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Azure Agony

Beyond Belief

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7 Hard
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All Music Guide (englisch)

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Beyond Belief
Beyond Belief, SG Records, 2010
Marco Firmann Bass
Gabriele Pala Guitar
Marco Sgubin Keyboards
Carlo Simeoni Drums
Gäste:
Giorgio Marcossi Flute
Anna Marcossi Cello
Produziert von: Luigi Stefanini Länge: 50 Min 07 Sek Medium: CD
1. Awareness6. Across Elysian Fields
2. Mystic Interiors7. The Fall Of The Vector
3. Terror Haza8. Secret Gateway
4.The Temple Of Vandora9. The Last City
5. Ante Tentora

Progressiven Instrumentalalben wohnt zumeist der Zauber inne, dass man für den Genuss eines solchen meist ein Musikhochschulstudium absolviert haben sollte um den ganzen Breaks, Fills, Loops, Triolen und Kapriolen der egoman veranlagten Musikern auf der Gänze der Distanz folgen zu können. Wenn man dann mit einem solchen Studium aufwarten kann, ist der Genuss eines progressiven Instrumentalalbums ein Hochgenuss, öffnet sich für den studierten Hörer doch meist ein Schatzkästchen an versiertem Können und vertrackten Melodien, polyrhythmischem Gefiedel, gepaart mit absurden Akkord- und Notenfolgen. Und da dieses nicht durch einen Sänger verschandelt wird, ist es für den Hochschulstudenten so was wie der Höhepunkt … des Jahres (versteht sich).

Und jetzt kommen AZURE AGONY aus Italien. "Aah!" höre ich schon den ein oder anderen ausrufen, "dann ist ja alles klar!" Symphonischer Bombast bis zum Abwinken, verpackt in zuckersüße Melodien und dermassen MANOWAR anbiedernd, dass es schon nicht mehr lustig ist.
HALT! AZURE AGONY ist da in einer etwas anderen Welt unterwegs, denn sie machen progressive Instrumentalmusik. Aber nicht für Hochschulstudenten. Also, sicherlich auch, aber eben auch für den einfach gestrickten Normaloheadbanger. Gut 50 Minuten nehmen uns die vier Herren mit auf eine Achterbahnfahrt in das instrumentale DREAM THEATER-Universum, ohne aber zu sehr in arrhythmische Frickelorgien abzudriften. Das ganze groovt und rockt ziemlich gerade nach vorne, auch wenn ordentlich, dafür aber meist nachvollziehbar, gefrickelt wird. Hier gibt es nicht nur die bloße Skalenreiterei, das Wettrennen auf den Griffbrettern im ewigen Wettstreit mit dem Drummer und dem im Hintergrund agierenden Bassisten. Nein, die Italiener legen meiner Meinung nach bewusst Wert auf Nachvollziehbarkeit. Und es ist nicht nur der reine Speed, der aus den Boxen kullert, hier und da kann man auch leichte Ausflüge in den Neo Prog der Marke MARILLION ausfindig machen. Keine Ahnung was für eine Reise das ist, auf die sie uns mitnehmen, ob "Beyond Belief" ein Konzept zu Grunde liegt (schwer nachzuvollziehen ohne Texte!) oder ob es nur eine Reihe guter Songs ist? Fakt ist, diese Scheibe ist gut. Und zwar richtig gut. Auf der Seite der CD steht "The Journey Begins …", hoffen wir, dass sie auch weitergeht, denn das hier schreit nach mehr. Und Danke, Gabriele, Carlo und ihr beiden Marcos, dass ihr uns mit zugekleistertem Bombastmetal verschont habt. Das hat in Eurem Land ja schon fast Seltenheitswert.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 24.04.2010

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