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Axel Rudi Pell

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The Crest

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The Crest
The Crest, SPV, 2010
Ferdy Doernberg Keyboards
Johnny Gioeli Vocals
Volker Krawczak Bass
Axel Rudi Pell Guitars
Mike Terrana Drums
Produziert von: Axel Rudi Pell Länge: 57 Min 05 Sek Medium: CD
1. Prelude Of Doom (Intro)6. Glory Night
2. Too Late7. Dark Waves Of The Sea
3. Devil Zone 8. Burning Rain
4. Prisoner Of Love9. Noblesse Oblige (Opus #5 Adagio Contabile)
5. Dreaming Dead 10. The End Of Our Time

Da stehen sie, diese beiden Ritter. Gekleidet in schwarz wie Bochumer Knappen. Sie bewachen den Eingang zur Burg Pell. Hinter den schweren Türen bewacht Burgherr Axel Rudi das Erbe des alten Königs aus der Sippe der schwarzen Sabbat Dynastie. Er pflegt und hegt es, damit es nicht Patina ansetzt. Immer wieder öffnet der Burgherr die Tore und zeigt seiner Gefolgschaft ein weiteres Erbstück des Grafen, der auch über den Regenbogen kam. Dabei erweist er sich als ein guter Nachlassverwalter. Im Laufe seiner Amtszeit hat uns der blonde Hüne von der Kohlenhalde - äh von der Burg - mit neuen Perlen aus seinem Tonstudio - äh Keller - versorgt. Dabei ist es erstaunlich, wie sorgsam er auf der einen Seite das Erbe pflegt, es auf der anderen Seite aber auch immer wieder mit der ihm eigenen Handschrift versieht. Er zeigt es nicht nur, ARP - so sein offizielles Kürzel unter uns Burgbesitzern - zelebriert es. Hatte der große Blonde in den Anfangstagen der Nachlassverwaltung sich noch mit wechselnder Dienerschaft abzumühen, scheint auch in diesem Punkt endlich der Burgfrieden eingekehrt zu sein.

Und nun - im Jahre 2010 nach Christi Geburt - präsentiert uns der Besitzer edelster Saiteninstrumente das Wappen. Sind wir begeistert? Ja! Sind wir überrascht? Nein! Überraschungen scheinen dem Ruhrgebietsmann so fremd zu sein, wie der Sippe schwarzer Sabbat der Weg zur Kirche. Nicht mit Donnerhall werden die Tore zur Präsentation geöffnet, nein: zarte Töne umschmeicheln des Betrachters Ohr, bevor sich der Pell'sche Klangkosmos für uns vollends öffnet. Too Late eröffnet den Reigen der hartrockenden Kompositionen und zeigt, warum ARP zur Elite der Rockgitarristen und -arrangeure gehört. Die Riffs schießen aus den Boxen wie Pfeile aus den Schießscharten, bevor der Sangesknabe Johnny Gioeli das Zepter - äh Mikrofon - ergreift. Devil Zone beginnt so wie Mr. Blackmore heutzutage klingt. Das ändert sich allerdings schnell und dann bekommt das Stück den typischen ARP meets RAINBOW-Schwung. Ein Gefangener der Liebe zu sein muss nicht zwangsläufig lustig sein, macht als Prisoner Of Love hier aber richtig Spaß. Dreaming Dead beginnt mit einem kurzen Schlagzeugintro, entwickelt sich danach zu einem lässigen Rübbenschüttler. Erstaunlich wie zurückhaltend Mike Terrana an den Trommeln agiert. Bisher kein Doublebassdauerfeuer (und es wird auch im weiteren Verlauf des Albums keins zu finden sein), es rockt und groovt wie zu den alten ARP-Zeiten. Glory Night beginnt mit Klaviertönen und wird die typische und gänsehauterzeugende Pell-Ballade. Das anschließende Dark Waves Of The Sea weist starke Verweise zu Oceans Of Time auf und darf als Fortsetzung ebenselbigen Songs verstanden werden. Wer nicht weiß, wie brennender Regen klingt, könnte mit Burning Rain eine akustische Vorlage erhalten. Das nachfolgende Noblesse Oblige (Opus #5 Adagio Contabile) ist ein schönes instrumentales Stück zwischen ARP an der Gitarre und Ferdy Doernberg an den Keyboards und gönnt den Ohren die Ruhe vor dem finalen Schluss. Aber das kann man auch aus dem Titel schlussfolgern, denn immerhin bedeutet adagio langsam, ruhig. The End Of Our Time ist hoffentlich nicht wörtlich gemeint, sondern läutet nur das Ende dieses superben Albums ein. Schön schleppend beendet es The Crest und beweist, dass auch mit diesem Album nur gesagt sein kann: ARP ist ARP ist ARP. So schaut's aus. Und jetzt die Pferde gesattelt und die Halden - äh Hallen - der aktuellen Tour gestürmt.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 07.05.2010


 
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