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Zan Clan

We Are Zan Clan ... Who The F**k Are You??!

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We Are Zan Clan ... Who The F**k Are You??!
We Are Zan Clan ... Who The F**k Are You??!, GMR Music Group, 2003
Zinny J. Zan Mouth
Chris Laney Guitars, Backing Vox
Pontus Egberg Bass, Backing Vox
Pontus Norgren Lead Guitar, Backing Vox
Johan Koleberg Drums
Produziert von: Chris Laney Länge: 40 Min 39 Sek Medium: CD
1. Go Go Go7. Heart Died Young
2. Heart N Soul8. Dajá Vú
3. High Speed Junkie9. Jinxed
4. So Damn Good10. Can't Get U Out
5. Mess Ya Up11. Outro
6. Silver Bullet Toy12. Surrender

Zu spät, leider viel zu spät. Glamrock, Sleazerock, Schwanzrock, Hairmetal, Poserkram ist out. MÖTLEY CRÜE sind 2005 nur peinsam, POISON, WARRANT, L.A. GUNS und all die anderen mögen zwar in Amerika ganz nett Erfolge feiern, bei uns sind sie weg vom Fenster - mancher wird sagen zurecht - und TWISTED SISTER machen bei einem Festival Spaß, sind aber dennoch eine Oldieshow.
Das wird dem alten Schweden Zinny J. Zan gar nicht schmecken, schließlich hat er sich nach seinem Soloflop "City Boy Blues" von 2003 (gleichwohl das eine sehr gute Scheibe war, aber was soll man gegen mangelnde Labelunterstützung tun?) wieder unter dem '94 erfundenen Namen ZAN CLAN aufgerafft und einen schönen Soundtrack fürs Gard-Haarstudio eingekreischt. Leben ist hart und außer ein paar übrig gebliebenen SHOTGUN MESSIAH-Anhängern dürfte "We Are Zan Clan ... Who The F**k Are You??!" herzlich wenige Zeitgenossen interessieren. Schade, weil nämlich...

... Herr Zan die vermutlich beste Glam-Party-CD des Jahres 2005 eingetrommelt hat.
Mitschuldig sind der nicht unbekannte Gitarrist und Produzent Chris Laney (trieb sich gerne ein bisschen im W.A.S.P.-Umfeld herum) mit seinem Sechssaitenkollegen Pontus Norgren, den man wiederum von TALISMAN bzw. Jeff Scott Soto kennt.

Beim Glam-/Sleazerock gibt es drei lebenswichtige Faktoren, damit eine CD nicht unerträglich wird. 1. Ein Sänger, der nicht all zu sehr nervt. 2. Gitarren ohne Waschlappensound und wenigstens halbwegs fähige Akteure und 3. Songs, Songs, Songs und keine Ich-will-nen-Hit Abziehbilder der Marke Every Gun Has It's Rose.
Zinny Z. ist ein klasse Shouter, immer im Rahmen des im Genre üblichen natürlich, setzt sein Organ relativ flexibel ein und klingt fast nie nach Klischee. Erster Bonuspunkt.
Laney und Norgren sind zwei exzellente Gitarristen und lassen das auf "We Are Zan Clan..." in aller Deutlichkeit hören. Saubere Riffschlachten, gelungene Soli zuhauf - glücklicherweise nur ein bis drei Mal übertrieben - Rock & Roll statt Metal, Goodtime-Music statt Gitarrengewichse. Zweiter Bonuspunkt.
Und schließlich sind die Songs fast durchgehend gelungen. No Ballads, keine Langweiler, durchgehend stramm gradeaus, nur selten als Lückenfüller zu identifizieren. Das ist in diesem Metier seit 20 Jahren selten und bringt eindeutig den dritten Bonuspunkt.
Dazu kommt noch die astreine, trocken und kraftvoll rockende Produktion von Laney.

Einen Coversong hat man aufgenommen und der beweist guten Geschmack in Sachen "Does humor belongs to music?". Surrender von CHEAP TRICK kommt immer wieder gut und lässt die alten Zeiten im Budokan-Kinderzimmer wieder aufleben (ja ja Freunde, "Heaven Tonight" ist von 1978 und "At Budokan" nur ein Jahr jünger).
Nimmt man noch eine Schippe KISS, je ein Schäufelchen SLADE und SWEET, eine halbe Billion Alice Cooper-Babys, dann hat man ungefähr die wichtigsten Einflüsse dieser CD beieinander. Nur bestes Spandexhosenmaterial also, keine geplatzten Nähte a la QUIET RIOT et cetera.

Für High Speed Junkie gibt's noch einen Extrapunkt. Das ist einer für die Party-Compilation, gleich neben den absoluten Größen aus den Siebzigern und Achtzigern.
Lass die Haare fliegen, solang sie noch am Kopf festgewachsen sind, Zinny!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 10.07.2005

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