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Destined Solitaire
Destined Solitaire, InsideOut Music, 2009
Rikard Sjöblom Vocals, Keyboards
Robert Hansen Bass
Magnus Östgren Drums
David Zackrisson Guitars
Medium: CD
1. Awaken The Sleeping6. At Home Watching Movies
2. Destined Solitaire7. Coup De Grâce
3. Until You Comply / Entropy8. Abigail's Questions (In An Infinite Universe)
4. In Real Live There Is No Algebra9. The Stuff That Dreams Are Made Of
5. Where The Rain Comes In

Es scheint als seien die Jungs von BEARDFISH von der gleichen Krankheit befallen wie Roine Stolt von den FLOWER KINGS. Diese Krankheit nennt sich Workaholic. Werfen sie doch seit "The Sane Day", das 2006 erschienen ist, jährlich ein Album auf den Markt. Nun, mir soll es recht sein solange die Qualität der Kompositionen nicht leidet.
So folgt nun nach den beiden Konzeptalben "Sleeping In Traffic: Part One" (2007) und "Sleeping In Traffic: Part Two" (2008) der neueste Silberling mit dem Titel "Destined Solitaire", der bereits seit Juli 2009 im Handel zu kaufen ist.

Wie auch schon auf den anderen Werken zuvor bekommt man auf "Destined Solitaire" erstklassigen Retro Prog geboten, der jedoch immer wieder in andere Musikrichtungen, wie Jazz Rock und Folk Rock, ausbricht und zu etwas Einzigartigem verschmilzt.
In ihrer Musik sind immer wieder Vergleiche zu Größen der Siebziger wie GENESIS und GENTLE GIANT gezogen worden, diese Vorbilder sind auch auf diesem Output deutlich zu hören und ganz besonders stark auf dem ersten Track Awaking The Sleeping, der eine instrumentale Nummer ist. Tja, unser Friedemann wünschte sich in seiner Rezi zu "Part Two", dass BEARDFISH ruhig mal die Sau rauslassen sollen, und es hat den Anschein, dass die Truppe sich das zu Herzen genommen hat. Denn mit dem Titelstück Destined Solitaire geben sich die Schweden neuen Klängen hin. Bekam man auf anderen Alben bereits Kirmesmusik und Discoklänge neben Hardrock und Retro Prog, vermischt man in diesem Song metallische Soundgebilde mit den proggigen Klängen der siebziger Jahre. Im Mittelteil des Songs sind sogar einige Growls zu vernehmen, bei denen ich mir nicht sicher bin, wer sich für diesen Part verantwortlich zeigt. Gegen Ende mündet das Ganze jedoch in fetzigen Jazzrock. Ob der Friedemann das meinte mit Sau rauslassen weiß ich nicht, ich jedenfalls finde es witzig und es beweist einmal mehr, dass die Jungs sich auch in anderen Musikstilen wohl fühlen.
Ansonsten gibt es verspielten Retro Prog der auch Vergleiche zu ECHOLYN und THE TANGENT zulässt, mit letzteren waren BEARDFISH ja ausgiebig auf Tour gewesen. Besonders gut zu hören ist dies bei Until You Comply / Entropy, die Tasten stehen stark im Vordergrund und auch die Kirmesmusik kommt wieder zum Zuge und gegen Ende ein schönes Solo der E-Gitarre.
Kommerzielle Töne werden bei In Real Live There Is No Algebra angeschlagen, das irgendwie funky klingt. Gerappt wird auch und mit dem typischen BEARDFISH-Sound vermischt. Akkordeon ist auch wieder zu hören, und zwar bei Coup De Grâce, das wieder eine instrumentale Nummer ist. Durch die starke Präsenz der Hammondorgel kann man auch eine Verbindung zu ELP ziehen.

Alles in allem bekommt man auf "Destined Solitaire" wieder Musik geboten, die von Anfang bis Ende ungeheuren Spaß macht. Trotz der Musik, die klanglich überwiegend in den 70igern zu Hause ist, klingt hier alles frisch, locker und spritzig. Thumbs up, Boys!

Michelle Karayilan, (Artikelliste), 21.09.2009

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