIZZY daherkommen, aber eine Menge Feinheiten bereithalten. Morrissey und Keith Hendley spielen sich die Bälle/Saiten geschmackvoll zu und machen Lust auf Liveauftritte. King Of Thieves sei als Appetizer genannt.
Einen Minuspunkt gibt es für die Produktion der Bassdrum. Der Rest des Schlagzeugs klingt echt, aber in den heftiger getretenen Momenten ploppt es unangenehm auffallend. Dafür entschädigt Drummer Conor Gillen mit seiner Flöte im stimmungsvollen und epischen Erinmor. Eine gelungene Verbindung von irischer Tradition und galoppierendem Hard Rock. Nun noch einen etwas mehr nach vorne gemischten Bass bei u. a. Forgive Me und wir hätten ein Spitzenklassealbum. So bleibt "Guardian Of Eternity" nur ein richtig gutes Hard Rock/Metal-Album und der Titelsong ein monumentaler Elfminüter.

Die wirtschaftliche Situation der Band ist nicht gut, die CD wird via bandeigenem Label vertrieben, trotzdem wird mit großem Aufwand Promotion betrieben und hart um die verdiente Anerkennung gekämpft. Die sollten CELTIC LEGACY mit "Guardian Of Eternity" auch bekommen, vermutlich sind sie nämlich neben GLYDER die zurzeit heißeste Band Irlands. Das wäre doch mal ein feines Tourpackage.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 07.04.2008

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