HoR Logo kl CD-Review:

Also Eden

It's Kind Of You To Ask

Logo Home-of-Rock
Startseite > CD-Reviews > Also Eden > It's Kind Of You To Ask

It's Kind Of You To Ask
It's Kind Of You To Ask, Eigenvertrieb, 2008
Si Rogers Guitars, Vocals
Ian Hodson Keyboards, Vocals
Tim Coleman Drums, Percussion
Steve Dunn Bass
Huw Lloyd Vocals
Länge: 59 Min 30 Sek Medium: CD
1. Star5. Together Alone
2. Artificial Light6. A Widow's Eye
3. Skimming Stones7. Photographs
4. Outside In

Ab und an lassen mich die richtigen Prog Experten unter den Home-of-Rockern, also Leute wie Proglady Michelle oder Jogi, auch mal eine Prog-Review schreiben. Neulich durfte ich mich am PENDRAGON-Crosscheck beteiligen und heute darf ich mich an ALSO EDEN wagen - das machen die immer dann, wenn ihnen das Ganze nicht zu schwierig erscheint und ich nicht viel verkehrt machen kann. Wenn's extrem frickelig wird, kriege ich auf die Finger gehauen: "Nein, das ist noch nichts für dich!", heißt es dann.
Und als ich dann auch noch einen Crosscheck über Jeff Becks letzte Live-CD ganz ordentlich hinbekam, hat sogar Mastermind Fred das abgesegnet (obwohl er die CD ganz anders beurteilt hat - das zeugt von Größe, dass er mich trotzdem weitermachen lässt, meine ich). Ja, so streng sind die Sitten - hier kann nicht einfach jeder über alles schreiben! [Zur Strafe schreibst du jetzt sofort eine Abhandlung über den Zusammenhang von Molekularbiologie und den Auswirkungen von zu vielen Jeff-Beck-Gitarrensoli! F.S.]
Dafür bin ich aber auch dankbar, denn das bedeutet, dass ich die CDs kriege, die man anhören kann, wo Melodie und Struktur erkennbar ist, und die auch die Hörer mit einem nicht so spezialisierten Musikgeschmack goutieren können. Außerdem lernt man so Musik kennen, die normalerweise sicherlich an einem vorbei gegangen wäre. Würde mich freuen, wenn der eine oder andere nach dieser Review ALSO EDEN eine Chance gibt.

Also Eden Zweiter Streich der Band also, um uns dem Thema zuzuwenden, im Eigenvertrieb veröffentlicht. Da das schon etwas länger her ist - Oktober 2008 - sind wir sind etwas spät, dafür aber wie immer mit einer messerscharfen Analyse.
Dass die Band das unter dem eigenen Label vertreibt zeugt von Mut und dem unbedingten Glauben in die eigene Sache - zu Recht. Als der neue Experte für hörbaren Prog bin ich begeistert von diesem Output. Denn: Die CD vereint alles in sich, was gute Rockmusik ausmacht. Sorgfältig konstruierte Songs, die jedem der einzelnen Musiker Raum geben, ohne dass sich einer endlos austoben darf - alles immer im Rahmen und dem Song dienlich.
Star mit seinem religiösen Thema ist einer der drei Longtracks auf der CD. Beginnt als Mid-Tempo, um in einer Keyboardpassage das Tempo etwas zu drosseln, und zwar in sync mit den Lyrics, die zu einem Aufbruch mahnen und ermutigen, der dann von einer rockigen Gitarre unterstützt wird. Insgesamt gesehen wird auch in den längeren Stücken nicht gegen den Strich gebügelt, es gibt keine plötzlichen Brüche oder Überraschungen. Das ganze fußt auf europäischer Musik - jazzige oder lateinamerikanische Ausflüge sucht man vergebens.
Artificial Light hat Technologiekritik zum Thema, und auch hier kommt einem der griechische Spruch vom Panta Rhei in den Sinn: Alles fließt und nichts bleibt. Die Musik ist harmonisch, ohne dröge oder tranig zu sein, oft greift die Gitarre ein, um rechtzeitig Dampf zu machen, und auch die Keyboards sind gut und mit Maß gesetzt.
Skimming Stones beginnt akustisch, die Keyboards kommen dazu, eine sehr schöne Gitarre übernimmt die Melodie und der Song entwickelt sich gemächlich zum Höhepunkt. Together Alone hat schon fast folkigen Charakter, und auch daher erinnert die Musik an JETHRO TULL, wo die englischen Folk-Roots bei vielen Tracks hörbar sind.
A Widow's Eyes - ein Song über die Gefühle einer Witwe, deren Mann im Krieg gefallen ist - endet nach einem getragenen Anfang und einer akustischen Brücke, die definitiv von Ian Anderson stammen könnte, als ein eher schnelles Rockstück, geprägt von Si Rogers zupackender Gitarre und dem langen Synth-Solo am Ende. Definitiv der Höhepunkt der CD.
Photograph ist mit seinen Gitarrenparts ein würdiges Goodbye, erinnert mit seinen Rhythmusspielereien im zweiten Teil kurz sogar an GENTLE GIANT.

Huw Lloyds Vocals - er hat eine leicht nasale, helle Stimme - passen hervorragend in diese musikalische Umgebung. Und die erinnert natürlich schon an Peter Gabriel, und sicher hat er auch mal GENESIS gehört.
Alles immer sehr kultiviert und geschmackvoll, weshalb mir wie gesagt dabei auch JETHRO TULL zu "Thick As A Brick"-Zeiten oder - ja - WISHBONE ASH, vielleicht mit Persephone von "There's The Rub", als Referenzen einfallen. MARILLION natürlich auch.
Anyplace, anytime, anywhere Prog. Nie langweilig, aber auch nicht aufdringlich.

Dietrich Gastrock, (Artikelliste), 10.04.2009

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

Startseite > CD-Reviews > Also Eden > It's Kind Of You To Ask

 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum