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Baby Woodrose

Chasing Rainbows

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All Music Guide (englisch)

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Chasing Rainbows
Chasing Rainbows, Bad Afro Records, 2007
Lorenzo Woodrose Guitars, Organs & Vocals
Rocco Woodrose aka Fuzz Daddy Drums & Percussion
Riky Woodrose aka The Moody Guru Bass & Tamboura
Produziert von: Ralph A. Rjeily & Lorenzo Woodrose Länge: 42 Min 15 Sek Medium: CD
1. Someone To Love7. Chasing Rainbows
2. I'm Gonna Make You Mine8. No More Darkness
3. Let Yourself Go9. Dark Twin
4. Twilight Princess10. Renegade Soul
5. Lilith11. Madness Of Your Own Making
6. In Your Life

Wieder hilft ein Blick zu Wikipedia. Die Hawaiianische Holzrose ist ein Efeugewächs, ihre Samen wirken bestenfalls berauschend, schlimmstenfalls als Brechmittel, machen körperlich nicht abhängig, können gegen Husten und Ejakulationsschwäche helfen und das saubere Pflänzchen wird auch BABY WOODROSE genannt. Was die gleichnamige Band aus Dänemark treibt, dürfte entsprechend halbwegs klar sein. Nun ja, vielleicht nicht klar, schließlich trübt LSD den Blick, aber man kann sich in bunten Farben ausmalen, wie die Herren Lorenzo, Riky und Rocco Woodrose tönen. Brüder im Rausche sozusagen, deswegen heißen sie auch der Einfachheit halber alle gleich.
So einfach liegen die Dinge dann aber doch nicht, BABY WOODROSE starteten 2001 als Garagen-Band und mäanderten irgendwo zwischen Psychedelic, Stoner Rock und Alternative herum, bis sie, der Holzrose sei Dank, zu ihrem jetzigen Sound gefunden hatten. Und den kann man an verschiedenen Ösen aufhängen. Auf der einen Seite haben B.W. durchaus Ähnlichkeiten mit anderen Bands der zweiten Psychedelic-Generation wie beispielsweise den FUZZTONES, auf der anderen Seite weiß man, woher die "Nachgeburten" ihre Einflüsse her haben. Aus Zeiten des Schwarzweißfernsehens nämlich. Und dann höre man einen Song wie I'm Gonna Make You Mine und habe nicht sofort die Namen Neil Young (Gesang) und THE DOORS (Orgel) im Kopf. Und bitte wer hat seltsame Instrumente wie Sitar oder Tabla im Rock & Roll hoffähig gemacht? Genau, das war sicher keine Band aus den Achtzigern.

Kann sich noch jemand an die Haight-Ashbury-Band THE CHARLATANS erinnern? Da war ein gewisser Dan Hicks dabei und die machten in ihren besten Momenten ganz wundervolle Hippie-Popmusik. Zieht man bei den Scharlatanen den damals normalen Folk-Anteil ab und rechnet eine Portion elektrische Gitarren plus die erwähnten und alle möglichen anderen Gründerväter inklusive beispielsweise JEFFERSON AIRPLANE hinzu, hat man eine ungefähre Ahnung vom Sound der CD "Chasing Rainbows". Oder doch nicht?
BABY WOODROSE halten ihre Songs fast durchweg bündig an der kurzen Leine, die jammigen Ausflüge beschränken sich auf absolut erträgliche Sequenzen, die exotischen Klänge vermitteln meist nur eine Ahnung von dem was noch alles möglich wäre. Eine weise Entscheidung, so bleiben unsere versponnenen Dänen immer hübsch eingängig und werden überhaupt nicht anstrengend. Melodie ist Trumpf, man kann sich dabei aber jederzeit ein Räucherstäbchen anzünden.
Dabei kommen ganz zwanglose Perlen wie Someone To Love oder Lilith heraus, die gleichzeitig fließen und wabbern, einen aber nie erschlagen. Leichtigkeit und gleichzeitige Melancholie sind spürbar, kleine Gimmicks wie rückwärts gespielte Tonspuren regen zum Lächeln an, kurz gesagt ist "Chasing Rainbows" eine hasenreine CD zur Bewusstseinserweiterung geworden - allerdings ohne den in diesem Genre oft üblichen Mief und Muff. Dazu passt auch die gut durchgelüftete Produktion, der zwar möglicherweise manchmal etwas Druck fehlt, die aber dafür ausgesprochen dänisch-freundlich daherkommt.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 09.03.2008

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