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| Live From Texas, Eagle Records, 2008 |
| Billy F. Gibbons |
Guitars & Vocals |
| Dusty Hill |
Bass & Vocals |
| Frank Beard |
Drums |
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Länge: 76 Min 01 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Got Me Under Pressure | 9. Blues Intro |
| 2. Waitin' For The Bus | 10. Blue Jean Blues |
| 3. Jesus Just Left Chicago | 11. Gimme All Your Lovin' |
| 4. I'm Bad, I'm Nationwide | 12. Sharp Dressed Man |
| 5. Cheap Sunglasses | 13. Legs |
| 6. Pearl Necklace | 14. Tube Snake Boogie |
| 7. Just Got Paid | 15. La Grange |
| 8. Rough Boy | 16. Tush |
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Crosscheck bedeutet, dass sich die Redaktion auf eine Veröffentlichung stürzt, um sie nach bestem Wissen und Gewissen so subjektiv wie nur irgend möglich und nach persönlichem Geschmack zu bewerten. Die Bewertungsskala ist hierbei selbstverständlich so ernst gemeint wie die gesamte Idee des Crosschecks:
Note 1: Genial
Note 2: Optimal
Note 3: Neutral
Note 4: Banal
Note 5: Egal
Note 6: Katastrophal
Heimspiel von ZZ TOP vor mindestens 10.000 Leuten und weiteren 10.000 für den Applaus dazu gemischten. Die üblichen Verdächtigen, was die Tracks angeht, und somit wie in den USA für Classic-Rock Bands üblich ein Best Of.
Einzelne Tracks hervorzuheben erübrigt sich fast, das Ganze wird gekonnt und gut abgeliefert und kommt authentisch und ungeschminkt rüber, man legt Wert auf einen rohen Sound.
Im ersten Track spielt Gibbons sich noch warm, und ihm unterläuft ein Fehler im Solo, meine ich. Merkwürdig übrigens bei diesem Track, dass man stellenweise meint, eine zweite Gitarre zu hören, oder hat Billy Gibbons so flinke Finger? Nachdem der Bus da ist, verlässt Jesus Chicago, und das mit voller Power, sozusagen.
I'm Bad..., und wieder hat Billy Probleme mit Teilen des Solos - man wird älter. Gimme All Your Lovin' kommt mit Synth, welch Wunder, aber sehr im Hintergrund.
Man merkt, es gibt hier nicht wirklich etwas Aufregendes zu berichten. Ich habe ZZ TOP noch nicht live gesehen, aber so wie das hier rüberkommt, würde ich es wohl auch erwarten, Gimme All Your Lovin' mitgrölen und mit dem Gefühl nach Hause gehen, 'Value for Money' bekommen zu haben.
Die Zeiten, als die Musik auf der Bühne verändert wurde, neue Soli oder unerwartete Breaks hinzukamen, sind wohl bei diesen Supergroups, wenn sie vor US Publikum spielen, lange vorbei.
Wenn man Kritik üben will, dann die: Hier gehen die Feinheiten, die die frühen Songs geprägt haben unter, hier wird volle Platte geheizt, und nicht ziseliert. Mein Lieblingsalbum von ZZ TOP ist "Tejas", das sind ja, verglichen etwa mit "Eliminator", eher fein gestrickte Songs. Kein Wunder, dass die hier fehlen. Aber wer ein ZZ TOP Livealbum mit einigen der besten Songs der Band in seiner Sammlung haben will, ist hier gut bedient. So ist auch die Note zu verstehen - zu den legendären Live-Alben wird das hier sicher nicht zählen, aber was soll's.
Note: Optimal
Seit 1969 spielen ZZ TOP zusammen und gehören wirklich zu den Texas-Blues-Boogie-Highlights? Aber meine Herren, mit Verlaub: Ich attestiere große Songs und meinetwegen auch eine gewagte stilistische Veränderung zu Zeiten von "Afterburner" und "Eliminator", als sich der Synth in der Mucke des Trios breit machte. Aber wie lange will man denn von Tush und La Grange leben und die Rockmusikgemeinde nachhaltig und exzessiv unterhalten? Auf dieser Scheibe wird einem alles geboten? Ein müder Schwank durch große oder kleine Zeiten. ZZ TOP haben sich also entschieden eine DVD zu produzieren und erlaubt uns, sie zu sich nach Hause zu holen. "Live In Texas" bedeutet nun leider keineswegs "weniger ist mehr". Warum sehe ich das so kritisch? Das bunte und kitschige Bühnenbild mag in visueller Hinsicht noch so über einiges hinweg täuschen, doch der Live-Mitschnitt auf CD offenbart die Jungs leider als musikalische Stümper. Oder hat da ein Volltrottel an den Reglern gesessen?
Ich ziehe das Pferd von hinten auf und bin entsetzt, wie man Tush plötzlich mit so wenig Groove, ohne Saft und Kraft in der Bux darbieten kann. Alles schwammig und verwaschen, entsetzliches Tempo! La Grange kann sich dagegen tatsächlich noch behaupten, doch sowohl im ehrwürdigen Tube Snake Boogie, mit furchtbar langweiligen und wirklich nicht coolen Vocals, als auch in den an andere Zeiten gedenkenden Tracks Legs, Sharp Dressed Man (war schon, ungeachtet der eingespielten Tantiemen, eine Zumutung) und Gimme All Your Lovin' will der Funke bei mir nicht rüber springen.
Hüpfen wir nach vorne: Da beginnt man mit Got Me Under Pressure noch recht zünftig, das Publikum scheint aus dem Häuschen. Und hatte man mit I'm Bad, I'm Nationwide einen meiner persönlichen Favorites geschrieben, so verfällt die Band für mich an dieser Stelle leider in einen Sinkflug, der seinesgleichen sucht. Deswegen ist es umso verwunderlicher. Die allermeisten Bands spielen sich warm, steigern sich mit fortlaufender Dauer eines Konzertes. Und auch der Mischer sollte zunehmend ein Ohr für den Sound bekommen. Hier ist es genau umgekehrt! Das unstreitig inzwischen kultige Songmaterial verkümmert zu einem lauen Lüftchen und mit ganz wenigen Ausnahmen bin ich enttäuscht.
Trio, die Bärte, die Hüte, alles ist zwar nicht mehr originell aber original. Nur die Power und der erwartete Dampf, die beiden wesentlichen Sachen fehlen in fast jeder Hinsicht.
Note 4 - 5
Vorausschicken möchte ich, dass ich es für keine gute Idee halte, wenn eine Band wie ZZ TOP mit einer Live-Aufnahme aufwartet. Außerdem möchte ich feststellen, dass es sicher bessere 3-Mann-Kapellen gibt als the little ol' band from Texas. Das war mal anders: Zu Zeiten von "Rio Grande Mud", "Fandango" und "Tres Hombres" war ZZ TOP auch in meinen Ohren top. Einige Stücke von damals finden sich auch auf der "Live From Texas" wieder. Also voller Hörgenuss. Oder was?
Ganz davon abgesehen, dass die Musik besonders am Anfang so mulmig ist, als liefe die CD in einer Gummizelle: Vor allem Billy Gibbons ist nicht mehr in der Lage, einen sauberen Ton zu singen. So geht der Gesang in den ersten drei Stücken, Got Me Under Pressure, Waitin' For The Bus und Jesus Just Left Chicago völlig unter. Aber auch die Musik geht verloren. Ich habe die Stücke nicht mal erkannt.
Dann werden Musik und Gesang etwas besser, und man kann bis zur Schmonzette Rough Boy alles einigermaßen hören - sagen wir mal: erkennen!
Dann kommen die beiden Nummern Blues Intro und Blue Jean Blues, die meiner Ansicht nach bloßes Zeit totschlagen sind. Es folgt eine Reihe von Stücken wie Gimme All Your Lovin', Sharp Dressed Man, La Grange und Tush, die alle nur angespielt werden und dann in merkwürdigen Soli ausklingen. Dafür fielen Knaller der Marke I Thank You und vor allem Beerdrinkers And Hellraisers offenbar dem Rotstift zum Opfer.
Gut, nun kann man sagen, die meisten Stücke sind von den meines Erachtens "besseren" Platten der Texaner. Besser sind sie eben nicht mehr, die Zeit ist abgelaufen. Basta! Denn sämtliche zuletzt erschienenen CDs sind Remakes und neue Zusammenschnitte aus bekanntem Material.
Aber macht man sich's damit nicht ein wenig zu einfach? ZZ TOP spielt seit 1970 zusammen und hält damit den Weltrekord der am längsten in der Urbesetzung zusammen spielenden Band. [Zarter Widerspruch. Sind das nicht GOLDEN EARRING? Red.] Seit 1986, als ihnen ein gewisser George W. Bush den Titel verlieh, sind ZZ TOP offizielle Helden des amerikanischen Bundesstaates Texas.
ZZ TOP hat musikalisch gesehen schon eine lange Reise hinter sich. Nach Blues, Boogie und Rock erfasste sie der Mega-Erfolg und sie schlugen einen Umweg über die Plastik-Musik ein. Von Anfang der Achtziger bis Mitte der Neunziger sorgten sie in dieser merkwürdigen Sparte für Unmut. Ihnen drohte schon der Kreativ-Spirit auszugehen. Doch sie fanden den Weg zurück zum staubtrockenen Texas-Blues.
Doch zu spät für Billy Gibbons. Seine tiefe Stimme ist inzwischen vollkommen kaputt. Das hörte man schon auf der "Mescalero", das hört man auch auf den neueren CDs. Das könnte auch der Grund sein, warum man Beerdrinkers And Hellraisers nicht mehr zu hören kriegt. Es sei denn, der staubige Berg Dusty Hill übernimmt mehr Gesangsanteile. Aber auf "Mescalero" war's genau anders herum.
Welche Note gibt man jetzt einer "Live From Texas"? Ehrlich gesagt, bin ich ein Fan dieser Band gewesen. Ich würde eine 2 für das Bekenntnis zu vielen älteren Stücken geben, aber eine 4- für die Ausführung. Ergibt unter dem Strich eine 3-, oder?
Die DVD hätte eigentlich genügt, könnte man denken. Der visuelle Eindruck war gut, die Herren Superstars beeindrucken da ja mit verhältnismäßig wenig Kasperletheater, dafür mit altersgemäßem Formationstanz, ihrem nach wie vor vorhandenen Humor und ehrbar gespielten Hits, auch wenn etliche Feinheiten eher fragmentarisch denn fein klingen. Die grundsätzliche Skepsis bei parallelen DVD- und CD-Veröffentlichungen verstärkt sich in diesem Fall schon vor dem ersten Hördurchgang, denn die DVD lebt in der Tat gehörig von der optischen Präsenz Hills und Gibbons.
Und prompt sieht sich der Kritiker schon beim Sound der Audioausführung bestätigt. Wie so oft wurde offensichtlich der vorzügliche 5.1 Klang auf normalen Stereosound eingedampft - und klingt dadurch flacher und leicht muffig. Kein Vergleich mit der DVD.
Mangels ablenkendem Bild kommen die Unsauberkeiten vor allem in Gibbons Spiel deutlicher im Kleinhirn an, und man spürt an vielen Stellen die Löcher im früher so dichten Klangewebe des Trios. Andererseits muss man fairerweise sagen, dass die drei skurrilen Gestalten auch in ihren Glanztagen niemals eine hochgerüstete Perfektionistentruppe wie beispielsweise RUSH waren, sondern immer mehr Wert auf Boogie als auf fehlerfreie Vorträge gelegt haben. Wenn man sich den längst legendären 80er-Rockpalast heute (am besten ohne Bild) anhört, kommt man angesichts der haarsträubenden Fehler aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Klar, "Live From Texas" ist von den ganz schlimmen Hunden befreit, diverse Fragwürdigkeiten sind gleichwohl zu entdecken. Auch in I'm Bad, I'm Nationwide, das wegen seiner beiden letzten Minuten trotzdem das Highlight der CD ist. Dusty at the top und Billy jagt ihm eine grandiose Gitarre hinterher. So wünscht man sich ZZ TOP, bekommt es auch ansatzweise, aber eben nicht durchgehend. Cheap Sunglasses funktioniert genauso prächtig, man kann bei den Songs von "Degüello" am ehesten auf die Choreographie verzichten, diese Dinger überzeugen immer noch nur mit ihrer akustischen Größe. Auch Pearl Necklace brummt, aber alles aus den Achtzigern braucht live augenscheinlich die DVD-Unterstützung, und so manche alte Kamelle aus den ganz frühen Tagen ist entweder zu oft gehört, oder nicht knallig genug gespielt. Just Got Paid langweilt auf dieser CD und der dröge Rough Boy sowie der noch drögere Blue Jean Blues verursachen ohne Zwischenschnitte aufs Publikum nichts als eingeschlafene Füße.
Die letzten sechs Nummern gehen allesamt als Zugaben-Pflichterfüllung durch, aber wie gesagt: Kauft euch ein anständiges Heimkino mit fähigen Brüllwürfeln und rockt zur DVD. Der Audiomitschnitt kann nur mit einer neutralen 3 bewertet werden.
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